Kulmbach
Expertenrat

Eleonore Hohenberger verrät, was Pflanzen stark macht

Wer einen prächtigen Garten haben möchte, muss dem Boden besondere Aufmerksamkeit widmen. Mit Geduld und Know-how lässt sich jeder Gartenboden verbessern.
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Durch Einarbeiten von Kompost und Diabas-Gesteinsmehl hat Eleonore Hohenberger in ihrem Garten einen perfekt lockeren Boden geschaffen.  Foto: Dagmar Besand
Durch Einarbeiten von Kompost und Diabas-Gesteinsmehl hat Eleonore Hohenberger in ihrem Garten einen perfekt lockeren Boden geschaffen. Foto: Dagmar Besand
Die Biologin Eleonore Hohenberger beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit diesem Thema und hat mehrere Bücher dazu veröffentlicht. Die 85-Jährige hat auf ihrem Grundstück bewiesen, dass man mit Geduld und Know-how aus einem Problemgarten ein fruchtbares Paradies schaffen kann.

Der Landkreis Kulmbach nimmt unter geologischen Gesichtspunkten eine Sonderstellung in Oberfranken ein, sagt Hohenberger. "Wegen der vielen Verwerfungen in unserer Region gibt es hier alle erdenklichen geologischen Schichten sehr dicht beieinander, und dadurch finden wir in den Gärten auch sämtliche Bodenarten, vom ganz leichten Sandboden bis zum sehr fruchtbaren, humushaltigen Boden, vom undurchlässigen Tonboden bis hin zum idealen Lehmboden in einer ausgewogenen Mischung aus Ton und Sand, der mit ein wenig Kompost zum perfekten Gartenboden wird."


Geheimwaffe aus dem Vulkan


Eine wichtige
Rolle für das Wohlbefinden der Pflanzen spielt der pH-Wert. Es gibt Pflanzen, die sich in saurem Boden besonders wohl fühlen (wie Rhododendren und Blaubeeren). Die meisten Gartenblumen und Gemüse bevorzugen jedoch mittlere pH-Werte mit leichter Tendenz Richtung sauer.

Hohenbergers Geheimwaffe für einen fruchtbaren Gartenboden ist neben Kompost fein vermahlener Diabas. Diabas ist ein vulkanisches Gestein, das unter anderem in den Steinbrüchen des Frankenwaldes zu finden ist. In den Boden eingearbeitet, bewirkt er eine optimale Anreicherung mit Nährstoffen.

Woher weiß der Gartenfreund nun, welchen Boden er hat? Zum einen, indem man etwas Erde in die Hand nimmt. Tonboden ist sehr feucht, schwer und klobig und bleibt auch nach dem Trocknen klumpig, Boden mit einem hohen Anteil von Sand und Humus lässt sich dagegen leicht zerkrümeln.

Sehr hilfreich ist es, das so genannte Unkraut einmal näher unter die Lupe zu nehmen. Freuen darf man sich über die Vogelmiere. Sie zeigt einen mild humosen, nährstoff- und stickstoffreichen, lockeren Boden an. "Mehr kann man von einem Gartenboden nicht verlangen."

Ein eher unerfreuliches Signal gibt dem Gärtner dagegen der Schachtelhalm, der auf schwere Ton- oder Lehmböden mit Staunässe und Verdichtung im Untergrund hinweist. Hier sind Drainage, tiefgründige Bodenbearbeitung und Gründüngung erforderlich, damit die Gartenpflanzen gedeihen.


Der bessere Boden


PH-Wert
Die Ansprüche der Böden sind abhängig von ihrer Struktur: Für Sandböden ideal sind Werte von 5,5 bis 6,0, lehmige Sandböden brauchen 6,0 bis 6,5, sandige Lehmböden 6,5 bis 7,0, Lehm- und Tonböden um 7,0.

Extraportion Nährstoffe Wer nicht von Natur aus perfekte Bedingungen in seinem Garten hat und die Defizite kennt, kann sie gezielt ausgleichen. Kalk ist ein wichtiger Pflanzennährstoff, der vor allem in sauren Böden fehlt. Brannt- und Löschkalk beseitigen schnell einen zu niedrigen pH-Wert. Sie sind gut wasserlöslich und nur für mittlere bis schwere Böden geeignet. Langsam wirkende Kalk-Arten, zu denen die Steinmehle zählen, sind gut für leichte Böden.

Kompost Eine gute Alternative ist die Verwendung von Kompost. Hier braucht man sich am wenigsten Gedanken über ein Zuviel oder Zuwenig zu machen.

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