Kulmbach

Eine himmlische Premiere

Das Unterstufentheater des Caspar-Vischer-Gymnasiums zeigte ein topaktuelles Stück über das Verstehen, Vergessen und Verlieben.
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Oma Raaphorst (Mona Prawitz) ist traurig; Florian (Anna-Lena Czech) versucht zu trösten Foto: Uschi Prawitz
Oma Raaphorst (Mona Prawitz) ist traurig; Florian (Anna-Lena Czech) versucht zu trösten Foto: Uschi Prawitz
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Weiß denn jeder, der sich verirrt hat, wo er herkommt? Fällt wirklich nie etwas nach oben? Und was ist eigentlich ein Echobrunnen? Der zehnjährige Florian ist ein schlauer Kopf und macht sich so allerlei Gedanken um die Welt. Eines Tages lässt sich ein Spatz auf seinem Kopf nieder und ab da wird sein Leben turbulent. Zuerst gesteht ihm Schulfreundin Katja ihre Liebe, dann lernt er die etwas schrullige und verwirrte Oma Raaphorst kennen, er treibt seine Lehrerin in den Wahnsinn, und er versucht, sich seinen Eltern gegenüber verständlich zu machen. Gar nicht so einfach, alles unter einen Hut zu bringen, noch dazu, wenn einem dabei rote Elefanten durch den Bauch trampeln.
Das Unterstufentheater am Caspar-Vischer-Gymnasium überraschte sein Publikum am Montagabend mit einem anrührenden Stück über das Verstehen, Vergessen und Verlieben. "Ein himmlischer Platz" von Guus Kuijer erzählt auf einfühlende und humorvolle Weise von einer zarten, ersten Liebe, vom anrührenden Umgang mit der Vergesslichkeit einer alten Dame, von den kleinen und großen Problemen, mit denen Kinder in ihrem Alltag konfrontiert werden. "Warst du schon mal verliebt?", fragte Schulleiterin Ulrike Endres vor Beginn der Aufführung ins Publikum und bekam von den anwesenden Schülerinnen sogleich bestätigt: Da hat man so ein Kribbeln im Bauch. Genau wie Florian (Anna-Lena Czech und Leni Erlmann) in dem Stück, denn Katja (Sina Schwabbauer) möchte gerne einen ersten Kuss von ihm haben. Gut, dass man sich da gemeinsam um die vergessliche Oma Raaphorst (Magdalena Fuchs und Mona Prawitz) kümmern kann, das lenkt ab und schweißt zugleich zusammen.
"Ich finde es toll, wie sich solch junge Menschen mit dem Thema Demenz auseinandersetzen", sagte die stellvertretende Landrätin Christina Flauder begeistert, "damit kann man gar nicht früh genug anfangen." Auch Theaterprofi Rüdiger Baumann hatte für die junge Theatertruppe ein großes Lob übrig: "Die Darstellerinnen waren unglaublich souverän und authentisch, ich habe allen ihre Rolle gänzlich abgenommen."
Die neun Darstellerinnen haben alles an Können aufgeboten und waren äußerst konzentriert bei der Sache. "Die Gruppe hat sich selbst übertroffen", schwärmten die Regisseure Julia Sedlmeier und Andreas Schobert. Sie betonten, wie viel Spaß es bereitet habe, mit der kleinen Gruppe zu arbeiten. Normalerweise sei das Unterstufentheater für seine schwere Kost bekannt, deswegen habe man dieses Mal gezielt nach etwas gesucht, das Tiefgang mit Humor vermittelt. Und das kam beim Publikum ausgezeichnet an.

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