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Kulmbach
Serie

Eine Stadt voller Überraschungen

Erich Olbrichs beliebte Entdeckertouren gibt's jetzt zum Lesen. Auf www.infranken.de gibt es jetzt jede Woche Spannendes aus der Kulmbacher Geschichte.
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Erich Olbrich entdeckt seine Heimat immer wieder neu und lässt bei seinen Entdeckertouren viele Menschen daran teilhaben. Foto: Archiv/Stöckel
Erich Olbrich entdeckt seine Heimat immer wieder neu und lässt bei seinen Entdeckertouren viele Menschen daran teilhaben. Foto: Archiv/Stöckel
Für ihn gibt es kein spannenderes Thema als die Geschichte seiner Heimatstadt Kulmbach. Und so ist es kein Wunder, dass Erich Olbrich einer der Menschen ist, die die Stadt am besten kennen - nicht nur die Historie und die Geschichten rund um die markanten Bauwerke, sondern auch die vielen kleinen Details, an denen man meist achtlos vorübergeht, von denen aber jedes eine eigene kleine Geschichte erzählt - spannend, kurios, tragisch oder auch zum Schmunzeln.


Zu Fuß lernt man am meisten


"Eine Stadt lernt man am besten mit den Füßen kennen", sagt Erich Olbrich. Das gilt auch und ganz besonders für den eigenen Heimatort, mit dessen Wegen und Plätzen man lange vertraut ist. 2016 hat der Kulmbacher gemeinsam mit dem OB-Büro und der Bayerischen Rundschau zu den Entdeckertouren eingeladen, bei denen er den Teilnehmern Kulmbach einmal aus ganz neuen Perspektiven zeigte. Das Interesse an den geführten Stadtspaziergängen war riesig, und so wird es nach sechs Touren im vergangenen Jahr heuer vier weitere geben, unter anderem zum Neuen Friedhof und in den Buchwald.

Wissensdurstige müssen aber nicht so lange auf neue Stadtgeschichten warten: Erich Olbrich erzählt diese jetzt nämlich auch in der Bayerischen Rundschau und auf www.infranken.de: Ab heute gibt es jede Wocheeine Entdeckertour. "Ich möchte die Leute anregen, wieder öfter mit offenen Augen durch die Stadt zu spazieren und ihre Aufmerksamkeit auf die Besonderheiten zu lenken, die sie sonst nicht wahrnehmen würden."

Es gibt vieles, das sich zu entdecken lohnt: "Ich werde erklären, was es mit dem Blaicher Dukatenscheißer auf sich hat und mit den Wetzrillen im Eingangsbereich von Toranlagen und Kirchen." Das sind nur zwei Beispiele aus dem nahezu unendlichen Fundus Olbrichs. Allein die verschiedenen Brunnen im Stadtgebiet und ihre Besonderheiten füllen einen Ordner in seinem Arbeitszimmer.

Woher hat der 58-Jährige sein fundiertes Wissen? "Geschichte hat mich schon als kleiner Junge interessiert. Das verdanke ich meiner Grundschullehrerin, die mich dafür begeistert hat." Als in den achtziger Jahren über den Landkreis eine Ausbildung für Gästeführer angeboten wurde, hat er gemeinsam mit Hermann Müller die Gelegenheit genutzt. Später kamen Vorträge zur Stadtgeschichte dazu.

"Seit 30 Jahren sammle ich alles, was ich über Kulmbach in die Finger bekommen kann, alle Artikel zum Thema aus der Bayerischen Rundschau, aber auch alles, was sonst noch über die Stadt geschrieben wurde. Andere rauchen, ich habe halt dieses Hobby", sagt Erich Olbrich mit einem Schmunzeln.

Ein Hobby, das der gelernte Schreiner inzwischen auch zu seinem Beruf gemacht hat, denn seit einigen Jahren arbeitet er im Kulmbacher Stadtarchiv: "Geschichte hat für mich nichts Verstaubtes. Ganz im Gegenteil: Sie ist spannend, und ich habe nach wie vor Freude am Ausgraben von Fakten. Mit jeder Anfrage ans Archiv bildet man sich auch selbst weiter."


Spenden helfen Kindern

Erich Olbrich liebt es, sein Wissen weiterzugeben und vom Leben der Menschen im alten Kulmbach zu erzählen. Sein Enkel Marcus hat sich von seiner Begeisterung für die Stadtgeschichte schon anstecken lassen: Der 13-jährige Realschüler hat die Entdeckertouren gemeinsam mit seinem Opa vorbereitet und eigene kleine Beiträge zu den Führungen geleistet.

Die Entdecker-Spaziergänge im vergangenen Jahr haben nicht nur den vielen Teilnehmern Freude gemacht, sondern auch bedürftigen Kindern aus dem Raum Kulmbach. 1007 Euro landeten letztes Jahr im Spendenkörbchen für "Franken helfen Franken", den Spendenverein der Mediengruppe Oberfranken, zu der auch die Bayerische Rundschau gehört. "Ein sehr schönes Ergebnis", freut sich Erich Olbrich.

Auch an den künftigen Spaziergängen und der BR-Serie will Olbrich nichts verdienen. Weitere Spenden und das Honorar gibt er wieder an "Franken helfen Franken" weiter.
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