Unweigerlich bleibt man stehen und verinnerlicht die Texte auf den schwarzen Tafeln. Genau das war das Ziel des Ehepaares: "Wir wollen dazu beitragen, dass sich die Leute wieder etwas bewusster in der Natur bewegen und nachdenken." Beide haben schon den einen oder anderen Schicksalsschlag erlebt und wollen damit ihre Dankbarkeit dafür zeigen, dass es ihnen - den Umständen entsprechend - gut geht.

Seit Autounfall schwer behindert


Ein Schicksalsschlag traf ihren Sohn. Bastian Potempka wurde mit 18 Jahren Opfer eines schweren Autounfalls. Damals musste er seine Ausbildung zum Schwimmmeistergehilfen bei den Kulmbacher Stadtwerken aufgrund seiner schweren Behinderung abbrechen. Immerhin: Mit seinen Eltern kann der heute 35-Jährige im Wald spazieren gehen, was alle drei denn auch ausgiebig genießen. Und Bastian Potempka kann auch seinem Vater helfen, wenn der im Wald arbeitet.

Dem Wirsberger und seiner Frau ging es zunächst eigentlich nur darum, die Wege und Sitzgelegenheiten im Schorgasttal wieder in Ordnung zu bringen. "Bei den Spaziergängen sind uns dann diese Sprüche eingefallen. Wir wussten aber, dass es Texte sein müssen, die in den Wald und damit zur Natur passen. Sie sollen die Wanderer zum Nachdenken anregen."

Natürlich hat sich Joachim Potempka für seine Aktivitäten nicht irgendeinen Wald ausgesucht, sondern sich im Rathaus nach den Örtlichkeiten erkundigt. "Der Bürgermeister war dafür sofort offen", betont seine Frau.

Auch Hermann Anselstetter erinnert sich gut daran: "Eines Tages kam Joachim Potempka auf mich zu und bot mir seine freiwillige Unterstützung bei der Pflege von Wanderwegen und Ruheplätzen an. Ich war überrascht, dass er sich sogar der Reparatur von Holzgeländern, Treppenstufen und Ruhebänken widmete. Solch eine spontane Unterstützung erlebt man selten. Und eines Tages fiel mir auf, dass an mehreren idyllischen Plätzen im Schorgasttal Schieferschindeln mit Sinnsprüchen aufgehängt wurden. Ich spürte, dass hinter dieser Verschönerungsaktion sehr viel Liebe und Hingabe steckte. Die schöne Schrift und die netten Verse lösten bei mir große Bewunderung aus." Das Gemeindeoberhaupt würdigte die Arbeit der Familie als "leuchtendes, bürgerschaftliche Engagement".

Mehr über die Arbeit der Familie Potempka lesen Sie in der Bayerischen Rundschau.