Schimmendorf
Serie (13)

Ein Zimmermann auf dem Weg nach oben

Bastian Matheis arbeitet als Zimmermann nicht nur in luftiger Höhe. Der 24-Jährige hat sich zum Techniker weitergebildet und übernimmt nun in seinem Lehrbetrieb, der Zimmerei Kögel in Schimmendorf, die Leitung auf Baustellen.
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Konzentration ist beim Einsatz mit der Bandsäge gefragt: Zimmerer Bastian Matheis. Foto: Jürgen Gärtner
Konzentration ist beim Einsatz mit der Bandsäge gefragt: Zimmerer Bastian Matheis. Foto: Jürgen Gärtner
Der Weg von Bastian Matheis ist ganz klassisch: Realschule, Zimmerer-Lehre, Gesellenjahre. Dann der Besucher der Bautechnikerschule in Kulmbach. Heuer der Abschluss. Und die Rückkehr in seinen Lehrbetrieb, die Zimmerei Kögel in Schimmendorf.

Nicht nach München, Hamburg oder Berlin. Trotz Top-Leistungen in Schule und Beruf (unter anderem Oberfrankensieger im Leistungswettkampf des Handwerks; bester Abschluss an der Berufsschule und in der Bautechnikerschule) hat sich der 24-Jährige bewusst gegen die Großstadt entschieden.

"Ich habe zwar mit dem Gedanken gespielt, weg zu gehen", sagt Matheis. Er hat ihn aber schnell wieder verworfen. "Ich sehe keinen Sinn drin. Selbst wenn man eventuell mehr verdient, hat man doch höhere Kosten", ist seine Überlegung.

Außerdem: "Mir gefällt es hier. Ich kenne die Leute, weiß wie sie ticken.
Wenn man irgendwo neu anfängt, kann man auch ins Fettnäpfchen treten."

Und nicht nur hier unterscheidet sich der junge Mann von vielen seiner Kollegen aus seiner Bautechniker-Klasse: "Die meisten gehen zu einem Architekten." Bastian geht lieber auf die Baustelle. "Ich wollte immer schon Zimmerer werden. Man arbeitet draußen und mit Holz. Und man sieht am Ende des Tages, was man gemacht hat." Ein anstrengender Job - "und trotzdem schön".

Auch in der Hitze der vergangenen Wochen. "Ich bin am Abend zwar recht kaputt, aber man gewöhnt sich dran. Man muss halt viel trinken."

Offiziell arbeitet Bastian Matheis erst am 1. September wieder in der Zimmerei Kögel - und übernimmt dort Führungsverantwortung, die Leitung von Baustellen. Dass er aufgrund seines jungen Alters bei älteren Kollegen einen schweren Stand hat, das glaubt er nicht.

Auch nicht Chef Gerhard Kögel: "Das Alter sagt nichts darüber aus, was einer kann", spricht er sein Vertrauen aus. Dass Bastian Matheis wieder in den Betrieb zurückkehrt, wertet der Obermeister der Zimmererinnung Kronach-Lichtenfels als ein Zeichen, "dass er sich hier wohlgefühlt hat".

Kögel ist überzeugt, dass das Handwerk goldenen Boden hat. Denn Handwerker würden immer gefragter und entsprechend falle der Verdienst aus. Allerdings versteht er nicht, dass immer wieder Stolpersteine in den Weg gelegt werden - wie die Abschaffung der Zimmerer-Klasse in Kronach. Die Auszubildenden müssen nun in die Berufsschule bis nach Bayreuth fahren. Für Kögel ein Unding.

Der Chef hat übrigens schon Pläne für seinen Rückkehrer. Bastian Matheis soll bei der Dachsanierung der Bayreuther Synagoge, nach Kögels Worten die älteste in Deutschland, eingesetzt werden. "Eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe."

Die genau auf der Wellenlänge des 24-Jährigen liegt. Denn der interessiert sich besonders für Altbausanierungen. Der Grund: "Da sieht man, wie früher gearbeitet wurde." Zum Beispiel mit aufwendigen Holzverbindungen, die es zu ersetzen gilt.

"Es muss schon anspruchsvoll sein, sonst wird es langweilig", sagt Matheis, der beispielsweise schon bei der Sanierung der Kirche in Steinwiesen im Landkreis Kronach tätig war.

Und auch langfristig hat er Pläne: Vielleicht einmal selbstständig machen, wenn es sich ergibt. "Aber das hat noch Zeit."

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