Die Festredner folgten dem Rat von Moderator Mischa Salzmann (Radio Bamberg) ebenso gerne wie die Zuhörer: „Vielleicht sollten wir es so wie die Österreicher machen“, sagte er. Im Nachbarland nämlich würde die Wirtschaftskrise zwar durchaus zur Kenntnis genommen, allerdings nicht in den Mittelpunkt gestellt.
Für die Geschäftsführer von Baumann Druck, Jörg Schild-Müller und Monika Uhlemann, war es am Samstag natürlich ein Leichtes, auf Positives zu verweisen: Schließlich wurde nach der „Zirkon 6611“ für drei Millionen Euro vor zwei Jahren nun schon die zweite neue Druckmaschine eingeweiht.
Mit der über drei Mal so hohen Gesamtinvestition setze man ein weiteres Zeichen in Richtung Wachstum: „Wir haben uns in einem schwierigen Umfeld gut behauptet.“
Mit der Unterbringung der „Lithoman“ in den Hallen an der E.-C.-Baumann-Straße seien umfangreiche Umbauarbeiten verbunden gewesen. Unter anderem habe man das Dach von sechs auf neun Meter anheben müssen, alte Maschinenfundamente hätten per Sprengung einer 42 Meter langen, neuen Bodenplatte weichen müssen. Außerdem sei aufgrund der Tatsache, dass für die „Lithoman“ mehr Druckplatten nötig wurden, auch eine neue Fertigungsstraße zu bauen gewesen.
Realisierung in Rekordzeit

Trotzdem sei alles in Rekordzeit geschehen: „Das Projekt wurde binnen sieben Monaten abgewickelt, normalerweise dauert es zehn bis zwölf Monate.“ Im Januar hätten dann schon die ersten Prospekte die „Lithoman“ verlassen. Und die Investitionen nehmen noch kein Ende: Heuer schon steht die Modernisierung von Auftragsmanagement und Druckvorstufe an, zudem soll eine neue Software die Auftragsabwicklung im Medienhaus Fränkischer Tag/Baumann beschleunigen.
Angesichts der Tatsache, dass das Papier mit über 50 km/h durch die Rollenoffset-Maschine des Augsburger Herstellers Manroland rast, so dass am Ende bis zu 60.000 Druckexemplare pro Stunde gefertigt werden können, staunte auch Walter Schweinsberg über ein „Wunderwerk der Technik“. Dem Geschäftsführer des Medienhauses Fränkischer Tag/Baumann zufolge ist die Investition eine Fortführung des fortschrittlichen Handelns, das sowohl Ekkefried Caspar Baumann Anfang des letzten Jahrhunderts als auch Horst Uhlemann bis 2003 an den Tag gelegt hätten. „Die Bayerische Rundschau war 1967 auch die erste Tageszeitung im Freistaat, die im Rollen-Offsetdruck hergestellt wurde“, so Schweinsberg.
Fit für die Zukunft

Baumann Druck in Kulmbach dürfe nach den tiefen, aber nötigen Einschnitten mit 80 Kündigungen im Jahr 2003 heute schon wieder 60 Personen mehr beschäftigen – insgesamt über 180 Männer und Frauen. Mit der Neugliederung des Medienhauses Fränkischer Tag/Baumann unter dem Dach der Mediengruppe Oberfranken würden weitere Weichen in Richtung einer positiven Zukunft gestellt – die erfolgreichen, etablierten Marken wie Bayerische Rundschau, Fränkischer Tag oder Coburger Tageblatt blieben dabei natürlich erhalten.
In einer Woche, die wieder einmal von Hiobsbotschaften und düsteren Prognosen geprägt gewesen sei, freute sich Oberbürgermeister Henry Schramm über ein Zeichen von Mut und Zuversicht – das nämlich sei es, wenn „ein alteingesessenes Unternehmen die größte Einzelinvestition seiner Geschichte tätigt“. Die Krise werde von den Unternehmen in der Stadt generell als Chance gesehen. Schramm dankte dem Freistaat für die Gewährung von GA-Fördermitteln sowie das klare Bekenntnis des Fränkischen Tags zu Kulmbach, das einen seiner Schwerpunkte im Bereich Medien habe.
Innovativ und mutig

„Wir machen Druck, nicht nur auf der Rolle – das beschreibt Ihr Unternehmen gut“, sagte Regierungsvizepräsidentin Petra Platzgummer-Martin. Ihr zufolge braucht die moderne Industrie- und Dienstleistungsregion Oberfranken Unternehmen, die innovativ sind und agieren – nicht nur reagieren. „Nur wer zu Investitionen bereit ist, kann bestehen.“ Gerd Finkbeiner, Vorstandsvorsitzender des „Lithoman“-Herstellers Manroland in Augsburg, sah den Markt der Druckerzeugnisse sich zwar verändern, aber wachsen. Innovative Produkte würden vom Internet beispielsweise „allenfalls ergänzt“. Print allerdings, so Finkbeiner, ist nicht zu schlagen.

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