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Untersteinach
Preis

Ein Sachse auf dem Kleinkunstbrettla-Thron

Klein, aber oho - das ist wohl das Motto von Thorsten Hitschfel. Als strahlender Sieger ging der Sachse mit dem unverkennbaren Dialekt von der Bühne. Schon bei seinen ersten Worten hatte Thorsten Hitschfel im Kleinkunst-Brettla die Lacher auf seiner Seite.
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Dass Thorsten Hitschfel aus den neuen Bundesländern kommt, hätte er eigentlich gar nicht dazusagen müssen: Denn der 50-Jährige, der im Jahr 2003 den niedersächsischen Kleinkunstpreis gewonnen hat, sprach, wie ihm der Schnabel gewachsen war: mit unverkennbarem Dialekt. Schon nach dem ersten Satz, erntete er so manchen Lacher.
"Ich komme nicht aus den gebrauchten Bundesländern, sondern daher, wo die Straßen besser sind und wo die Stadtkerne saniert sind", frotzelte er. Bei seinem Auftritt zeigte Thorsten Hitschfel politisches Kabarett mit Biss, aber auch seine Musik-Parodien konnten sich hören lassen. "Früher waren wir bekannt, die Jugend ist heute vernetzt", moserte Hitschfel. Und von kleinen Missverständnissen konnte er auch berichten.
So sollte er ein "Motherboard" holen, doch damit war kein Bügelbrett gemeint.
Dann griff Hitschfel zu seiner roten Gitarre - noch aus Ostzeiten, die im Laufe der Jahre schon ein bisschen ausgebleicht und Pink geworden ist. "Ich nenne sie Floyd", unkte Hitschfel. Was er an musikalischen Einlagen bot, war wirklich kurzweilig und gelungen. Und spätestens, als er auf "Margedding" einging und zu einem Rundumschlag ausholte, hatte er die Herzen der Zuhörer erobert.
Auch Olaf Bossi punktete in Untersteinach und schrammte haarscharf am Sieg vorbei. Olaf Bossi ist Stand-up-Comedian, er ist schon im "Quatsch Comedy Club" und beim WDR in der Sendung "Nightwash" aufgetreten. Olaf Bossi aus Stuttgart hatte viele nachdenkliche Passagen in seinem Programm, verulkte das Gesundheitswesen und die Entwicklungen auf bitterböse Art. Und als Krönung sang er ein Schlaflied für seinen Sohn.


Längen und Texthänger

Auch Robert Alan, der Dritte im Bunde, hatte schon beachtliche Erfolge und zahlreiche Fernsehauftritte vorzuweisen. Doch seine Musikparodien hatten Längen. Außerdem war bei der zweiten Vorrunde Uwe Kleibrink aus Wuppertal mit von der Partie. Kleibrink sprach über den ganz normalen Wahnsinn des Alltags, landete durchaus so manchen tollen Gag. Doch leider hatte er bei seinen musikalischen Darbietungen gleich mehrere Texthänger.
Jeder der vier Künstler hat allerdings hervorragende Unterhaltung dargeboten, hatte Lacher landen können. Dass Hitschfel jetzt beim zweiten Kulmbacher Brettla eine Runde weiter ist, war verdient. Er mutierte einfach von der ersten Sekunde auf der Bühne zum Publikumsliebling.
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