Himmelkron
Windkraft

Ein Rüffel für die Trebgaster Gemeinderäte

Die Himmelkroner Gemeinderäte wehren sich dagegen, von der Nachbargemeinde Trebgast an den Pranger gestellt zu werden. Es sei keine Entscheidung für den Bau von Anlagen am Lanzendorfer Berg getroffen worden, stellte das Gremium klar.
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So wird es nicht aussehen am Lanzendorfer Berg: Der Himmelkroner Gemeinderat beabsichtigt nicht, dort Flächen für die Nutzung der Windenergie auszuweisen. Foto: Archiv/dpa
So wird es nicht aussehen am Lanzendorfer Berg: Der Himmelkroner Gemeinderat beabsichtigt nicht, dort Flächen für die Nutzung der Windenergie auszuweisen. Foto: Archiv/dpa
Der mögliche Bau von Windrädern am Lanzendorfer Berg schlägt hohe Wellen. Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU) gab dem Gemeinderat eine Mitteilung der Firma Green City Energy bekannt, wonach bei der Information der betroffenen Nachbargemeinden Harsdorf noch fehlt. Bisher erfolgte die Information lediglich in Trebgast.

Stellvertretender Bürgermeister Harald Peetz (CSU) reagierte auf die jüngsten Meldungen aus Trebgast geharnischt: "So einfach kann man das nicht stehen lassen." Man habe der Firma Green City Energy lediglich die Möglichkeit gegeben, ihre Absicht im Gemeinderat vorzustellen. In der Presse sei aber der Eindruck erweckt worden, als ob die Gemeinde Himmelkron den Bau von Windrädern bereits genehmigt hätte. "Hier wurden aus meiner Sicht falsche Informationen nach außen gegeben, denn der Gemeinderat würde nie gegen die Meinung der Bürgerinnen und Bürger und gegen die Nachbargemeinden eine Entscheidung für den Bau der Windräder treffen. Wir haben lediglich unseren guten Willen bekundet, dass das Projekt vorgestellt werden kann, und jetzt werden wir an den Pranger gestellt."

"Keine Ausweisung von Flächen"

Wie Peetz weiter ausführte, werde die Gemeinde keine Flächen zum Bau von Windrädern ausweisen und auch nicht einem Zielabweichungsverfahren zustimmen, nachdem im Regionalplan dafür keine Flächen vorgesehen seien. Peetz kündigte an, dass sich die Gemeinde Schadensersatzforderungen vorbehält, nachdem aus Trebgast suggeriert wurde, der Bau von Windkrafträdern sei in Himmelkron beschlossene Sache.

Käufer trat zurück

In der Folge sei der Käufer eines Wohnbaugrundstücks im Neubaugebiet "Weißmaintal" vom Kaufvertrag zurückgetreten, ein weiterer habe dies zumindest angekündigt. Harald Peetz: "Unsere Gutmütigkeit hat irgendwo ihre Grenzen."

Der Zweite Bürgermeister stellte den Antrag, in der kommenden Sitzung des Gemeinderats über die weitere Sachbehandlung eine Abstimmung herbeizuführen mit dem Ergebnis, keinen Bebauungsplan für Vorbehaltsflächen von Windkraftanlagen aufzustellen.

Rudi Gumtow (SPD) unterstützte Peetz in seiner Kritik an den Nachbarn aus Trebgast: "Wir haben das nicht so gesehen. Die Schärfe ist doch von der Nachbargemeinde reingekommen."

Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU) ergänzte: "Es ist der Eindruck entstanden, wir würden den Bau von Windrädern aktiv betreiben."

Und Manuel Gumtow stellte für die Freien Wähler fest: "Wir kommen mit den Veröffentlichungen äußerst schlecht weg."

Sowohl er als auch sein Fraktionskollege Alfons Lauterbach unterstützten Peetz in der Forderung, in der nächsten Sitzung eine Entscheidung zu treffen. Alfons Lauterbach: "Die Gemeinde muss sich positionieren, wir sollten Courage zeigen."

Hans Matussek (CSU) sprach von einer Fehlinformation, die von den Trebgastern verbreitet worden sei: "Das war einfach falsch, denn bei uns erfolgte lediglich eine Information im Gemeinderat und keine Entscheidung."
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