Schwarzenbruck
Integration

Ein Fahrrad für Miran zum Durchstarten

In der neuen Fahrradwerkstatt in Fassoldshof lernen junge Flüchtlinge, wie man ein altes Rad repariert. Die Bikes machen den iJgendlichen unabhängiger.
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Miran Kret hat sich in Fassoldshof sein eigenes Fahrrad zusammengeschraubt mit Hilfe seines Betreuers. Jetzt ist der junge Iraker viel unabhängiger und er genießt das sehr. Foto: privat
Miran Kret hat sich in Fassoldshof sein eigenes Fahrrad zusammengeschraubt mit Hilfe seines Betreuers. Jetzt ist der junge Iraker viel unabhängiger und er genießt das sehr. Foto: privat
Schnee ist selten geworden in deutschen Wintern. Zum Leidwesen aller Skisportler - zur Freude der Fahrradfahrer. Seit Kurzem ist auch Miran Kret begeisterter Biker.

Der 14-jährige Iraker lebt in einer Wohngruppe für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge der Rummelsberger Diakonie in Fassoldshof in Mainleus. "Im Juni kam ich nach Fassoldshof. Seit September gehe in die Mittelschule in Mainleus. Über den Sommer habe ich hier Radfahren gelernt und bin ins Freibad oder zum Fußballspielen gefahren. Leider waren die Räder oft kaputt und dann musste ich weit laufen."



Hilfe vom Experten

In der Fahrradwerkstatt der Rummelsberger Diakonie hat sich Miran Kret nun ein eigenes Rad zusammengebaut. Sein Betreuer, Daniel Becht, selbst leidenschaftlicher Biker und ehemaliger Fahrradladenbesitzer, öffnet jeden Montag die Fahrradwerkstatt.
Gemeinsam mit den Jugendlichen bastelt er an deren Rädern: Vom Felgen- oder Luftschlauchwechsel über den Einbau einer neuen Bremsanlage bis hin zur Einfräsung eines Steuerkopfes. Daniel Becht kennt sich aus und das nötige Werkzeug ist vorhanden.

Zwischen 13 und 17 Uhr steht der Pädagoge seinen Schützlingen mit Rat und Tat zur Seite und packt dann gern auch mal mit an. "Grundsätzlich erkläre ich ihnen aber, wie sie die Schäden selbst beheben können", sagt der engagierte Erzieher.


Schlüssel zur Integration

So lernen die etwa 20 jugendlichen Flüchtlinge, die derzeit in Fassoldshof leben, ihre Räder selbst in Schuss zu halten. Die Bikes sind für sie ein Schlüssel zur Integration.
Damit können sie zum Sportverein, in die nahe Stadt oder zu Freunden fahren. "Es ist toll. Jetzt habe ich sogar ein eigenes Fahrrad, das ich zusammen mit meinem Betreuer in der Fahrradwerkstatt zusammengeschraubt habe. Das war nicht einfach, hat aber großen Spaß gemacht. Jetzt kann ich auch über den Winter hinweg zu meinem Schulfreund fahren", freut sich Miran Kret.



640 betreute Jugendliche

Die Rummelsberger Diakonie betreut derzeit rund 640 jugendliche Flüchtlinge in ganz Bayern. In Oberfranken begleitet und unterstützt der soziale Träger insgesamt etwa 100 Jugendliche. Diese jungen Menschen leben gemeinsam in in Wohngruppen in Kronach, Coburg, Lichtenfels, Burgkunstadt sowie Mainleus.


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