Wirsberg
Schlossgarten-Festspiele

Ein Abend mit Witz und einem Gourmet-Menü

Die Wirsberger Schlossgarten-Festspiele waren ein Abend mit viel Witz, Gesang und einem Gourmet-Menü. Der Fürther Komödiant Martin Rassau glänzte dabei als Opern-Darsteller.
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Martin Rassau als "Rigoletto" (links) mit den Gebrüdern Sing. Fotos: Werner Reißaus
Martin Rassau als "Rigoletto" (links) mit den Gebrüdern Sing. Fotos: Werner Reißaus
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Der Fürther Komödiant Martin Rassau glänzte am Wochenende in zwei ausverkauften Vorstellungen bei den sechsten Wirsberger Schlossgarten-Festspielen, die mit "Herrmann`s Posthotel" ausgerichtet wurden. Er bot einen aberwitzigen Parforceritt durch die Opernwelt mit "Rigoletto", "Der fliegende Holländer" und "Der Freischütz".

Fränkische Schweiz statt Venedig

Die Verdi-Oper "Rigoletto", die 1851 in Venedig uraufgeführt wurde, erlebten die Besucher im romantischen Schlossgarten in einer Interpretation mit ausschließlich fränkischem Hintergrund. Die Schauplätze mit der verkrüppelten Hauptfigur Rigoletto waren nicht etwa Paris oder Mantua, sondern bekannte Orte in der Fränkischen Schweiz. Martin Rassau bemühte sich nach Kräften, Rigoletto authentisch zu verkörpern. Der Komödiant wagte sich an "Der Freischütz", eine romantische Oper von Carl Maria von Weber, und an Wagners Oper "Der fliegende Holländer", die im Schlossgarten eine Premiere feierte. Es war eine kleine Hommage an die Bayreuther Festspiele, fränkisch erzählt, herrlich rasant.

Martin Rassau gelang es mit seinem Ensemble die kleinsten, feinsten und vor allem unterhaltsamsten "Opernfestspiele" Deutschlands in den ehrwürdigen Schlossgarten zu zaubern - bei Einbruch der Dunkelheit dabei mit Fackelschein und Licht-Illuminationen. Einmal mehr stellte er mit einem losen Mundwerk, garniert mit viel Witz, Sarkasmus und Ironie, seine große Liebe zur Opernmusik unter Beweis. Mit ihm auf der Bühne war Bernhard Ottinger. Beide sind Erzähler, sorgen für das Libretto, sind Orchester, Ballett, Interpreten und übernehmen auch die Statistenrolle. Sie flitzen herum, wechseln in Windeseile Masken, Hüte, Perücken und mehr. Frech, schnell und direkt erzählen sie ihre Geschichten, dabei immer der fränkischen Wirklichkeit angepasst.

Die gereimten Texte aus der Feder von Paul Schallweg sind eine Fundgrube - Rassau hat die Texte "frankonisiert" und bringt sie in lebendiger Weise mit Ottinger auf die Bühne.

Nicht nur klassische Opern kommen zu Gehör, mit den Gebrüdern Sing wird es ein Ritt durch alle möglichen Musikrichtungen bis hin zu fetzigen Schlagern. Die Gebrüder sind Philipp Lehmann, Philipp Willson, Markus Lohmüller, Martin Nachtrab und Marco Wein, die mit ihrer Stimme im A-Capella-Gesang überzeugen.

Bei den Festspielen wurde auch ein drei Gänge Gourmet-Menü geboten, das Chefkoch Tobias Bätz den Besuchern auch erläuterte vorstellte. Der Abend wurde von Pianist Andreas Rüsing am Flügel begleitet.
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