Kulmbach
Treffen

Ehemalige des Kulmbacher MGF-Gymnasiums feierten Wiedersehen

Das MGF-Gymnasium hatte zum Kulmbacher Altstadtfest Ehemalige eingeladen - und die hatten viel zu erzählen.
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Alte Bekannte wiederzusehen ist Anlass zur Freude. Im Bild (von links): Peter Fraas, Landrat Klaus Peter Söllner, Herbert Heinritz und Schulleiter Horst PfadenhauerFoto: Uschi Prawitz
Alte Bekannte wiederzusehen ist Anlass zur Freude. Im Bild (von links): Peter Fraas, Landrat Klaus Peter Söllner, Herbert Heinritz und Schulleiter Horst PfadenhauerFoto: Uschi Prawitz
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"Einmal MGFler, immer MGFler" - unter diesem Motto hat das Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium ein großes Netzwerk ehemaliger Schüler aufgebaut. Seit über zehn Jahren werden alle Jahrgänge, die ein rundes oder halbrundes Jubiläum feiern können, am Altstadtfestwochenende zu einem Treffen eingeladen, und die Ehemaligen kamen auch in diesem Jahr in Scharen.


"Wir sind stolz auf den guten Zusammenhalt"


"Wir sind stolz auf den guten Zusammenhalt", sagte Schulleiter Horst Pfadenhauer. Aus diesem Grund sei man auch dabei, ein Alumni-Netzwerk aufzubauen. Er begrüßte die MGF-Absolventen in der nagelneuen Pausenhalle, noch am Tag zuvor waren im Hof letzte Pflasterarbeiten durchgeführt worden: "Wir sind die Ersten, die diesen Raum nutzen dürfen, und ich bin beeindruckt, wie viele Generationen hier vereint sind."

Aus dem ältesten Abiturjahrgang 1952 waren neun Vertreter gekommen, um sich mit ihren ehemaligen Mitschülern auszutauschen. Karl Hofmann lernte seine Frau Veronika während seiner Tätigkeit für das Bayernwerk kennen und erinnerte sich gerne an seine Schulzeit: "In den Pausen haben wir viel Fußball und Handball gespielt". Und die Lehrer hätten die Jungs nicht gezüchtigt, denn "wir waren brav", erzählte Karl Hofmann mit einem Augenzwinkern. 21 Schüler seien sie in der Klasse gewesen. Sein Klassenkamerad Sigwart Ruckdeschel ergänzte, sie seien eine sehr illustre Klasse gewesen, hätten sie doch beispielsweise einen Oberst der Nato, drei Universitätsprofessoren und sogar einen Dekan hervorgebracht. "Als mein Großvater hier an die Schule ging, konnte er sein Abitur noch nicht am MGF machen", erinnerte sich Sigwart Ruckdeschel, dafür musste man damals noch nach Bayreuth fahren.


1967 - ein besonders reger Jahrgang


Ein besonders reger Jahrgang scheinen die 1967er gewesen zu sein. "Wir waren so ziemlich der letzte Jahrgang im Klassenverband, erst danach kam die Kollegstufe", sagte Roland Götschel aus Neuenmarkt. Zusammen mit seinem Klassenkameraden Wieland Hollweg schwelgte er in Erinnerungen: "Eigentlich dürften wir unseren Enkeln gar nicht erzählen, was wir alles gemacht haben." Etwa dass sie in der 12. Klasse mittwochs zum Stammtisch in der "Zunftstube" einkehrten. Oder dass sie eines Abends Lust zum Baden verspürten und mit drei VW und einer Ente voll beladen zum Goldbergsee fuhren.

"Dort haben wir uns mit ein paar Amis angelegt, die mit ihren Freundinnen allein sein wollten, die zogen dann ab." Doch in der Früh sei das böse Erwachen gekommen, denn da seien fast alle Reifen platt gewesen. "Da haben wir alle intakten Reifen auf einen VW montiert, die anderen eingepackt und sind zur nächsten Tankstelle gefahren." Pünktlich zum ersten Gong sei man in der Schule gewesen.


Wahl zwischen Verweis und Watsch'n


"Früher hat man als Schüler noch die Wahl zwischen einem Verweis und einer Watsch'n gehabt", so Roland Götschel. Aus ihm ist dann selbst ein Lehrer geworden. Wenn er den Unterricht damals und heute vergleicht, dann finde er, "dass früher alles nicht so bierernst genommen wurde". Und: "Ich wollte einfach nur mein Zeugnis kriegen."

Wieland Hollweg denkt noch gerne an die Abiturfete zurück, die vier bis fünf Tage nonstop auf dem Einödbauernhof eines Kalssenkameraden gefeiert worden sei. "Wir haben in Zelt, Auto oder einfach auf einer Matratze geschlafen, und die Mutter des Klassenkameraden sorgte dafür, dass wir uns nicht nur flüssig ernährten." Hollweg studierte nach seinem Abitur Betriebswirtschaftslehre und arbeitete später bei Ferrero in Frankfurt im Marketing. "Dort habe ich in den 70er Jahren Überraschungen für Überraschungseier entwickelt", seine Lieblingsserie sei die Raumfahrt gewesen.


Radiomoderator feierte Doppeljubiläum


Ein kleines Doppeljubiläum feierte ein prominenter Schulabgänger des MGF, nämlich der bekannte Radiomoderator Peter Fraas aus Thurnau. Vor 40 Jahren absolvierte er sein Abitur und begann Volkswirtschaft zu studieren. Kurz nach seinem Abitur hat er den Sprecherwettbewerb des Bayerischen Rundfunks gewonnen und ist seitdem dabei. "Ich weiß noch, Thomas Gottschalk moderierte damals ,Pop nach 8' und ich habe die Verkehrsnachrichten gelesen."

Schön, wenn ehemalige Schüler ihre Wurzeln nicht vergessen und immer wieder nach Kulmbach zurückkehren, auch wenn sie längst nicht mehr hier wohnen. Darüber freute sich auch Landrat Klaus Peter Söllner, der selbst vor 41 Jahren sein Abitur am MGF ablegte: "Wir haben wunderbare Zeiten erlebt."
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