Genau 28 Meter ragt der neue Digitalfunkmast auf einer Wiese bei Steinbach in die Höhe. "Meines Wissens ist das der erste Funkmast im gesamten Landkreis. Ich könnte auch nicht sagen, ob in den Nachbarlandkreises ein solcher Funkmast bereits steht", sagt Kreisbrandinspektor Franz Gareis und ist auch ein bisschen stolz, dass ausgerechnet in seinem Gebiet der Fortschritt bereits Einzug gehalten hat. Dass der Funkmast so schnell aufgestellt werden konnte, liegt daran, dass es keinen Widerstand gab. Er steht auf einer privaten Wiese.
Dennoch ist laut Gareis unklar, wann das Funknetz der Feuerwehren endgültig umgestellt wird. "Fest steht nur, dass der Probebetrieb in München erst einmal ausgesetzt worden ist. Es muss noch Verbesserungen geben. Das wird sicherlich die Einführung verzögern." Der Kreisbrandinspektor persönlich rechnet mit einer Einführung frühestens 2018.
"Ursprünglich soll das digitale Funknetz ja peu à peu eingeführt werden, erst in Oberbayern, als letztes in Oberfranken. Wir hatten einen Termin 2013/14", sagt der Rugendorfer Bürgermeister Martin Weiß. Doch so sicher, ob das digitale Funknetz wirklich der Weisheit letzter Schluss ist, ist sich Weiß nicht mehr. Er hat ein Schreiben von einer Umwelt- und Verbraucherorganisation zum Schutz vor elektromagnetischer Strahlung "Diagnose Funk" bekommen - wie auch die anderen Bürgermeister im Landkreis. Die Quintessenz: Das Schreiben warnt vor hohen Ausfallrisiken, im Notfall gefährlich verringerter Flexibilität, grundsätzlichen Datenschutzproblemen, Problemen bei der Verschlüsselung, 20-fach höherem Stromverbrauch als der bisherige Analogfunk und mangelhafter Notstromfähigkeit sowie ungesicherter Alarmierung. Auch in Sachen Finanzierung, Haftung, Transparenz und Gesundheitsbelastung weise das Tetra-Netz, wie es offiziell heißt, Probleme auf, so die Initiative.
Deren Schreiben sorgt für Aufruhr.Mehr dazu lesen Sie in der Mittwochausgabe der Bayerischen Rundschau.