Seit 30 Jahren ist Kuni Groß jetzt bei der BRK-Bereitschaft. "Früher war alles einfacher", sagt die 75-Jährige, wenn sie auf ihre Zeit beim Roten Kreuz zurückblickt. Aber auch arbeitsreicher: "Da haben wir die Dreieckstücher gewaschen und gebügelt. Heute werden die weggeschmissen."
Als sie 1982 beim BRK anfing, gab es noch kein eigenes Bereitschaftsheim, fanden Übungen und Treffen im Sportheim statt. "Die Tragen waren einfache Dinger, wir hatten kein Sanka." Aber dafür eine sehr gute Kameradschaft.
Besonders in Erinnerung geblieben ist Kuni Groß der Einsatz nach der Grenzöffnung in Hof. "Wir mussten die Flüchtlinge verpflegen und betreuen." Sie spricht ganz bewusst von Flüchtlingen: "Damals wusste man ja noch nicht, dass die Grenze offen bleibt."
Noch heute organisiert die 75-Jährige das Kasendorfer Blutspenden, kümmert sie sich um die Altkleider.

Die gute Seele


"Sie ist unsere gute Seele", sagt denn auch Bereitschaftsleiterin Melanie Weggel, die seit 2008 an der Spitze der Vereinigung steht, über die rührige Dame. Melanie Weggel führt mit ihrem Amt eine Familientradition fort. Sie ist die Tochter des früheren Bereitschaftsleiters Hans Jürgen Friedrich und lobt die Kasen-dorfer BRK-Mitglieder als lustige Truppe. Kein Wunder, denn von den 25 Aktiven sind nur sechs Personen über 30 Jahre alt, der Rest jünger. Und es sind überwiegend Mädchen, die beim BRK mitmachen. Das liegt daran, dass schon im Jugendrotkreuz mehr Mädchen als Jungs sind - und die dann ins "große" BRK wechseln.

Auch bei Großveranstaltungen


Rund 30 Dienste bei Veranstaltungen und Festen stehen beim BRK an - überwiegend im Sommer: bei der Peestener Lindenkirchweih, dem Kellerfest, an Gregori. Aber auch bei Großveranstaltungen wie dem Club-Spiel in Kasendorf sind sie im Einsatz. Meist sind nur kleine Verletzungen zu behandeln oder Insektenstiche.
Oder man muss sich um Betrunkene kümmern. Da fügt Kuni Groß hinzu: "Das Komasaufen hat es früher so nicht gegeben."
Es gab aber auch schon schwere Fälle mit Todesfolge, erinnert sich Sanitäter Gerd Felbinger. Kritische Einsätze - vor allem für den Helfer vor Ort - kämen drei bis vier Mal im Jahr vor. Für Notfälle ist das BRK Kasendorf bestens ausgerüstet: Der Bereitschaft steht ein Krankentransportwagen zur Verfügung: mit Sauerstoffflaschen, Defibrillator, fahrbarer Trage. "Früher gab es den Beatmungsbeutel und Mund-zu-Mund-Beatmung." Vieles sei bei Einsätzen einfacher geworden, weil die Technik besser ist.

Das Doppeljubiläum