Kulmbach
Schmuckstücke

Die Spielzeug-Zeitreise

Welche kostbaren Geschenke es für die Kinder früher gab, das zeigt eine beeindruckende Ausstellung im historischen Badhaus.
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Traumhaft: Auch diese Puppenstube kann im Badhaus bestaunt werden. Fotos: Sonja Adam
Traumhaft: Auch diese Puppenstube kann im Badhaus bestaunt werden. Fotos: Sonja Adam
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Früher gab es für die Kinder weniger Geschenke, doch die Dinge, die die Kinder zu Weihnachten bekamen, waren oft Besonderheiten. Bis 17. Januar sind viele solcher Kinder-Schätze im historischen Badhaus zu bewundern. "Spielsachen aus längst vergangenen Zeiten" lautet der Titel einer beeindruckenden Ausstellung.
I
m Foyer des oberen Stockwerkes prangt ein kleines Weihnachtsbäumchen - mit historischen Kugeln, mit echten Kerzen und mit Lametta. Weil es das gute alte Alu-Lametta, das nach der Weihnachtszeit immer aufgebügelt und wieder aufbewahrt wurde, nicht mehr gibt, haben sich die Aussteller mit modernem Lametta beholfen.
Doch alles andere ist stilecht: Vor dem Bäumchen steht ein schon ziemlich verschlissener "Hetschegaul" - ein Spielzeugpferd aus Holz. Einst hatte es wohl mal einen Fellüberzug, doch der ist im Laufe der Jahre abhanden gekommen. Der Schönheit des Pferdchens tut dies keinen Abbruch.

Für das Mädchen des Hauses gab es eine Puppe - in echtem Pelzmantel. "Ob mit solch einer Puppe wirklich gespielt worden ist, weiß man nicht. Das war wohl eher ein Statussymbol", mutmaßen die älteren Besucher, die in der Ausstellung Kindheitsträume aufleben lassen.


Klare Rollenverteilung

Die meisten historischen Spielsachen, die zu sehen sind, stammen von einer Leihgeber-Familie, die nicht genannt werden möchte. Es sind Spielsachen aus der Zeit zwischen 1860 und 1960. Die Rollen waren damals klar verteilt. Die Mädchen sollten schon als kleine Kinder auf ihre Rolle als Hausfrau und Mutter vorbereitet werden, die Jungs bekamen Blechspielsachen und durften die Welt ihrer Väter erleben.

Während die Stadträte Michael Pfitzner und Hellmuth Breitenfelder sich bei der Ausstellungseröffnung nicht von der Eisenbahn lösen konnten, freute sich OB Henry Schramm über die Leihgaben. "Die Sammlerfamilie erweckt mit diesen Spielzeug-Raritäten wieder das Kind in uns", sagte Schramm, der sich dafür ausdrücklich bedankte.


Mit Knöpfen aus Holz

Barbara und Roderich Lehr aus Pegnitz haben einen Teil der Spielzeugsammlung zur Verfügung gestellt: Handpuppen, die schon seit Jahrhunderten im Familienbesitz sind und die einst der Großvater selbst gebaut hatte - mit Köpfen aus Holz. Für die Kinder wurden lustige Stücke gespielt, aber es gab auch ironische oder nachdenkliche Stücke für Erwachsene, berichteten Barbara und Roderich Lehr.

Bei der Ausstellung, die jeweils freitags bis sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet ist, ist auch eine Krippe aus der Sammlung von Pfarrer Georg Ochsenkühn zu sehen. Den Christbaumschmuck hat Gudrun Schaller beigesteuert. Konzipiert haben die Sammlung die Freundinnen des Badhauses. Heiner Beyer spielte bei der Vernissage.

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