Himmelkron
Landwirtschaft

Die Schweinepreise sind im Keller

Der Vorsitzende der Ferkelerzeuger Oberfranken klagt über die Entwicklung der Märkte: Gerade einmal 1,28 Euro erhält der Schweinemäster für ein Kilogramm Schlachtgewicht.
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Symbolbild Foto: Josef Hofbauer
Symbolbild Foto: Josef Hofbauer
Man darf sich von den stabilen wirtschaftlichen Verhältnissen nicht täuschen lassen: In Schweinemast wird nach den Worten des Vorsitzenden der Ferkelerzeuger Oberfrankens, Jan Schrijer, nicht immer eine zufriedenstellende Rentabilität erreicht. Klar ist auch, dass die Rahmenbedingungen die Schweinemäster zunehmend vor größere Probleme stellen.

Thema Tierwohl

Die betriebswirtschaftliche Situation und der Ausblick in die Zukunft bildeten wie jedes Jahr ein zentrales Thema. Neue Herausforderungen wie die Tierwohlinitiative und das Antibiotika-Monotoring gilt es auch bei den Schweinemästern zu meistern. Dabei gaben Praktiker und Fachberater Tipps und Tricks für eine optimierte Schweinemast.

Der neue Vorsitzende der Ferkelerzeuger Oberfranken, Jan Schrijer, der erst seit drei Monaten im Amt ist, ging auch auf die Tierwohlinitiative ein und sagte: "Nicht alles, war Tierwohl genannt wird, ist auch Tierwohl." Er meinte, "es ist langsam an der Zeit, die Tiere auch vor den Politikern zu schützen".

Einbruch nach stabilen Jahren

Jan Schrijer berichtete über die aktuelle Lage auf dem Schweinesektor. So sind nach einigen stabilen Jahren die Preise für Mastschweine regelrecht eingebrochen. Gerade noch einmal 1,28 Euro erhält der Schweinemäster für ein Kilogramm Schlachtgewicht.

BBV-Bezirkspräsident Hermann Greif unterstrich diese Aussage: "Dass die Preise gegenwärtig nicht so toll und für den Schweinehalter nicht ganz erquicklich sind, das wissen wir auch. Letztendlich wird der Preis aber am Markt gemacht."

Natürlich sei das Tierwohl bei den Landwirten derzeit ein Riesenthema, so Greif, dabei gehe es aber nicht nur darum, dass ein neues Arzneimittelgesetz besteht und die Antibiotikaaufzeichnungen lückenlos vorhanden sind, sondern: "Wenn ein Tier krank ist, dann muss ich es behandeln. Hier stellt sich schon die Frage, ist das denn noch alles Tierwohl, was wir hier machen?" Bei der Grünen Woche in Berlin wollen die Landwirte der alljährlichen Demo "Wir haben satt" dagegen halten und zwar mit der eigenen Demo "Wir machen satt!"

152 Betriebe organisiert

152 Mastbetriebe sind im Fleischerzeugerring Oberfranken organisiert mit insgesamt etwa 90 000 Mastschweineplätzen, erläuterte Thomas Schwarzmann, der zuständige Fachberater am Fachzentrum für Schweinehaltung in Coburg.

Im Durchschnitt hält der oberfränkische Betrieb 586 Mastschweine, was man durchaus noch als bäuerliche Schweinehaltung bezeichnen kann. Der Fachberater weiter: "Diese relativ kleine Betriebsgröße mit Familienarbeitskräften ist bei derzeitigen engen wirtschaftlichen Lage ein Plus gegenüber Großbetrieben mit fest angestellten Arbeitern.
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