Kulmbach
Treffen

Die Oldtimer-Ausfahrt in Kulmbach soll nicht sterben

Wie verläuft künftig das Kulmbacher Oldtimer-Treffen? Der Veranstalter hat eine Entscheidung getroffen, die nun aber wieder überdacht werden soll.
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Die Mittagsrast auf der Plassenburg war bei der Ausfahrt im Rahmen des 20. Kulmbacher Oldtimer-Treffens der Höhepunkt für die Teilnehmer. Foto: Peter Müller
Die Mittagsrast auf der Plassenburg war bei der Ausfahrt im Rahmen des 20. Kulmbacher Oldtimer-Treffens der Höhepunkt für die Teilnehmer. Foto: Peter Müller
Es war nur eine kurze Information am Rande der Siegerehrung beim jüngsten Treffen des Oldtimer Stammtisches Kulmbach, doch die Worte von Walter Schaller hatten eine ungeahnte Wirkung. Schaller konnte sich in der vergangenen Woche vor E-Mails und Telefonaten kaum retten.

Was war passiert? Der OSK-Chef hatte im Mönchshof-Biergarten angekündigt, dass wegen des kaum mehr zu bewältigenden Organisationsaufwands für die Ausfahrt am Samstag das Treffen künftig auf den Ausstellungssonntag beschränkt werden soll. Neben einigen anderen Gründen nannte Schaller auch Einschränkungen beim Sponsoring, die den OSK zu diesem Schritt bewogen hätten.


Manchen kamen die Tränen

Diese Mitteilung löste bei den Teilnehmern nicht nur Bestürzung aus; manche waren so berührt, dass sie Tränen in den Augen hatten. Schaller und die Mitglieder des Stammtisches hatten diese heftigen Reaktionen nicht erwartet. Auch stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann, der bei der Siegerehrung offizieller Vertreter der Kommunalpolitiker war, zeigte sich betroffen und bat im anschließenden persönlichen Gespräch inständig, diese Entscheidung nochmals zu überdenken - eventuell in Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Landkreis Kulmbach.

Walter Schaller, bei dem täglich E-Mails von Oldtimer-Fahrern eingehen, die sich mit dem Wegfall der Ausfahrt nicht abfinden wollen, hat reagiert: In Schreiben an Oberbürgermeister Henry Schramm, Landrat Klaus Peter Söllner und den Vorstandssprecher der Kulmbacher Brauerei, Markus Stodden, stellt er fest: "Unsere Teilnehmer fühlen sich nach eigenen Aussagen eigentlich als Teil einer großen Familie, die sich einmal im Jahr in Kulmbach trifft. Neue Teilnehmer werden aufgenommen und sind bereits nach dem ersten Mal in der Familie integriert. Dass diese Bindung zu uns und Kulmbach so stark ist, haben wir nicht gedacht, dies wurde uns erst jetzt bewusst. Nach diesen Erkenntnissen überlegen wir die Rücknahme unserer Entscheidung, allerdings können und wollen wir künftig kein so perfektes Samstagsangebot mehr anbieten, sondern eine zwar interessante Lösung, aber mit deutlich weniger Aufwand. An dieser Lösung werden wir hoffentlich erfolgreich arbeiten."


Stadt zu Gesprächen bereit

Schützenhilfe im Rahmen der Möglichkeiten signalisiert Oberbürgermeister Henry Schramm. "Man muss schon sehen, was der Oldtimer Stammtisch für die Region geleistet hat. Wenn die Oldtimer-Freunde aus ganz Deutschland kommen, in Kulmbach übernachten und hier Geld ausgeben, dann sind sie als Wirtschaftsfaktor nicht zu unterschätzen. Und wenn sie dann sagen, in Kulmbach war es schön, dann sind sie auch Botschafter unserer Heimat", so der OB, demzufolge die Stadt gerne zu Gesprächen bereit ist. Man werde sicher eine Lösung finden, um die deutschlandweit bekannte Veranstaltung weiterhin zu ermöglichen.

Das wäre auch im Sinne der Kulmbacher Brauerei. "Gerne unterstützen wir den OSK auch im nächsten Jahr", betont die Leiterin der Unternehmenskommunikation, Helga Metzel. "Dabei setzen wir darauf, dass sich genügend Kräfte um Walter Schaller bereiterklären, ihm bei den Vorbereitungen zur Seite zu stehen, um das Oldtimer-Treffen in der gewohnten Weise durchführen zu können."

Landrat Söllner war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.



Oldtimer-Treffen: Bilanz für 2016

Ausfahrt Fast 300 Oldtimerfans aus ganz Deutschland, aus Österreich und der Schweiz sind mit rund 120 Fahrzeugen der Einladung des Oldtimer Stammtisches Kulmbach zur Ausfahrt am Samstag, 18. Juni, gefolgt. Mehr als die Hälfte dieser Teilnehmer hatten eine über 250 Kilometer lange Anreise und waren zum Teil bis zu vier Tage in Kulmbach.

Raritäten Die ältesten, interessantesten und wertvollsten Fahrzeuge waren ein Willys Overland von 1910 und zwei Horch-Cabriolets aus Zwickau und Garmisch Partenkirchen. Der OSK hatte für die Ausfahrt doppelt so viele Interessenten, aber für diesen Teil des Treffens galt bisher immer: Qualität statt Quantität.

Höhepunkt Die Mittagsrast auf der Plassenburg war für die Gäste der Höhepunkt. Alle Teilnehmer erhielten einen Gutschein für eine Burgführung und konnten so dem Kulmbacher Wahrzeichen "nähertreten".

Ausstellungstag Nachdem das Wetter dem OSK am Sonntag keinen Strich durch die Rechnung machte, konnten die Mitglieder weit über 800 Fahrzeuge auf dem Mönchshof einweisen und über 4000 Besucher willkommen heißen.
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