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Mainleus
Kultur

Die Männerstimmen sind oft rar

Beim Tag des Lieds in Mainleus wurde den Sängern und ihren Gästen ein bunter musikalischer Blumenstrauß gereicht.
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"Grüß Gott, hallo zusammen", mit diesem Text von Chorleiter Wolfgang Gebert zu einem Rock'n'Roll hieß der GV Spinnerei die Gäste und seine Sangeskollegen willkommen. Foto: Klaus Klaschka
"Grüß Gott, hallo zusammen", mit diesem Text von Chorleiter Wolfgang Gebert zu einem Rock'n'Roll hieß der GV Spinnerei die Gäste und seine Sangeskollegen willkommen. Foto: Klaus Klaschka
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Die Sängergruppe Mainleus veranstaltet jedes Jahr einen Tag des Liedes. Am Sonntag war dieses Jahr in der Sommerhalle Mainleus der Gesangverein Spinnerei Mainleus der Ausrichter des Gruppensingens der acht Chöre mit insgesamt 170 Sängerinnen und Sängern.

Entschuldigt war allerdings der Liederhort Willmersreuth. Der war das ganze Wochenende über schon mit seiner "Krumba" zu Hause voll eingespannt. Trotzdem wurde das Chortreffen ein angenehmes Konzert - ohne anstrengende Überlänge und ohne weitschweifige Reden. "Hot scho basst. Schö hams gsunga" würde der bekanntermaßen zurückhaltende Franke sagen.

Ganz im Hintergrund wurde es sogar politisch. "Es gibt Menschen, denen es nicht gefällt, wenn wir Musik machen", spielte Gruppenchorleiterin Ulrike Brandl auf jüngste Ereignisse - zuletzt in Manchester - an, und konterte: "Musik ist wertvoll für ein gemeinschaftliches Leben und Erleben. Man hört einander zu!"
Und Gruppenvorsitzende Elfriede Stenglein ergänzte deshalb mit einer Werbung, die Vielfalt der Chöre zu erleben und sich doch Chören anzuschließen. Wie alle hat auch die Mainleuser Sängergruppe Probleme mit Nachwuchs. Die kritische Linie sei aber noch nicht erreicht.


Willkommensgruß

"Grüß Gott, hallo zusammen", mit diesem Text von Chorleiter Wolfgang Gebert zu einem Rock'n'Roll hieß der GV Spinnerei die Gäste und seine Sangeskollegen willkommen und brachte sie dann passend zum Wetter mit dem "Sonnenscheinwalzer" in Stimmung für den Ohrwurm "Atemlos" von Helene Fischer, den Gebert am Klavier begleitete. Ganz auf Text verzichtete zunächst der Gesangverein Rothwind/Fassoldshof.

Sein Leiter Alexander Thern "erzieht" seine Chöre zu allererst auf Klang, später dann zu genauer und verständlicher Sprache dazu. Eine "Intrada a capella", zum Schluss das lateinische "Alta trinida beata" aus dem 15. Jahrhundert entsprechen zwar nicht der landläufigen Gesangvereinsliteratur, ebenso ein Arrangement aus dem ersten Hauptthema von Dvoraks 9. Sinfonie. Sie zeigen aber, dass sogenannte klassische Musik auch etwas für kleine Chöre ist. Rothwind/Fassoldshof trat hierfür den Beweis an.

Frisch, frei und rhythmisch sang der Gesangverein Danndorf ein Frühlingslied, eine irische Weise, und bewies, dass "Der Lindenbaum" (Am Brunnen vor dem Tore) nicht unbedingt eine dröge, abgedroschene alte Kamelle sein muss. Anja Richter bringt ihre Sängerinnen entsprechend auf Trab, obwohl der Chor schon langsam an zahlenmäßigem Männerdefizit leidet.


Nicht einmal mit Freibier

Wie kann man Männerstimmen gewinnen? Anja Richter weiß es auch nicht. "Mit Freibier funktioniert es zumindest nicht", sagt sie.

Auf Volkslieder hatte sich der Gesangverein Veitlahm spezialisiert. Das italienische "Tiritomba" und "Wie ein Vogel" hatte Ulrike Brandl einstudiert mit dem Fazit "Singen macht Spaß" als Kanon. Ein Anliegen, das sie auch während ihrer Ansagen zu den einzelnen Auftritten verkündete. Ähnlich wie die Danndorfer sang auch der Gesangverein Schwarzach/Schmeilsdorf frisch und rhythmisch.

Dessen Leiter Peter Frick führt den Chor klar und deutlich wie ein Animateur. Und genauso funktioniert fröhliche Musik ja auch am besten.

Zum Schluss komplimentierte Gruppenchorleiterin Ulrike Brandl dann alle Chöre noch einmal auf die Bühne zu einem gemeinsamen Kanon, den man vorher nicht zusammen einstudiert hatte.


Läuft ...

Einmal andeutungsweise ansingen, einmal zusammen durchsingen und: Der Kanon hat einwandfrei geklappt. Singen fördert nicht nur die Gemeinschaft und macht Spaß, sondern ist auch gar nicht so schwer. klk
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