Danndorf

Die Danndorfer Jugend hält Kerwatradition aufrecht

"Wer hat Kerwa?" - "Mir hamm Kerwa!" Dieser Schrei hallte am Wochenende immer wieder durch Danndorf bei. Die Ortsjugend, die Vereine und die Feuerwehr des Mainleuser Ortsteils hatten in einer Gemeinschaftsaktion des Dorfes eine dreitägige Kerwa auf die Beine gestellt.
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Impressionen von der Danndorfer Kerwa. Foto: Katharina Feulner
Impressionen von der Danndorfer Kerwa. Foto: Katharina Feulner
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Nach dem Ausgraben der Kerwa am Freitag und dem Tanz am Samstag stand gestern und am Sonntag der traditionelle Kerwaumzug auf dem Programm. Dabei zogen die Ortsburschen mit einem geschmückten Bollerwagen, gefüllten Bierkrügen und einer Sammeldose durchs Dorf.


Spendable Autofahrer


Die Sammelbüchse hielten sie jedem Auto- und Motorradfahrer unter die Nase, der durch den Orts wollte. Manch einer zeigte sich spendabel und bekam dafür einen Schluck Bier aus der mitgeführten Gießkanne.

Peter Wagner, der ehemals Oberortsbursche war und bis heute die Ortsjugend betreut, berichtete: "Die Tradition gab es schon in den 1930-er Jahren. Bis Ende der Achtziger ergriffen die Wirtshäuser die Initiative." Doch mit dem Wirtshaussterben, das auch vor Danndorf nicht Halt gemacht habe, sei auch die Kerwa-Tradition beinahe eingeschlafen.



Seit 2000 wieder regelmäßig


"Vor 30 Jahren fanden hier nur noch sporadisch Umzüge statt. Aber seit 2000 gibt es sie wieder jedes Jahr", so Peter Wagner. "Das liegt daran, dass wir als Dorfgemeinschaft uns jetzt nicht nur um die Umzüge, sondern um die Ausrichtung der ganzen Kerwa kümmern."

Der "Interessensgemeinschaft Kerwa" könnten übrigens auch Nicht-Danndorfer beitreten. Zum Beispiel Ortsmadla aus der Umgebung; diese wurden, ebenso wie die Danndorfer Mädels, von den Burschen am Ende der Hauptstraße abgeholt.

Nach einem kleinen Tanz ging es gemeinsam mit dem Bollerwagen und den "Ortskindern", die in ein paar Jahren die Ortsjugend sein werden, zurück zum Festplatz. Dort wurde erneut getanzt, bevor der Festbetrieb so richtig losging.


Lustiges Ehrengericht


Vorwiegend ältere Danndorfer Einwohner und Familien mit ihren Kindern genossen die Stimmung im Zelt, das vor dem Feuerwehrhaus aufgebaut war, und auf dem umliegenden Gelände. Peter Wagner verriet, dass es am Abend, bevor die Kerwa wieder eingegraben würde, noch ein Ehrengericht gibt: "Das ist natürlich nur Gaudi. Es gibt für Vergehen verschiedene Strafen wie das Kaufen von Fleisch für den Kerwagrill im nächsten Jahr."

Einer Sache ist er sich diesbezüglich aber schon sicher, da er vorsitzender Richter des Ehrengerichts ist: "Auf eine Pauschalstrafe dürfen sich die Burschen schon freuen: Sie haben nämlich die Fahne vergessen, die sie normalerweise beim Umzug immer mitführen. Ich schätze, da ist das Bierfässchen für den Bollerwagen nächstes Jahr schon gesichert."
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