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Kulmbach
Insolvenz

"Alte Feuerwache" in Kulmbach bleibt zu - Tresor-Diebstahl gibt weiter Rätsel auf

Die "Alte Feuerwache", für die Insolvenzantrag gestellt worden ist, bleibt zu. Von den Tresor-Dieben fehlt nach wie vor jede Spur.
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"Danke" steht am Eingang zur "Alten Feuerwache", deren Zukunft offen ist. Foto: Alexander Hartmann
"Danke" steht am Eingang zur "Alten Feuerwache", deren Zukunft offen ist. Foto: Alexander Hartmann
Mitte Juli war der Bayreuther Rechtsanwalt Ulrich Graf noch optimistisch, dass die "Alte Feuerwache", für die die beiden Inhaber der "Alten Feuerwache GbR" Insolvenzantrag gestellt hatten, weitergeführt werden kann. "Ich bin Berufsoptimist", sagte da Graf, der als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt worden ist. Gut einen Monat später steht nun fest: Das Lokal bleibt vorerst dicht.

"In der bisherigen Form kann die ,Feuerwache' nicht weiter betrieben werden. Wir haben den Geschäftsbetrieb eingestellt", erklärt Graf, der die Gastwirtschaft während der Kulmbacher Bierwoche noch einmal geöffnet hatte. Da waren viele der 25 Mitarbeiter, die das Lokal zuletzt hatte, mit im Boot.


Zwei Gehälter offen

Einige wenige wollten offenbar mitziehen, konnten zu den ihnen angebotenen Dienstzeiten aber nicht arbeiten. Eine Tatsache, die sie nun in eine finanzielle Bredouille gebracht hat. Während ein Teil der Bierfest-Mannschaft das Insolvenzgeld vorfinanziert bekommen hat, warten diese weiter auf ihr Geld für die Monate Juni und Juli. "Das bringt so manchen in wirtschaftliche Schwierigkeiten", sagt ein Team-Mitglied, das selbst bei der Agentur für Arbeit einen Antrag auf Vorschuss des Insolvenzgeldes gestellt hat, um schneller ans Geld zu kommen.

Wohl Ende August oder Anfang September können die Betroffenen mit ihrem Lohn rechnen. Dann, wenn das Bayreuther Amtsgericht entschieden hat, ob das Insolvenzverfahren eröffnet oder mangels Masse abgelehnt worden ist, wie Rechtsanwalt Ulrich Graf mitteilt.


Es laufen Verhandlungen

Wie es mit der "Alten Feuerwache" weiter geht? Man sei nach wie vor gemeinsam mit der Kulmbacher Brauerei, die Mieter des Objektes ist, auf der Suche nach einem neuen Pächter oder Investor, so der vorläufige Insolvenzverwalter, nach dessen Worten es schon einige Interessenten gegeben hat.


Die Baustelle als Nachbar

Einen neuen Betreiber für die Gastronomie in der Grabenstraße 4 zu finden - das Gebäude befindet sich im Besitz der Vermögensverwaltung (VVG) Singer/Spindler GbR in Bayreuth - gestaltet sich wohl nicht ganz einfach - zumal die Gaststätte direkt am Zaun der Zentralparkplatz-Baustelle liegt, für die in dieser Woche der Startschuss erfolgt ist. Wie die Großbaustelle den Wirtschaftsbetrieb beeinflussen würde, könne man niemand seriös vorhersagen, so Graf.

"Für uns steht eine mittel- und langfristig gute Lösung im Vordergrund. Die Baustelle existiert und ist notwendig. Wenn sie abgeschlossen ist, wird der Außenbereich der ,Alten Feuerwache' dadurch deutlich aufgewertet", sagt die Kulmbacher Brauerei, die erklärt, dass sie mit mehreren Pachtinteressenten Gespräche führt. "Wir sind dabei natürlich an einer soliden, langfristigen Lösung an diesem prominenten Standort interessiert, die für Kulmbach auch konzeptionell Sinn macht und den Standort aufwertet", so eine Brauerei-Sprecherin.


Wer hat Tresor geklaut?

Der mysteriöse Diebstahl des "Feuerwachen"-Tresors in der Nacht vom 3. auf den 4. Juli, der die finanzielle Misere der Gastwirte wohl weiter verschärft hatte, ist übrigens noch nicht geklärt. In dem Tresor befanden sich die gesamten Einnahmen des Altstadtfestes in fünfstelliger Höhe. Was viele stutzig gemacht hat: Die Diebe waren in die Gaststätte gelangt, ohne Einbruchspuren zu hinterlassen. Wie sie in das Lokal eingedrungen sind, bleibt nach wie vor ein Rätsel. Der Tresor war schon am Tag darauf von einem Landwirt auf einer Wiese bei Bad Berneck entdeckt worden. Das Geld war weg. Ob der Tresor aufgebrochen oder geknackt worden ist, verrät die Polizei auch heute noch nicht. "Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen. Wir können noch keinen Täter präsentieren", teilt ein Sprecher der Ermittlungsgruppe mit.

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