Hutschdorf

Der SV Hutschdorf setzt aufs Ganze

Der SV Hutschdorf, der sein Sportheim verloren hat, macht Nägel mit Köpfen: Für rund 330.000 Euro wird ein Neubau errichtet. Es sei ein finanzielles Risiko, das man eingehen müsse, um den Verein am Leben zu erhalten, sagt Vorsitzender Stefan Wunderlich.
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Der SV Hutschdorf baut auf die Jugend und setzt ein Zeichen für die Zukunft. Auf dem Areal zwischen der Kreisstraße und den Sportplätzen wird ein Sportheim gebaut. Auf dem Baugrund steht derzeit das Festzelt für die Sportplatzkerwa. Foto: Alexander Hartmann
Der SV Hutschdorf baut auf die Jugend und setzt ein Zeichen für die Zukunft. Auf dem Areal zwischen der Kreisstraße und den Sportplätzen wird ein Sportheim gebaut. Auf dem Baugrund steht derzeit das Festzelt für die Sportplatzkerwa. Foto: Alexander Hartmann
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"Sein" Sportheim hat der SV Hutschdorf schon vor zwei Jahren verloren. Als Vereinsstätte war bis dahin das frühere Gasthaus Schütz genutzt worden. Die dortigen Umkleide- und Duschräume können die Sportler auch nur noch bis Ende 2017 nutzen - der Besitzer hat Eigenbedarf angemeldet.

Der SV, dessen erste Mannschaft in der A-Klasse spielt, wäre danach ein heimatloser Verein. "Der Verein ist zum Sterben verurteilt, wenn sich keine Lösung abzeichnet", hatte 2013 der damalige Vorsitzende Helmut Zeitler erklärt und ein düsteres Bild gezeichnet. Doch die Lösung wurde gefunden: Die 1949 gegründete Sportlervereinigung baut für die Zukunft, wie es der neue Vorsitzende Stefan Wunderlich formuliert.

Startschuss 2016

Anfang 2016 soll der Startschuss für ein Großprojekt erfolgen - in einer Zeit, in der viele Vereine mangels Nachwuchs vor dem Aus stehen. Der SV baut auf dem Gelände zwischen dem Sportgelände und der Kreisstraße KU 5 ein Vereinsheim und nimmt dafür viel Geld in die Hand.

Auf rund 330.000 Euro belaufen sich die Investitionskosten. "Rund die Hälfte wird über Fremdkapital geschultert", sagt Stefan Wunderlich, der von einem finanziellen Risiko spricht, das man aber eingehen müsse, "um den Sportbetrieb langfristig aufrechterhalten zu können".

Mitglieder packen mit an

Auf einer Ebene werden auf 300 Quadratmetern Fläche ein Versammlungs- und Gastraum einschließlich Küche, vier Kabinen und zwei Gruppen-Duschräume, zwei Schiedsrichter-Kabinen sowie ein Technikraum geschaffen. "Wir werden viel Eigenleistung erbringen. Ein Team von 20 bis 30 Helfern wird für Monate wohl permanent im Einsatz sein", sagt der Vorsitzende, der weiß, dass die Mitglieder hinter dem Projekt stehen. Diese hätten mit Blick auf die große Investition der vorgeschlagenen Erhöhung des Beitrages zugestimmt.

Die Planungen seien nicht einfach gewesen, denn das Bau areal befinde sich im Bereich eines Überschwemmungsgebietes. Ein Teil des Grundstücks gehöre der Gemeinde. Dieses werde über Erbpacht erworben, teilt Wunderlich mit, der die Mitglieder heute Abend bei der Hauptversammlung über den aktuellen Stand der Dinge informieren wird.

Finanziert über 20 Jahre

Finanziert wird der Sportheimbau über 20 Jahre. Das Geld für Zins und Tilgung wolle man über Einnahmen aus Veranstaltungen, die Bandenwerbung, den Mitgliedsbeitrag und Spenden generieren, sagt Wunderlich, der darauf verweist, dass das Sportheim auch für anderweitige Veranstaltungen gemietet werden kann: "Der Finanzierungsplan steht. Wir sind zuversichtlich, dass wir das Projekt stemmen können."

Ein Lob vom BLSV

Dass der Neubau für die ganze Dorfgemeinschaft von großer Bedeutung ist, stellt BLSV-Kreisvorsitzender Lothar Seyfferth heraus. Der Landessportverband werde das Vorhaben bezuschussen. "Das Konzept ist durchdacht. Ich bin überzeugt, dass das klappt", sagt Seyfferth, der davon überzeugt ist, dass der SV, der eine gute Nachwuchsarbeit betreibe, Zukunft hat.

Spendenaufruf

Der SV bittet um Spenden, die für den Bau des Sportheimes bestimmt sind. Diese können auf folgendes Konto bei der Raiffeisenbank Thurnauer Land überwiesen werden: DE78770697390000011738.

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