Wachholder
Ernte

Der Apfelexperte aus Wachholder

Hermann Hofmann kennt vor allem die alten Sorten. 70 Obstbäume hat er auf seinem Grundstück stehen.
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Da lohnt sich  die Apfelernte:  70 Bäume stehen auf der Streuobstwiese hinter dem Haus von Hermann Hofmann in Wachholder.  Fotos: Jürgen Gärtner
Da lohnt sich die Apfelernte: 70 Bäume stehen auf der Streuobstwiese hinter dem Haus von Hermann Hofmann in Wachholder. Fotos: Jürgen Gärtner
Für Hermann Hofmann ist seine Streuobstwiese der Ausgleich zum Beruf: Trotz seiner 79 Jahre ist der rüstige Senior-Chef noch immer in der Firma Hofmann Fahrzeugbau anzutreffen, streift sich den Blaumann über und schaut in den großen Hallen nach dem Rechten. Aber nach dem Feierabend sucht er Entspannung in seinem Obstgarten, da ist er wie im Job ein echter Experte.

"Jeden Tag ein Apfel erspart den Arztbesuch", ist der 79-Jährige überzeugt. Denn er kennt die positiven Auswirkungen, die dieses Obst auf die Gesundheit hat. "Äpfel schützen sogar vor Krebs", sagt er und zückt einen Zettel, auf dem die gesamten Wirkungen stehen: So senken Äpfel den Cholesterinspiegel und lösen Harnsäure (Rheuma, Gicht) auf, sie regulieren die Verdauung, stabilisieren die Darmflora, unterstützen die Abwehrkräfte, entgiften und verhindern das Entstehen von Krebszellen.
Natürlich sind alle Äpfel von Hermann Hofmann ungespritzt. Anders, als das in Südtirol der Fall sei. In den Obstbaugebieten dort wird jeder Baum in einer Saison 25 Mal behandelt, sagt er kopfschüttelnd. "Bei uns ist alles ohne ..."

Ein bisschen Frost schadet nicht


70 Obstbäume, neben Äpfeln auch Kirschen, Birnen und Zwetschgen, stehen auf dem großen Hanggrundstück hinter dem Anwesen von Hermann Hofmann. Da gibt es natürlich reichlich zu ernten. Anfang September geht es los - und es zieht sich bis Mitte Oktober. "Je nach dem, wie die Reife ist", erklärt der Experte. Übertriebene Hektik ist dabei nicht sein Fall: "Ein bisschen Frost verträgt ein Apfel."
Was macht der frühere Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Schwarzach mit dem vielen Obst? Saft pressen, verschenken. Und: "30 bis 35 Kisten werden eingewintert." Auf dem Grundstück in Wachholder und in einem Keller in Schmeilsdorf. Nach seinem Lieblingsapfel gefragt, muss er nicht lange überlegen: "Der Beste ist James Grieve."

Enkel Maximilian ist inzwischen auch schon ein echter Apfel-Experte. "Ich bin eh sehr naturinteressiert", erzählt der 16-Jährige, der deshalb "ohne Probleme in die Sache reingewachsen ist". Dem Opa bei der Ernte zu helfen, ist für den Gymnasiasten eine Selbstverständlichkeit.

Dabei hat er festgestellt, dass der frisch gepresste Saft am besten schmeckt, wenn man mitgearbeitet und den ganzen Ablauf vom Pflücken bis zum Mosten mitgemacht hat.

Im Landkreis Kulmbach gibt es drei große Saftpressen, bei denen der Saft gleich in Tüten gefüllt wird und lange haltbar ist, erklärt der Kreisvorsitzende für Gartenbau und Landespflege, Günter Reif. "Bag in box" (Tüte in der Schachtel) heißt das im Fachjargon. Die Anlagen stehen in Kasendorf, Schwarzach und Neudrossenfeld. Wer das Angebot nutzen will, sollte sich vorher anmelden, rät Reif.
"Es gibt aber noch viele kleine Vereine, die eine Presse haben", betont der Experte. Dort muss man den Saft allerdings roh mit nach Hause nehmen und dort einkochen.

Heuer sei ein durchschnittliches Apfeljahr, so Reif weiter. Die Blüte sei gut gewesen, teilweise habe in dieser Zeit aber das Wetter nicht für den Bienenflug gepasst. "Das ist im Landkreis aber ganz unterschiedlich gewesen."
Er verweist darauf, dass heimisches Obst inzwischen wieder gefragter ist, vor allem die alten Sorten. Die seien für Allergiker besser verträglich, weil sie Enzyme enthielten, die bei neuen Sorten fehlten.


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