Kulmbach

500 Schweine in Himmelkron erstickt: Den Landwirt trifft keine Schuld

500 Mastschweine sind im Oktober 2016 in einem Himmelkroner Betrieb verendet. Ein Gutachter hat nun bestätigt: Die Ursache war ein technischer Defekt.
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Technische Verbesserungen gewährleisten, dass von der Lüftungsanlage in dem Himmelkroner Mastbetrieb keine Gefahr mehr für die Schweine ausgeht. Symbolfoto: Archiv/Barbara Herbst
Technische Verbesserungen gewährleisten, dass von der Lüftungsanlage in dem Himmelkroner Mastbetrieb keine Gefahr mehr für die Schweine ausgeht. Symbolfoto: Archiv/Barbara Herbst
Eine Verkettung unglücklicher Umstände hatte zum Tod der Schweine geführt: Die Tiere sind erstickt, weil die Lüftung ausfiel, und zusätzlich die Alarmanlage nicht funktioniert hat, die den Landwirt normalerweise rechtzeitig auf das Problem aufmerksam gemacht hätte, so Amtstierarzt Andreas Koller vom Staatlichen Veterinäramt Kulmbach. Inzwischen seien umfassende Maßnahmen getroffen worden, damit sich ein derartiger Vorfall in dem Betrieb nicht wiederholen kann.


Als der Schweinezüchter und -mäster am 26. Oktober morgens in seinen Stall kam, bot sich ihm ein furchtbarer Anblick: 500 Tiere waren verendet. Einige kleinere Schweine (sie brauchen weniger Sauerstoff) und 500 weitere Tiere, die in einem anderen Teil des Stalles untergebracht waren, hatten überlebt.

Hofarzt und Veterinäramt konnten eine Seuche oder eine anderweitige Erkrankung der Tiere ausschließen. Schnell war die defekte Lüftung in einem Teil des Betriebs als vermutlicher Auslöser des Dramas ermittelt.

Ein Diplom-Ingenieur, zertifizierter Sachverständiger für Brand- und Explosionsursachen, hat gemeinsam mit einem weiteren Experten den Vorfall untersucht und ist zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen: Den Himmelkroner Landwirt trifft keine Schuld am Massensterben seiner Schweine. Er konnte belegen, dass die Lüftungsanlage regelmäßig gewartet und auch die Funktionsfähigkeit der Alarmierung mehrfach getestet wurde. "Er hat sich da also nichts vorzuwerfen", so Andreas Koller.


Künftig doppelt abgesichert

Der Landwirt hat mittlerweile die Meldeanlage aufgerüstet und die installierte Lüftung in Teilen erneuert. Die Meldekette ist nun gesplittet und damit doppelt abgesichert: Eine automatische telefonische Benachrichtigung geht künftig sowohl auf dem Festnetz als auch auf dem Mobiltelefon ein.

Aus Sicht des Gutachters sind die im Betrieb getroffenen Maßnahmen ausreichend, sodass von dem System keine Gefahr mehr für die Schweine ausgeht.

Der Sachverständige hat den Vorfall im Auftrag der Versicherung untersucht, denn dem Landwirt ist beträchtlicher Schaden entstanden. Von 75 000 bis 100 000 Euro ist die Rede. Da es sich um einen unabhängigen Gutachter handelt, akzeptiert auch das Veterinäramt das Ergebnis der Überprüfung. Der Landwirt muss nicht mit weiteren Konsequenzen rechnen und kann mit dem Unglück abschließen.

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