Kulmbach
Glosse

Das Internet hat immer Recht

Die Technik- und Internet-Hörigkeit mancher Menschen amüsiert mich bisweilen, erschüttert mich aber auch manchmal.
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Symbolfoto: Franziska Koark/dpa
Symbolfoto: Franziska Koark/dpa
Wo man früher den gesunden Menschenverstand und seine sieben Sinne einsetzte, wird heute gerne mal das Internet oder eine App bemüht.

Warum auch zum Arzt gehen, wenn man seine Krankheitssymptome doch bequemer und ohne lästige Wartezeiten am heimischen PC googlen kann (das passende Medikament dazu gibt's dann gleich in der Internet-Apotheke). Oder warum einen Blick in die unhandliche Straßenkarte werfen, wo einen das Navi doch viel bedienungsfreundlicher und vor allem ohne Umwege in ein unwegsames Waldgebiet führt (wird schon passen, ist doch Satelliten-gesteuert!).

Und bevor man Verwandte oder Freunde nach einem guten Hoteltipp fragt, klickt man sich lieber durch tausende von Hotelbewertungen in Online-Portalen.
Wenn ich mir da so manch niederschmetterndes Urteil über ein Hotel anschaue, in dem ich schon mal einen wunderschönen Urlaub verbracht habe, frage ich mich schon, ob ich wirklich sooo anspruchslos bin.

Dann: Wetter-Apps. Praktisch jeder hat mindestens eine auf seinem Smartphone. Vielleicht würde es manchmal aber auch einfach ein Blick aus dem Fenster tun. Letztere altüberlieferte Variante habe ich im Urlaub mit Bekannten praktiziert und war für den Tagesausflug immer passend gekleidet. Die anderen hatten am morgen immer ihre zwei (!) Wetter-Apps konsultiert, und - was soll ich sagen - waren zum Wandern und Radfahren grundsätzlich zu warm oder zu kühl angezogen.

Neulich hat mir jemand von der Babyphone-App erzählt. Einfach aufs Smartphone draufladen und Handy schön brav neben das Kinderbett legen. Äh, Sorgen um mögliche, gefährliche Handystrahlungen sind anscheinend auch von gestern.
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