Thurnau
Rettungswache

Das BRK feiert in Thurnau "nur" einen Teilerfolg

Die Thurnauer Rettungswache wird auch künftig nicht rund um die Uhr besetzt sein. Die Einsatzzeit wird in den Abendstunden aber ausgeweitet.
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Die BRK-Rettungswache in Thurnau wird auch künftig nicht rund die Uhr besetzt sein. Die Dienstzeit wurde aber ausgeweitet. Foto: Alexander Hartmann
Die BRK-Rettungswache in Thurnau wird auch künftig nicht rund die Uhr besetzt sein. Die Dienstzeit wurde aber ausgeweitet. Foto: Alexander Hartmann
Christoph Sokol und Kevin Maisel sind Rettungskräfte in der Thurnauer BRK-Wache. Dienstbeginn ist bis dato um 8 Uhr. Nachtschichten gibt es nicht - und das wird auch so bleiben. Denn die Rund-um-die-Uhr-Besetzung, die das BRK angestrebt hatte, wurde nicht genehmigt. In einem Gutachten, das am Institut für Notfallmedizin der Ludwig-Maximilian-Universität in München erstellt worden ist, wurde die Notwendigkeit nicht anerkannt.


14 Stunden mehr

BRK-Kreisgeschäftsführer Jürgen Dippold spricht dennoch von einem Teilerfolg, wurde in der sogenannten Trend- und Strukturanalyse doch eine zeitliche Ausweitung der Dienstzeiten empfohlen. Dippold: "Die Zahl der Stunden wurde um 14 auf 98 erhöht." Dem habe der zuständige Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Bayreuth/Kulmbach auch bereits zugestimmt.


"Wir hätten uns mehr erwartet"

Die Thurnauer Wache, die bis dato täglich von 8 bis 20 Uhr besetzt ist, hat damit künftig folgende Dienstzeiten: Montag bis Donnerstag 7 bis 21 Uhr, Freitag 7 bis 23 Uhr, Samstag 9 bis 23 Uhr und Sonntag 9 bis 21 Uhr "Wir hätten uns mehr erwartet. Dadurch entspannt sich aber zumindest die Lage gerade in den Abendstunden", urteilt der Kreisgeschäftsführer.

Wie Dippold mitteilt, wurden in dem Gutachten die Einsätze eines Jahres unter die Lupe genommen. In fast 93 Prozent der 124 Notfalleinsätze habe man im Thurnauer Land die Hilfsfrist einhalten können. Nach der müssen Rettungskräfte innerhalb von zwölf Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort sein. 80 Prozent sei der geforderte Schwellenwert. "Die 100-Prozent-Quote wird man im Flächenstaat Bayern nie erreichen."


Die Rettung kam nach 26 Minuten

In Thurnau hatte jene Hilfsfrist 2015 für Diskussionen gesorgt, nachdem ein Mann in der Nacht einen Schlaganfall erlitten hatte und der Rettungswagen erst 26 Minuten nach der Alarmierung eingetroffen war. Der kam aus Waischenfeld und nicht aus Thurnau, weil dort die Rettungswache in der Nacht nicht besetzt ist. Selbst das ARD-Magazin "Panorama" hatte sich für den Fall interessiert.


Helfer vor Ort sind wichtig

Da die Rund-um-die-Uhr-Besetzung nicht kommt, kann sich so ein Vorfall auch künftig ereignen. Besondere Bedeutung hat deshalb Jürgen Dippold zufolge gerade zu Nachtzeiten die Arbeit der fünf ehrenamtlichen Helfer vor Ort. Diese seien rund um die Uhr einsatzbereit und würden bis zum Eintreffen des Rettungswagens und des Notarztes Erste Hilfe leisten. Dippold spricht von einem Etappenziel, das erreicht worden sei. Fernziel bleibe die 24-Stunden-Besetzung, die, so hofft er, Thurnau in einem Folgegutachten zugesprochen wird.

Dass die 24 Stunden wünschenswert wären, stellt auch Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) fest. "Das Ziel erreicht man aber wohl nur Schritt für Schritt", sagt Bernreuther.


Gibt einen Schlafraum

Unternehmer Hans Schwender, der für 700 000 Euro das BRK-Gebäude errichtet hat, spricht von einem zeitlichen Gewinn. Er habe die Voraussetzungen für den 24-Stunden-Betriebe geschaffen ("Dort gibt es auch einen Schlafraum"). Die, das betont Schwender, wäre für Thurnau die "Super-Lösung".

Das sehen auch die Rettungskräfte Christoph Sokol und Kevin Maisel so, die vorerst keine Nachtschicht schieben werden.

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