Kulmbach
Aktion

CO 2 -Fasten: Für Ingrid Flieger ist auch Butter gestrichen

Klimaschutzmanagerin Ingrid Flieger verzichtet auf Fleisch und Wurst, fährt Bus statt Auto - sie will so ihren ökologischen Fußabdruck verkleinern.
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Auch Butter ist tabu - jedenfalls für Ingrid Flieger während ihrer 40-tägigen CO2-Fastenzeit. Die persönlichen Bilanzen der teilnehmenden Klimaschutzmanager der Metropolregion Nürnberg zeigen, dass jeder durch bewussteres Konsumverhalten viel zur Treibhausgasreduzierung beitragen kann.  Foto: Fotolia
Auch Butter ist tabu - jedenfalls für Ingrid Flieger während ihrer 40-tägigen CO2-Fastenzeit. Die persönlichen Bilanzen der teilnehmenden Klimaschutzmanager der Metropolregion Nürnberg zeigen, dass jeder durch bewussteres Konsumverhalten viel zur Treibhausgasreduzierung beitragen kann. Foto: Fotolia
In der Schulzeit hat Ingrid Flieger das Buch "Die Grenzen des Wachstums", veröffentlicht vom Club of Rome, beeindruckt und bewegt. Und sie hat als Quintessenz draus gezogen: "Jeder Einzelne kann bei sich und im eigenen Umfeld einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten."

Das tut die Klimaschutzmanagerin des Landkreises Kulmbach seit 1. März in einer sehr aktiven Weise: Sie macht mit bei der CO 2 -Fasten-Staffel ihrer Kollegen aus der Metropolregion Nürnberg. Ihre Erfahrungen veröffentlichen alle Teilnehmer regelmäßig in dem Online-Blog https://co2fasten.wordpress.com/.

Die Hälfte des Selbstversuches liegt hinter Ingrid Flieger. "40 Tage CO 2 -Fasten - das bedeutet für mich, ein absoluter Genussmensch, Verzicht auf Fleisch und Butter, aber auch, mehr Mitfahrgelegenheiten zu nutzen, öfters mit dem Bus zu fahren und immer meine Baum wolltasche griffbereit zu haben."

Die Auswirkungen des Versuchs, einen persönlichen Beitrag zur Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen zu erzielen, machen sich vor allem in der Küche bemerkbar. "Als Familien-Chefeinkäuferin und Köchin bereite ich Sauerbraten oder Steaks zu - und selbst vergnüge ich mich seit dem 1. März mit den Beilagen." Eine harte Zeit, schreibt die Kulmbacherin. Aber auch eine Erfahrung, die sie ein wenig stolz macht.


Persönliche Bilanz erstellt

Wie jeder Klimamanager vor ihr, der bereits bei der Fasten-Staffel online von seinen Anstrengungen berichtet hat, hat auch Ingrid Flieger eine CO 2 -Bilanz erstellt. "Mein persönlicher Wert liegt bei 7,67 Tonnen pro Jahr. Damit bin ich voll zufrieden, das ist sogar niedriger, als ich erwartet habe. Positiv macht sich bei uns bemerkbar, dass wir sehr wenig verreisen." Die letzte Flugreise liegt bei Fliegers fünf Jahre zurück. Bei einem solchen Flug wird besonders viel Kohlendioxid ausgestoßen.

Anders sieht es im Bereich Ernährung aus. "Aufgrund meiner meiner Vorliebe für Fleisch und Wurst liege ich hier höher als der bundesweite Durchschnitt. 2,2 Tonnen CO 2 produziere ich jährlich, der Durchschnitt liegt bei 1,75 Tonnen. Das war ein Grund für mich, auf Wurst und Fleisch zu verzichten. Zusätzlich nahm ich mir noch vor, das tierische Produkt Butter ebenfalls von der Speisekarte zu streichen. Ich dachte mir: So, das könntest du 40 Tage lang schaffen, dafür steht mehr Käse auf dem Speiseplan. Doch halt! Die Emissionen sind nicht nur bei der Fleischproduktion relativ hoch, sondern auch bei der Käseherstellung - hatte ich glatt vergessen."

Durch ihre Teilnahme an der Fastenstaffel sei der Verzicht auf Fleisch und Butter "das viel diskutierte Thema schlechthin in meinem Freundeskreis und bei meinem fünf Stammtischen", schreibt Ingrid Flieger. "Einige meinten zu Beginn, das würde ich nicht durchhalten. Andere wiederum gaben mir neue vegetarische Rezepte an die Hand und sagten: Das schaffst du. Ich hätte nie gedacht, dass die Fasten-Staffel bei meiner Familie und bei meinen Freunden auf so eine große Resonanz stößt."

Nun, auf halber Strecke sozusagen, wird deutlich: Die Beteiligten schneiden als "Klimaschützer von Berufswegen" zwar in ihrer CO 2 -Bilanz meist besser ab als der bundesdeutsche Durchschnitt, der für jeden Bundesbürger einen Ausstoß von zwölf Tonnen pro Jahr ausweist. Trotzdem stellen die Bloggerinnen und Staffelläufer bei ihren Bilanzen fest, dass mit oft einfachen Maßnahmen schnell weitere Verbesserungen zu erzielen sind. So lassen dann Mottos der Erfahrungsberichte wie "Kleinvieh macht auch Mist" oder "Weniger ist der neue Luxus" die wesentliche Erkenntnis bereits erahnen.

Die Beteiligten machten die Erfahrungen: Nachhaltigkeit ist mit Mühen verbunden, kann aber zusätzlich Vorteile bringen: Weniger Konsum spart Zeit, macht Regale übersichtlicher. Der Weg zur Arbeit mit dem Rad macht morgens wach und abends den Kopf frei. Kochen nach dem Motto "Rest(e)los glücklich" ist kreativ. Und nicht alles, was ausgedient hat, muss zum Müll, sondern kann durch Upcycling weiter genutzt werden. Ingrid Fliegers Zwischenfazit: "Durch die Teilnahme wird mir wieder vieles bewusster."
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