Laden...
Schimmendorf
Windpark Hain

Burgkunstadt schiebt Baustellenverkehr ab

Die Nachbarorte Schwarzach, Schmeilsdorf, Danndorf, Schimmendorf und Kirchleus können sich freuen, wenn der Stadtrat am Mittwoch seine Absage an den Investor aufhebt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Burgkunstadt will den Baustellenverkehr mit Betonmischern und Kieslastern für den Windpark Hain-Ost nicht haben. Das hat der Investor vertraglich zugesichert. Dann kommen Tausende von Fahrzeugbewegungen wohl auf die Nachbarorte wie Schwarzach, Schmeilsdorf, Danndorf, Schimmendorf und Kirchleus zu. Foto: Archiv
Burgkunstadt will den Baustellenverkehr mit Betonmischern und Kieslastern für den Windpark Hain-Ost nicht haben. Das hat der Investor vertraglich zugesichert. Dann kommen Tausende von Fahrzeugbewegungen wohl auf die Nachbarorte wie Schwarzach, Schmeilsdorf, Danndorf, Schimmendorf und Kirchleus zu. Foto: Archiv
Die Auseinandersetzung um den Windpark Hain-Ost geht in die nächste Runde. Wie es aussieht, macht Burgkunstadt eine Rolle rückwärts und gestattet dem Investor des Windparks bei Hain und Wildenberg (Landkreis Kronach) nun doch die Anlieferung der Bauteile auf seinen Feld- und Waldwegen bei Gärtenroth. Allerdings - den Baustellenverkehr mit mehreren Tausenden Lkw will man nicht haben. Betonmischer und Kieslaster sollen durch den Nachbarlandkreis Kulmbach fahren.

Am Mittwoch wird darüber erneut im Stadtrat Burgkunstadt abgestimmt. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr.


Einstimmig abgelehnt

Rückblende: Vor zwei Wochen stellt sich das Gremium quer und gibt den städtischen Weg nicht für Transporte zur Baustelle am Spitzberg und am Rainberg frei. Man befürchtet, dass auch der Baustellenverkehr - zirka 2500 Fahrzeugbewegungen - über die Strecke Mainroth- Gärtenroth-Flurholz abgewickelt wird, nachdem es bereits von Weißenbrunn eine Absage gegeben hat. "Wir haben nur Ärger und Dreck", sagt SPD-Stadtrat Wolfgang Sievert. Ablehnung - einstimmig!

Über den Etappensieg können sich die Windpark-Gegner, die Listen mit 140 Unterschriften an die Fraktionen verteilt haben, nur kurz freuen. Sie hoffen, dass der Investor - die MMV Energie AG Mannheim - an der schwierigen Erschließung des hügeligen Geländes scheitert.

Doch der Konzern mit 5500 Beschäftigen wirft nicht das Handtuch und führt weitere Gespräche. Die fünf Windräder sollen Mitte 2016 stehen. Auch die anhängige Klage des Landesbunds für Vogelschutz Kronach kann nicht verhindern, dass Ende Oktober die großflächigen Baumfällungen beginnen.


Druck ausgeübt?

Der Sprecher der Initiative "Windkraft gerne - aber mit Abstand", Helmut Schiffner, mutmaßt, dass MVV Energie "Druck ausgeübt" und mit Schadenersatzforderungen gedroht hat. "Viele Bürger bekommen den Eindruck, dass man so lange abstimmt, bis das Ergebnis passt", sagt der Windpark-Gegner aus Hain.

Davon will man im Burgkunstadter Rathaus natürlich nichts wissen. Laut Bürgermeisterin Christine Frieß (CSU) gibt es eine komplett veränderte Ausgangslage. Es sei nachverhandelt worden, und MVV habe die vom Stadtrat gewünschten Zusagen gemacht, die in der Sitzung vor zwei Wochen gefehlt hätten. "Jetzt liegt ein anderer Gestattungsvertrag auf dem Tisch, in dem die Vorstellungen des Stadtrats aufgenommen worden sind", so Frieß.
Weitere Einzelheiten erläutert Geschäftsleiter Sven Dietel: "Ein Baustellenverkehr über Mainroth und Gärtenroth ist jetzt im Vertrag ausgeschlossen." Wenn diese Zusage schon vor zwei Wochen vorgelegen wäre, hätte der Stadtrat schon damals zugestimmt.

Wo sollen die Laster dann fahren, die Schotter und Beton liefern? Zum Beispiel die Firma Göhl, Mainroth, die den Umweg über Schwarzach, Schmeilsdorf, Danndorf und Schimmendorf nehmen müsste. Oder Unternehmen aus dem Raum Kulmbach-Stadtsteinach, die über Kirchleus fahren könnten. "Das wird wohl so sein", meint Dietel.

Die Frage, ob es im Sinne guter Nachbarschaft sei, den Baustellenverkehr, den man selbst nicht haben will, den Nachbargemeinden zuzumuten, mag der Geschäftsleiter nicht beantworten. Aber die Haltung des Stadtrats sei nachvollziehbar. Denn Burgkunstadt profitiere in keiner Weise vom Windpark, der auf dem Gebiet der Gemeinden Küps und Weißenbrunn steht.

In Schimmendorf weiß man die "gute" Nachbarschaft zu schätzen. Adolf Pfeiffer empfindet es als "starkes Stück", dass die kleine Ortschaft Schimmendorf durch den Baustellenverkehr, durch die beiden Windparks bei Hain und auf der Kirchleuser Platte sowie durch die geplante neue und größere Stromleitung mehrfach belastet werden soll.


Zweimal Floriansprinzip

Dietmar Beck ärgert es, das nach dem Floriansprinzip verfahren wird. "Das hat Weißenbrunn vorgemacht, und jetzt macht es Burgkunstadt nach", sagt der Schimmendorfer, der es anzweifelt, dass so eine Vereinbarung rechtlich haltbar ist.

Pfeiffer möchte wissen, was die Gemeinde Mainleus und der Bürgermeister dazu sagen. Darauf muss er noch warten, denn Dieter Adam ist am Montag nicht zu sprechen gewesen. Allerdings hat der Bürgermeister ein Faustpfand bereits aus der Hand gegeben - durch die Zusage, dass der Investor einen Mainleuser Feldweg bei Flurholz benutzen darf.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren