Kulmbach
Glosse

Burggeflüster: Weihnachtsbaum auf Rädern

Das sieht ja sehr nach Weihnachten aus!" sagt meine Schwester mit leicht spöttischem Unterton zu mir. Wir haben uns auf dem Heimweg von der Arbeit getroffen. Sie mit dem Auto, ich mit dem Fahrrad, in stockdunkler Nacht.
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Foto: BdV/dpa/tmn
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In der Tat hat mein Auftritt etwas von einem Weihnachtsbaum - einem von der schlimmsten, kitschigen, amerikanischen Sorte. Das Grundgerüst, also meine Jacke, ist grün. Nicht tannengrün, sondern eher von der etwas grellen Farbe unreifer Zitronen. Darauf allerlei, das strahlt, blinkt, blitzt und leuchtet: silberweiße Reflektorstreifen an Brust und Rücken, rote LEDs am Arm. Dazu noch einiges an Licht vorne und hinten am Fahrrad.
Kurz und gut: Mein individuelles Beleuchtungskonzept fällt auf. Das soll es auch! Ich fahre nämlich viel lieber mit dem Rad zur Arbeit als mit dem Auto. Und ich genieße jeden schnee- und eisfreien Tag des noch nicht so recht in die Gänge gekommenen Winters, der es mir ermöglicht, auf zwei Rädern unterwegs zu sein - statt unter die Räder zu kommen, weil man mich im Dunkeln nicht sieht. Da nehme ich ein bisschen Spott gerne in Kauf.
Mein Outfit fällt übrigens auch bei Tag auf. Die leuchtend-pinkfarbenen Handschuhe zur grünen Jacke haben neulich einen Kollegen zu der Bemerkung veranlasst, ich hätte was von einem Papagei auf dem Fahrrad. Sei's drum. Farbe macht gute Laune. Und die kann ich gebrauchen, denn die grauen, trüben Tage werden kommen. Und Dunkelmänner auf dem Rad gibt es schon genug.
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