Mainleus
Kommunalpolitik

Bürgermeisterwahl Mainleus: Stimmen, Bilder, Kommentar

Hier finden Sie alles zur Stichwahl in Mainleus: viele Bilder, Stimmen von Sieger, Verlierer und führenden Kommunalpolitikern sowie einen Kommentar.
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Sekt, Pokal und Siegerlächeln: Robert Bosch feierte gestern im TSC-Sportheim seinen Wahlsieg. Foto: Jürgen Gärtner
Sekt, Pokal und Siegerlächeln: Robert Bosch feierte gestern im TSC-Sportheim seinen Wahlsieg. Foto: Jürgen Gärtner
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Schon auf dem Weg zum TSC-Sportheim ließ Robert Bosch die Sektkorken knallen: Der 36-Jährige gewann am Sonntag souverän die Stichwahl um das Mainleuser Bürgermeisteramt.

Bereits vor dem Gebäude warteten die ersten Gratulanten auf den Sieger: CSU-Kreisvorsitzender Henry Schramm, MdB Emmi Zeulner, MdL Ludwig von Lerchenfeld, Landrat Klaus Peter Söllner und natürlich Bürgermeister Dieter Adam.

Dann im Sportheim frenetischer Applaus. Robert Bosch hob die Sektflasche und einen Pokal in die Höhe, strahlte über das ganze Gesicht. Seine ersten Worte als designiertes Gemeindeoberhaupt: "Dank an alle Unterstützer, an mein Team und die Gemeinderatskollegen, die Tag und Nacht für mich da waren. Ich freue mich riesig auf die Aufgabe als Bürgermeister."

Nachrücker für Bosch im Gemeinderat ist Sebastian Türk.

Ganz andere Töne natürlich bei der SPD: "Mein Traum ist heute geplatzt." Sichtlich enttäuscht, aber auch mit einem Wort des Dankes wandte sich Jürgen Karg kurz nach Bekanntwerden des Ergebnisses an seine Unterstützer im Gasthaus "Zur Linde" in Willmersreuth. Die SPD könne sich auf die Fahnen schreiben, einen fairen und engagierten Wahlkampf geführt zu haben. "Mein Ergebnis ist, denke ich, kein schlechtes, auch wenn es leider nicht gereicht hat." Aufmunternder Beifall.

Tröstende Worte gab es von der SPD-Kreisvorsitzenden Inge Aures. Kargs Einsatz sei "aller Ehren wert", er habe mit Sachargumenten überzeugt und sei nie unter die Gürtellinie gegangen. "Ich weiß aus eigenem Erleben, was es heißt, eine Wahlniederlage hinnehmen zu müssen. Die wird noch länger schmerzen, aber Du wirst später dem Ganzen auch etwas Positives abgewinnen können."

Trösten musste dagegen CSU-Kreisvorsitzender Henry Schramm wahrlich nicht: "Ein tolles Ergebnis für Robert Bosch. Seine Arbeit, seinen Fleiß und Einsatz für Mainleus haben die Bürger wahrgenommen und belohnt." Der Kulmbacher OB versprach, den künftigen Bürgermeister zu unterstützen, "soweit er das braucht und haben will."

Dass Robert Bosch gute Arbeit leisten wird, davon zeigte sich MdB Emmi Zeulner überzeugt: "Weil er intelligent und fleißig ist und strategisch denken kann." Ihr Landtagskollege Ludwig von Lerchenfeld sagte: "Alle Kandidaten haben passable Ergebnisse errungen. Aber es konnte nur einer gewinnen. Und ich freue mich, dass das Robert Bosch ist und nach 30 Jahren wieder ein CSUler die Geschicke des Marktes leiten darf."

Der letzte CSU-Bürgermeister war Heinz Hugel, der ebenfalls zur Wahlparty gekommen war.

Amtsinhaber Dieter Adam (FW) zeigte sich überrascht vom relativ deutlichen Wahlausgang. Beide hätten es verdient gehabt zu gewinnen. "Ich bin stolz auf alle Kandidaten für einen absolut fairen Wettbewerb. Robert Bosch wird den Markt Mainleus sicher weiter nach vorne bringen. Und ich hoffe natürlich weiterhin auf die Mitarbeit von Jürgen Karg im Gemeinderat."

Landrat Klaus Peter Söllner (FW) lobte den fairen und vorbildlichen Wahlkampf aller Kandidaten. "Das ist nicht hoch genug zu schätzen."




Zur Wahl in Mainleus auch ein Kommentar von Alexander Müller:

Das Ergebnis ist deutlich: Rund 13 Prozent trennen Robert Bosch und Jürgen Karg am Ende, obwohl der Sozialdemokrat über 400 Stimmen im Vergleich zum ersten Wahlgang hinzu gewonnen hat. Dennoch hat es nicht gereicht, den Vorsprung des CSU-Bewerbers aufzuholen.

Gewonnen hat freilich nicht nur Bosch, sondern auch Mainleus. Die Marktgemeinde hat bis zum Schluss faire Kandidaten erlebt, die viele eigene Ideen eingebracht haben. Die können sie in den kommenden Jahren umsetzen - und zwar gemeinsam.

Der jüngste der drei Bewerber hat gewonnen. Robert Bosch hat in seinem Beruf bei der Bundeswehr bereits Führungserfahrung gesammelt - die kann er nun im Rathaus einsetzen.

Dass eine Verwaltung ein wenig anders funktioniert als eine militärische Einheit, kann der neue Bürgermeister sicher einschätzen, ist er doch auch seit Jahren schon Stellvertreter von Dieter Adam.

Und auch als Vorsitzender des TSC Mainleus hat er bereits Verantwortung übernommen - übrigens wie seine Vorgänger als Bürgermeister Dieter Adam (FW), Werner Grampp (SPD) und Heinz Hugel (CSU).

Der neue Bürgermeister ist zwar mit Mitte 30 noch jung und hat die stärkste Fraktion hinter sich - gleichwohl hat er nun nicht allzu lange Zeit, seine Politik gemeinsam mit dem Gemeinderat umzusetzen.

Hat er im Wahlkampf doch versprochen, dass er die Amtsperioden von Gemeinderat und Bürgermeister angleichen möchte. Damit wäre 2020 bereits die nächste Bürgermeisterwahl in Mainleus.
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