Kulmbach

Bürgerhospital Kulmbach: CSU und WGK kritisieren Vorgehen der AWO

Die Fraktionen von CSU und WGK kritisieren in einer gemeinsamen Erklärung das Vorgehen der Arbeiterwohlfahrt in Sachen Bürgerhospital.
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Foto: Archiv/Anna-Lena Deuerling
Foto: Archiv/Anna-Lena Deuerling
In der Presseerklärung heißt es, dass man natürlich die wirtschaftlichen Überlegungen des Betreibers nachvollziehen könne und sicher die fristgerechte Kündigung des Mietvertrages Ende Juni 2017 formal rechtens sei. Fakt sei aber auch, dass in etwa 200 dokumentierten Kontakten versucht worden sei, gemeinsam, also Stadt und AWO, die rechtsaufsichtlichen Forderungen zu erfüllen.

Im Februar 2017 noch habe die Geschäftsführung der AWO der Stadt Kulmbach mitgeteilt, dass das Landratsamt als Aufsichtsbehörde die beantragten Befreiungen und Fristverlängerungen bis 2031 mittrage, heißt es in der Presseerklärung. Und weiter: "Damit erschien klar, dass die AWO weiterhin als Betreiber des Bürgerhospitals als zuverlässiger Partner fungieren wird. Umso überraschender war, dass im April 2017 dem Landratsamt vonseiten der AWO-Geschäftsführung mitgeteilt wurde, dass eine Verlängerung nicht mehr nötig sei, da man die Kündigung zu Ende Juni 2017 vollziehen werde."

Dies sei erst erfolgt, als das Drängen der Stadt Kulmbach nach einem gemeinsamen Termin für eine Vertragsverlängerung immer nachdrücklicher geworden sei.

In der Pressemitteilung heißt es weiter: "Warum, so fragen sich nicht nur wir, erfolgte ein so kurzfristiger Sinneswandel? Welche Motive stecken dahinter? Welche Gründe hat die AWO bzw. haben die Verantwortlichen dieses Sozialverbandes, das Bürgerhospital zu schließen? Gibt es einen Zusammenhang zwischen der angestrebten Schließung und dem aufwendigen und kostenintensiven Um- und Ausbau der Seniorenanlage "Am Rasen"?"

Zu den Fragen von CSU und WGK konnte Awo-Kreisvorsitzende Inge Aures keine Stellung nehmen. Die Landtagsvizepräsidentin (SPD) begleitet Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) auf seiner China-Reise nach Peking.

Die CSU-Stadtratsfraktion habe sich am 2. Mai ausführlich vor Ort bei den Bewohnern und deren Angehörigen informiert, wie diese von der "schlechten Nachricht" unterrichtet worden seien.

Gemeinsam hätten die Fraktionen von CSU und Wählergemeinschaft Kulmbach intensiv darüber beraten, wie man dem großen Wunsch der Nutzer nach ihrem Verbleib in dieser beliebten, innenstadtnahen Einrichtung gerecht werden könnte.

Zunächst sei man sehr betroffen über die Art und Weise des Vorgehens der Arbeiterwohlfahrt und deren Vorsitzender gewesen. Wie groß das Interesse am Schicksal des Bürgerhospitals sei, habe der Rekordbesuch der Betroffenen in der Stadtratssitzung gezeigt.

Betroffen seien hier Menschen, Menschen, die im Herzen der Stadt ihren Lebensabend verbringen möchten, Menschen, die darauf vertrauten, dass ihre Angehörigen hervorragend betreut würden und Menschen, die hier mit Freude und großem Engagement ihre Arbeit verrichten wollten.

"Bewusst haben sich die Betroffenen für ein Wohnen in der Innenstadt entschieden. Hier waren die Rahmenbedingungen gegeben, dass unsere Senioren noch ein hohes Maß an Eigenständigkeit bewahren und am sozialen Leben teilnehmen können. In der überschaubaren Einrichtung fühlen sie sich wohl und schätzen die Möglichkeit, aktiv am städtischen Leben teilnehmen zu können. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal des Bürgerhospitals. Ein erzwungener Umzug an die Peripherie, erst recht in der Kürze der zur Verfügung gestellten Zeit, kann nur schädlich für alle Betroffenen sein. Dies kann man auch aus den Reaktionen von Angehörigen, z.B. auch in den sozialen Medien, erfahren."

Abschließend heißt es in der Mitteilung: "Der Oberbürgermeister wird, wie schon so oft, eine Lösung finden und erste Lösungsansätze zeichnen sich ja auch bereits ab. Wir werden ihn und alle, die sich für den Erhalt des Bürgerhospitals einsetzen, unterstützen. Es muss weiterhin ein Seniorenheim in der Mitte der Stadt Kulmbach geben. Wir vertrauen darauf, dass auch ab Juli 2017 rüstige Senioren des Bürgerhospitals den kurzen Weg zur Eisdiele, in die Lokale, zu ihren Ärzten und in die innerstädtischen Geschäfte nutzen werden."

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