Kulmbach
Poststreik

Brief- und Paketzusteller in Kulmbach im Ausstand

Im Arbeitskampf bei der Post lässt die Gewerkschaft Verdi nicht locker und schickt weitere Mitarbeiter des Konzerns in den unbefristeten Streik. Ab Mittwochmorgen legen Brief- und Paketzusteller in Kulmbach die Arbeit nieder.
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Foto: Daniel Naupold/dpa
Foto: Daniel Naupold/dpa
Bis Dienstag hatte sich die Zahl aller Streikenden bereits auf knapp 19.500 erhöht, sagte ein Verdi-Sprecher. Die Post zählte sogar 200 mehr.

Seit dem 8. Juni befinden sich alle bayerischen Briefsortierzentren im Warnstreik. Seit dem 10. Juni werden auch Zustellkräfte in den Zustellstützpunkten (Brief- und Verbundzustellung) und in den Zustellbasen (reine Paketzustellung) zu unbefristeten Streiks aufgerufen. In Bayern gibt es rund 550 Zustellstützpunkte und 21 Zustellbasen; seit dem 17. Juni 2015 befinden sich davon laut Verdi rund 160 Zustellstützpunkte und nahezu alle Zustellbasen in unbefristeten Streiks.

Ab Mittwoch streiken nun auch Brief- und Paketzusteller in Kulmbach.

Damit dürfte es für die Post immer schwieriger werden, Pakete pünktlich an ihre Kunden auszuliefern. Schon am Dienstag kamen durch den Streik nach Angaben des Unternehmens mehr als ein Fünftel aller Briefe und mehr als ein Viertel aller Pakete erst verspätet beim Kunden an, berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

"In den unbefristet bestreikten Bereichen sinkt die Postzustellung mittlerweile auf 20 bis null Prozent", so Anton Hirtreiter von Verdi Bayern.

Knackpunkt des Konflikts ist die Gründung von 49 regionalen Gesellschaften im Paketgeschäft. Dort sind inzwischen mehr als 6000 Menschen beschäftigt, die nach niedrigeren Gehältern des Speditions- und Logistikgewerbes bezahlt werden.

Verdi fordert deren Rückkehr in den Haustarifvertrag und erklärte sich im Gegenzug bereit, auf eine lineare Anhebung der Gehälter in diesem Jahr zu verzichten. Die Post lehnte das Angebot ab.

"Bei den fünf vorangegangenen Verhandlungsrunden bis Ende Mai hatte sich der Postvorstand keinen Millimeter auf Verdi zubewegt", so die Gewerkschaft in einer Pressemitteilung.

Verdi werde jeden Tag weitere Zustellstützpunkte in den Streik einbeziehen, solange der Postarbeitgeber nicht an den Verhandlungstisch zurückkehrt, so Anton Hirtreiter.



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