Pölz
Hochwasserschutz

Bollwerk gegen die Flut wächst

In Pölz bewegen Bagger Berge an Erde, um den Mainleuser Ortsteil vor den Wassermassen des Mains zu schützen. Die Baustelle soll voraussichtlich Ende des Jahres abgeschlossen werden.
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Der Verlauf des Deichs ist  teilweise  schon deutlich zu sehen.
Der Verlauf des Deichs ist teilweise schon deutlich zu sehen.
Wegen des nasskalten Wetters der vergangenen Wochen mussten die Erdarbeiten ruhen. Dafür laufen die Beton- und Stahlbetonarbeiten am Pumpwerk auf Hochtouren. Für die Hochwasserfreilegung des Mainleuser Ortsteils Pölz sind gewaltige Erdbewegungen nötig.

Mit der 2,7 Millionen Euro teuren Baumaßnahme sollen knapp 200 Einwohner, landwirtschaftliche Betriebe und Industrie auf einer Fläche von rund 15 Hektar geschützt werden. Damit nicht wieder ein Hochwasser das Dorf bedrohen kann. Besonders kritisch war es 2006, als Katastrophenalarm ausgerufen wurde.
Das Pumpwerk liegt in der Mitte des Deiches. Zu ihm werden über eine Drainage- und Transportleitung das Sicker-und Regenwasser geleitet. Bei Hochwasser wird der freie Auslauf geschlossen, damit das Hochwasser nicht "reindrückt". Dann laufen die Pumpen auf Hochtouren. Rund 900 Liter können damit in der Sekunde in die Mainauen geleitet werden.

Eine Besonderheit gibt es bei der Pölzer Hochwasserfreilegung: Die Erdmassen, die für den Bau des 1,5 Kilometer langen Deiches benötigt werden, werden direkt am Main abgebaut. Dort, wo es einst schon eine Mainschleife gab, soll durch die Erdaushubarbeiten wieder so ein Biotop entstehen, erklärt Benno Strehler. Der 41-Jährige ist seit Dezember vergangenen Jahres Leiter des Wasserwirtschaftsamts Hof und informierte sich an der Baustelle über den Stand der Maßnahme.
"Wir liegen im Zeitplan."

In Kulmbach geht´s weiter


Die nächste Baustelle nach Pölz hat er bereits im Hinterkopf: den Hochwasserschutz für den Kulmbacher Stadtteil Blaich. "Das soll in Verbindung mit der Renaturierung der Flutmulde geschehen." Dazu ist am 8. Mai eine Bürgerversammlung geplant.

Im Juni sollen die Erdarbeiten in Pölz fortgesetzt werden, da hofft Bauleiter Heinz Braunersreuther von der Stadtsteinacher Firma Günther-Bau auf gutes Wetter. Denn durch das Tauwetter mussten die Arbeiten unterbrochen werden.

Dass mit der neu entstandenen, 260 Meter langen Mainschleife ein "wunderschönes Biotop" entsteht, gefällt nicht nur Bürgermeister Dieter Adam. "Die alten Fischer freuen sich, dass da was passiert", betonte das Gemeindeoberhaupt. Denn solche Seitenarme sind Laichgewässer für die Fische.
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