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Feuerwehr Kulmbach: Bitte nicht noch mal so ein Jahr

Todessprung im Freibad, Großbrände im Kindergarten und in der Obdachlosenunterkunft - die Feuerwehr wünscht sich heuer weniger Einsätze.
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Die Kulmbacher Feuerwehr verfügt über 14 Fahrzeuge und fünf Anhänger. Ein Kommandowagen hat einen Motorschaden und muss dringend ersetzt werden. Foto: Sonja Adam
Die Kulmbacher Feuerwehr verfügt über 14 Fahrzeuge und fünf Anhänger. Ein Kommandowagen hat einen Motorschaden und muss dringend ersetzt werden. Foto: Sonja Adam
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Der Todessprung von zwei jungen Männern ins leere Becken im Kulmbacher Freibad, die beiden Großbrände im Paul-Gerhard-Kindergarten und in der Obdachlosenunterkunft Dreibrunnenweg, wo ein Mann in den Flammen starb - kein Wunder, wenn man sich bei der Freiwilligen Feuerwehr Kulmbach wünscht: Bitte nicht noch mal so ein Jahr!

Ganz oben auf der Wunschliste steht zudem ein neuer Kommandowagen. Das jetzige Fahrzeug hat einen Motorschaden und ist nicht mehr einsatzbereit. Noch heuer soll Ersatz kommen.


"Bilder, die man nicht vergisst"

Bei der Hauptversammlung im Mönchshof-Bräuhaus ging t Oberbürgermeister Henry Schramm mit einer emotionalen Rede auf die Ereignisse des vergangenen Jahres ein. "Es gibt Bilder, die vergisst man nicht", so Schramm. Der Bierfestsonntag mit den zwei Toten im Springerbecken des Freibads, wenige Tage später der Kindergartenbrand ("Die Feuerwehr war 18 Stunden im Dauereinsatz") und das Feuer im Dreibrunnenweg - das seien spektakuläre Einsätze gewesen.

Dies sei aber nur die Spitze des Eisbergs, sagte Stadtbrandmeister Michael Weich. Die Feuerwehr Kulmbach sei an ihrer Belastungsgrenze angelangt. Im letzten Jahr sei man 347 Mal ausgerückt zu 77 Bränden, 144 technischen Hilfeleistungen und 81 Sicherheitswachen. Außerdem hätten 45 Mal Brandmeldeanlagen angeschlagen, ohne dass es ein Feuer gab. "Die Zahl der Brandeinsätze hat sich verdoppelt", so Weich. 32 Mal seien die Kulmbacher zudem überörtlich im Landkreis unterwegs gewesen.


Mehr Zeit für Kameradschaft

Insgesamt hätten die Feuerwehrleute mehr als 5189 Einsatzstunden geleistet. Dazu kämen noch 1320 Stunden Sicherheitswachen, 380 Stunden Einsatz in der Atemschutzanlage und 2380 Stunden Ausbildung und Übungen. "Ich hoffe für dieses Jahr vor allem eines: weniger Einsätze und ein bisschen mehr Zeit für Kameradschaft", erklärte Weich.

Die Freiwillige Feuerwehr Kulmbach stehe auf einem soliden finanziellen Fundament und habe ihren Bestand sogar noch ein bisschen ausbauen können, erläuterte Vorsitzender Benno Pieger. Er kündigte an, dass die Feuerwehr am 23. und 24. September ihr 160-jähriges Bestehen feiern will: "Wir werden uns etwas einfallen lassen."


Personell gut aufgestellt

Mit 96 Aktiven, davon acht Frauen, sieben Jugendlichen und zehn Tagesdienstleistenden sei man gut aufgestellt, sagte Stadtbrandinspektor Heinrich Poperl. Marius Dippold wurde zum Jugendwart gewählt, seine Stellvertreter sind Christian Hochgesang und Florian Pieger. Außerdem gab Peter Hochgesang die Gruppenführer-Tätigkeit für die Gruppe 3 ab, diese Aufgabe übernimmt künftig Thorsten Olbrich.

Notfallseelsorger Bernhard Nehring hatte 22 Einsätze und war neunmal im Ernstfall gefordert. Nach seinen Worten bekämen die Notfallseelsorger - neben ihm noch Pfarrer Michael Schäfer, Mainleus, und Michael Lorenz von den Maltesern - Unterstützung durch die Pfarrer Martin Fleischmann, Guttenberg, und Siegfried Welsch, Presseck, die derzeit die Ausbildung absolvieren.

Landrat Klaus Peter Söllner erklärte, dass der Landkreis jährlich für den Unterhalt der Integrierten Rettungsleitstelle eine Viertelmillion Euro investiert. Das zweite Großprojekt des Jahres 2016 sei die Einführung des Digitalfunkes.

Kreisbrandrat Stefan Härtlein glaubte, "dass wir werden in den nächsten zehn Jahren einen Umbruch erleben werden". Die Anzahl der Freiwilligen Feuerwehren imLandkreis habe sich von 123 auf 117 reduziert. Und es werde immer schwieriger, Kommandanten und Führungskräfte auf Landkreisebene zu finden.
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