Kulmbach
Gericht

Bierfestgast aus Kronach beleidigt Polizisten aufs Übelste

Weil er auf der Bierwoche vier Polizisten auf das Übelste beleidigt hatte, ist ein 22-jähriger Kronacher zu einer Geldstrafe verurteilt worden.
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Ein junger Kronacher war bei der Kulmbacher Bierwoche verbal ausgerastet. Jetzt stand er vor Gericht. Foto: Archiv
Ein junger Kronacher war bei der Kulmbacher Bierwoche verbal ausgerastet. Jetzt stand er vor Gericht. Foto: Archiv
Der 22-jähriger Schüler muss 80 Tagessätze zu jeweils 20 Euro (1600 Euro) zahlen. Der junge Mann hatte am Abend des 28. Juli zunächst einige Besucher belästigt und angepöbelt. Von den Sicherheitsleuten erhielt er daraufhin einen Platzverweis. Außerdem drohten ihm die Ordnungskräfte an, ihn in Gewahrsam zu nehmen.


Erst in der Arrestzelle beruhigt


Davon unbeeindruckt pöbelte der Schüler weiter, so dass die Bereitschaftspolizei eingreifen musste und kurzerhand entschied, den Angeklagten in die Arrestzelle zur Polizeiinspektion Kulmbach zu bringen.

Auf der Fahrt legte der 22-Jährige dann so richtig los. Er beleidigte die Polizisten mit einer Kaskade von Schimpfwörtern, teilweise weit unter der Gürtellinie, teilweise aber auch richtige verbale Ausfälligkeiten wie "Ihr sei doch alle Nazis". Auch dass sein Vater Oberstaatsanwalt sei und sie schon sehen würden, was mit ihnen passiert, wollte der Angeklagte den Beamten weis machen.


Totaler Filmriss


In der Hauptverhandlung machte der Angeklagte einen Filmriss geltend. Er habe absolut keine Ahnung mehr, was an diesem Abend passiert sei. Man habe den Abschied eines Kumpels gefeiert, der für ein halbes Jahr nach Thailand gezogen war.

Sicher war sich der Angeklagte auch, dass er nicht nur Bier getrunken habe. "Das ging kreuz und quer", sagte er. Tatsächlich hatte die Polizei später eine Blutalkoholkonzentration von knapp 1,7 Promille festgestellt. "Ich bin alles andere als trinkfest, das war die absolute Ausnahme", sagte er. Auffällig wurde der Angeklagte als Erstes vor einer Bar. Dort hatte er versucht, vor allen Leuten seine Blase zu entleeren.


Erst in der Zelle beruhigt


"Der Angeklagte hatte sich verbal einfach nicht mehr im Griff", sagte einer der Beamten. "Er hat den Bogen einfach überspann, er hat sich auch gar nicht mehr bändigen lassen", ergänzte ein Kollege. Beide beschrieben den jungen Mann zwar als angetrunken, nicht unbedingt aber als betrunken. Er habe schon noch gewusst, wie er sich ausdrückt, außerdem habe er auch noch einigermaßen gerade stehen können. Erst in der Zelle habe sich der Angeklagte dann langsam wieder beruhigt.

Die letztlich auch verhängte Geldstrafevon 1600 Euro hatte Staatsanwalt Stefan Kolb in seinem Plädoyer beantragt. Die Äußerungen seien ganz klar über das übliche Maß hinausgegangen, außerdem war der junge Mann bereits wegen Diebstahls vorbestraft.


Alkohol enthemmt


Auch wenn es tatsächlich ein Filmriss war und auch und der Angeklagte alkoholbedingt enthemmt war, so sei er trotzdem für das verantwortlich, was passiert ist, begründete Richterin Sieglinde Tettmann das Urteil. Auch sie sprach von ganz massiven Beleidigungen über einen längeren Zeitraum hinweg.

Zugunsten des Angeklagten wertete das Gericht die ungewöhnlich ausführliche Entschuldigung, mit der er sich im Gerichtssaal an alle Polizisten gewandt hatte. Darin hatte er unter anderem von einer Riesendummheit gesprochen und ausdrücklich bedauert, dass er so viel Alkohol konsumiert hatte. "Das wird ganz bestimmt nie mehr passieren", sagte er. Als Verurteilter hat er nun auch noch die Kosten des Verfahrens zu tragen. shf


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