Kulmbach
Gericht

Betrunkener hantiert in Regionalzug bei Kulmbach mit Pistole

Plötzlich zieht im Regionalzug ein junger Mann eine Schusswaffe und fuchtelt damit herum: Das ist in Zeiten des Terrors der Alptraum eines jeden Passanten.
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Weil ein Betrunkener in einem Regionalzug mit einer Pistole herumfuchelte, muss er jetzt 1400 Euro zahlen. Symbolfoto: Daniel Bockwoldt/dpa
Weil ein Betrunkener in einem Regionalzug mit einer Pistole herumfuchelte, muss er jetzt 1400 Euro zahlen. Symbolfoto: Daniel Bockwoldt/dpa
Am Silvesterabend des vergangenen Jahres ist im Zug von Mainleus nach Kulmbach genau das passiert. Zum Glück ohne jeden terroristischen Hintergrund, außerdem war der Zug fast leer, so dass gar keine Panik entstehen konnte.

Der Mann, der die Schusswaffe mit sich führte und , wurde aber trotzdem wegen eines Vergehens gegen das Waffengesetz verurteilt, und zwar zu einer Geldstrafe von 1400 Euro (70 Tagessätze zu jeweils 20 Euro). Außerdem wurde die Schreckschusspistole samt Patronen, Abschussbecher und Waffenkoffer eingezogen.


Für die Silvesternacht gedacht


Er sei angetrunken und auf dem Weg zu einem Bekannten gewesen, weil er zu Mitternacht Schreckschussmunition verschießen wollte, sagte der angeklagte 23-jährige Auszubildende. Dummerweise habe er sich im Zug noch einmal vergewissern wollen, ob die Waffe auch tatsächlich gesichert und entladen ist, nur deshalb habe er sie aus seinem Rucksack geholt. Einem Mitreisenden schien dies allerdings nicht ganz geheuer zu sein. Er sprach den Mann darauf an. Wahrscheinlich war es der Passant auch, der die Polizei verständigte.

Die Beamten der Inspektion in Kulmbach hatten die Meldung samt Personenbeschreibung von der für die Bahn zuständigen Bundespolizei erhalten. Kurz darauf griffen sie den Mann in Kulmbach in der Oberen Stadt auf. Der Angeklagte sei überaus kooperativ gewesen und habe keine Schwierigkeiten gemacht haben, sagte der Polizist in seiner Zeugenaussage. Leugnen war freilich auch zwecklos, denn zum einen hatte der Angeklagte die Waffe ja einstecken, zum anderen lagen Überwachungsbilder aus dem Zug vor.


"Da läuft es einem eiskalt den Rücken runter"


Eine mit 1600 Euro geringfügig höhere als die letztlich ausgesprochene Strafe hatte Staatsanwalt Julius Klug beantragt. "Wenn man die Bilder so sieht, da läuft es einem eiskalt den Rücken runter", kommentierte der Anklagevertreter die Bilder der Überwachungskamera. Allerdings sei es schon nachvollziehbar, dass der Beschuldigte in der Silvesternacht Pyrotechnik mit der Pistole abschießen und niemanden erschrecken wollte.

"Mir würde himmelangst, wenn da im Zug plötzlich jemand eine Pistole auspackt und damit herumhantiert", sagte Richterin Sieglinde Tettmann, die aufgrund des Geständnisses und der gezeigten Reue die Strafe ein wenig nach unten korrigierte. Der Angeklagte habe sich einfach keine Gedanken gemacht, sagte die Richterin. Strafbar sei das Führen einer Schreckschusswaffe außerhalb des privaten Umfeldes in der Öffentlichkeit aber allemal.
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