Beckstein, der seit 1996 berufenes Mitglied der Landessynode der Evangelischen Kirche ist, ist überzeugt: Christlicher Glaube und Politik schließen sich nicht aus. Gebot für Gebot beleuchtete er das Spannungsverhältnis zwischen politischer Arbeit und Christsein. In keinem sei Politik und Christentum unvereinbar, stellte er fest. "Ich habe mir immer bewusst Ämter ausgesucht, die viel Macht haben. Deswegen bin ich ja in die Politik", teilte Beckstein mit und räumte ein, dass der Spagat zwischen christlichem Glauben und der Härte der Gesetze nicht immer leicht war. "Jedes Gesetz, das nicht durchgesetzt wird, verliert an Geltung. Und es ist unglaublich, welche Kreativität Menschen haben, wenn es darum geht, Ausreden zu erfinden."
Zu der äußerst unterhaltsamen Lesung gehörte auch die Episode über einen Künstler, der ein Schwein ans Kreuz genagelt hatte, um Kritik am Glauben zu üben. "Den hätte ich auszeichnen sollen, aber ich habe damals gesagt, der Künstler habe selbst eine Moral wie ein Schwein und habe mich geweigert", erzählte Beckstein und forderte Respekt vor dem Glauben.
Politisch sei für ihn sogar die Einhaltung des fünften Gebotes "Du sollst nicht töten" nicht so einfach gewesen. Denn einmal habe er den Befehl zum finalen Rettungsschuss geben müssen. "Ein Ausbrecher wurde bei dieser Aktion getötet, der andere schwer verletzt. Aber die Frau, die sie als Geisel genommen hatten, konnte gerettet werden", schilderte Beckstein die schwierige Entscheidung.

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