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Kulmbach
Stadtrat 1

Bauprojekt in Kulmbach wird problematisch

Im Spiegel verschwindet wieder ein Stück Stadtgeschichte, aber die Neubaupläne sind mit Risiken verbunden.
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Im Spiegel wird sich das Stadtbild grundlegend verändern, wenn die Gastwirtschaft "Schwanenbräukeller" abgerissen und das dazugehörige Gelände mit zwei großen Mehrfamilien-Wohnhäusern bebaut wird. Damit verschwindet wieder ein Stück Geschichte der Bierstadt Kulmbach. Foto: Stephan Tiroch
Im Spiegel wird sich das Stadtbild grundlegend verändern, wenn die Gastwirtschaft "Schwanenbräukeller" abgerissen und das dazugehörige Gelände mit zwei großen Mehrfamilien-Wohnhäusern bebaut wird. Damit verschwindet wieder ein Stück Geschichte der Bierstadt Kulmbach. Foto: Stephan Tiroch
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Mit mindestens einem weinenden Auge beobachten viele Kulmbacher, dass wieder ein Stück Stadtgeschichte verschwinden wird: Die Gastwirtschaft "Schwanenbräukeller", Spiegel 12, stellt ein Relikt der Brauerei Louis Weiß dar, die zum Aufstieg Kulmbachs zur Bierstadt beigetragen hat. Der Abbruch ist beschlossene Sache, und auf dem dazugehörigen Gelände sollen zwei große Mehrfamilienhäuser mit 14 und 16 Wohneinheiten und integrierten Tiefgaragen gebaut werden.

Doch das Bauvorhaben, das die Premium Bauträgergesellschaft aus Stadtsteinach plant, ist problematisch. Über die Bauvoranfrage wurde vom Stadtrat am Donnerstag nicht entschieden. Dazu gibt es laut Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) zu viele Unwägbarkeiten. Die Verwaltung empfahl eine "kritische Diskussion", denn es sei mit hohen Kosten zu rechnen.

Schramm bezweifelte, dass das Projekt in der angedachten Dimension zu realisieren ist.
Der durch das Grundstück verlaufende Stauraumkanal des Kohlenbachs müsse erneuert und aufwendig verlegt werden. Ferner sei zu prüfen, ob auf dem ehemaligen Gelände der Spedition Murrmann Altlasten vorhanden sind. Und der denkmalgeschützte Bierkeller müsse erhalten werden. "Nicht entscheidungsreif", sagte er.


Cross-Fit und Papierlager

Dagegen wurden zwei andere Vorhaben genehmigt. Einmal die neue Nutzung einer Lagerhalle der Baufirma Popp im Bienenhofweg 15. Auf einer Fläche von 510 Quadratmetern ist eine Outdoor-Sporthalle geplant. Der Betreiber Ralf Müller will hier mit Cross-Fit ein ganzheitliches Kraft- und Konditionstraining anbieten.

Zweitens darf die Uhlemann-Gründstücksgesellschaft neben den Betriebsgebäuden in der E.-C.-Baumann-Straße 5 eine neue Halle mit 1800 Quadratmetern Nutzfläche bauen. Dort soll Papier für die Druckerei gelagert werden.


Straße für Herbert Hofmann

Weiter beschloss der Stadtrat, wie die Straßen im Neubaugebiet Forstlahm-Nord heißen sollen. Unter anderem wurde festgelegt, dass die zentrale Durchgangsstraße nach Herbert Hofmann benannt wird. Damit setzt der Stadtrat dem 2014 gestorbenen, früheren CSU-Landtagsabgeordneten und Landrat, der sich um Kulmbach verdient gemacht hat, ein Denkmal. Die topographisch am höchsten gelegene Straße im Nordosten des Baugebiets bekommt den Namen "Höhenweg", die Straße im Westen heißt "Am Herrnberg" und die südliche gelegene Straße "Wolläcker". Letztere Bezeichnung sei nach Recherchen von Horst Zahr (CSU) als alter Flurnamen aufgetaucht, hieß es.