Kulmbach
Baumpflanzaktion

Baumpflanzaktion im Kreis Kulmbach: "Besser als Unterricht"

Eine Ganztagsklasse der Kulmbacher Realschule hat im Stadtteil Kessel eine Baumpflanzaktion begonnen. Die Idee fand großen Anklang - auch beim Landkreis Kulmbach.
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Niko , Sophia und Paul graben und bereiten den Platz für die Setzlinge vor. Fotos: Katharina Feulner
Niko , Sophia und Paul graben und bereiten den Platz für die Setzlinge vor. Fotos: Katharina Feulner
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Paul, Sophia, Noah und Barkin stehen im Kreis auf dem moosigen Waldboden und blicken konzentriert nach unten. Gerade hat Sophia mit einem Pflanzspaten ein kleines Loch ausgehoben. Paul setzt vorsichtig eine kleine Weißtanne hinein. Das Bäumchen wird noch etwas festgedrückt, dann kommt Annika mit einer Farbdose und sprüht das Pflänzchen an, um es zu markieren. Fertig.

Die kleine Weißtanne ist eine von 300 Pflanzen, die die Ganztagsklasse des sechsten Jahrgangs der Carl-von-Linde-Realschule, kurz 6G, im Rahmen einer Baumpflanzaktion im Wald aussetzen will. Unterstützt werden die Schüler nicht nur von ihrem Biologielehrer Jürgen Feulner, sondern auch von Anja Mörtlbauer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und von Matthias Schulze von den Bayerischen Staatsforsten, genauer sagt dem Forstbetrieb Nordhalben. Sie zeigen den Schülern, in welchem Abstand zueinander die Pflänzchen gesetzt werden müssen, wo man sie anfasst und wie viel Farbe wo zu sprühen ist.

"Einen Teil wussten wir schon aus dem Biologie-Unterricht", erklärt Annika. "Ich wohne ja am Waldrand", ergänzt sie, "deshalb bin ich dort auch so viel unterwegs." Für Baran allerdings, der in der Stadt lebt, ist das schon etwas Neues. "Und die Förster haben uns auch noch viel erklärt", fügt er hinzu. Beide finden das Projekt prima. Und auch, dass sich ihr Lehrer so dafür engagiert.

"Passt ins Konzept"

Die Idee zu dem Projekt wurde während einer Waldführung geboren, die die sechsten Klassen der Realschule im Mai mitmachten. Zur Premiere kamen auch Landrat Klaus Peter Söllner und Ingrid Flieger vom Landratsamt. Der Landrat freute sich, dass die Idee zu dem Projekt von den Schülern kam. Und Ingrid Flieger sagte: "Es passt hervorragend in unser Konzept der Klimaschule und generell zur Umweltbildung, die wir an Schulen und Kindergärten herantragen. Deshalb wird diese Idee vom Landkreis gefördert."

Währenddessen pflanzen die Schüler eifrig weiter. In Zweier- und Dreier-Teams suchen sie sich eine moosige Stelle mit passendem Untergrund, setzen den Pflanzspaten an, heben das Loch aus und setzen die Tannenbäumchen. "Die Setzlinge sind jetzt vier Jahre alt und wurden im Topf gezogen", erklärt Matthias Schulze. "Jetzt ist die ideale Zeit, sie zu pflanzen, denn wenn man sie früher einsetzt, sind die Triebe zu weich und brechen ab. Doch jetzt oder auch später passiert ihnen nichts mehr."

Anja Mörtlbauer ist von der Idee der Schüler, eine Nachmittagsaktivität zusätzlich zu machen, begeistert: "Das ist grüner Unterricht, noch dazu im Freien." Sie hofft, dass heuer 70 bis 80 Prozent der Pflänzchen durchkommen. "Aber das ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Wir werden die Bäumchen aber in zwei Tagen wässern und zusätzlich Schafwolle gegen Verbißschäden herumwickeln."

Dass das Projekt, das von Montag bis Donnerstag jeweils nachmittags stattfindet, in die Schulzeit fällt, finden die Schüler nicht schlimm. "Besser als irgendwo drinnen zu sitzen und Unterricht zu machen", grinst Baran. "Aber man kann hier wirklich was lernen." Auch Annika ist begeistert: "Wir schaffen hier gemeinsam etwas. Und wenn wir in ein paar Jahren wiederkommen und die Bäume sehen, die wir jetzt gepflanzt haben, dann wird das sehr schön."

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