"Wer ist denn wegen Amanda da?" fragte Bauchredner Pierre Ruby - und die Finger in der Kulmbacher Stadthalle schossen empor. 96 Prozent oder mehr lieben das Nilpferd. Die kleinen Besucher, die ausnahmsweise die Nacht zum Tage machten, sowieso, aber auch die Erwachsenen. Schon lange macht sich Bauchredner Pierre Ruby da keine Illusionen mehr.

Nein, es ist nicht er, der die Menschen anzieht. Das ist klar. Warum auch - denn schließlich steht er meistens nur hinter Amanda und sagt nicht viel. Seine Lippen bewegen sich nicht. Nicht mal ein bisschen. Das einzige, was das Publikum sieht, ist, dass er Amanda mit der Hand stützt. Ansonsten beherrscht der Bauchredner die komplette Illusion. Manchmal vergessen die Zuschauer sogar, dass Pierre Ruby der Künstler ist und Amanda eigentlich kein Eigenleben führt.

Live sympathischer als im Fernsehen


Das ein bisschen zu mollig geratene Nilpferd mit der frechen Schnauze hat live noch viel mehr Symphathiefaktor als im Fernsehen. Denn es ist witzig, schlagfertig, respektlos, aber dennoch charmant und nie primitiv. Manchmal ein bisschen gemein, aber nicht so, dass man böse werden könnte. Amanda zieht Politiker durch den Kakao und nimmt kein Blatt vor den Mund, aber auch für den gewissen Lokalkolorit ist sie zu haben.

Das ganze Konzept der Show "Bauchlandung" war einfach urkomisch: In einer Flugzeugkulisse unterhielten Pierre Ruby und seine "Chefstewardess" die Kulmbacher bei AirManda. Obwohl das Board-Entertainment-System ausgefallen war, gab es keine Bauchlandung. Im Gegenteil: eher Bauchschmerzen vor Lachen. Denn Amanda improvisierte oder "überbrückte", wie sie es nannte. Sie hatte den dummen Esel eingeladen, der "Ententrainer" war und glaubte, Gedanken lesen zu können.

Der Boardmechaniker "Mr Eddie" gab eine Kostprobe seines Könnens. Pierre Ruby ließ ihn zu "Candyman" und "Everybody" auf einem Koffer tanzen und singen - und begeisterte.

Blinder Passagier


Und dann war auch noch der Ossi als blinder Passagier aus Sachsen mit von der Partie, der auf der Jagd nach "billig, billig" war - und das Kabel des Bord-Enertainment-Systems abmoniert hatte. "Eifbübsch, so billich kommste nie mehr ran", sagt er - und das Flugzeug von AirManda setzte mit Amanda langsam zur Landung an.
Aber natürlich nicht ohne Zugabe, in der Amanda gestand, dass sie die "uneheliche Tochter" von Udo Jürgens sei und deshalb im Bademantel in rotem Licht zum Abschied "Merci, cherie" trällerte.