Himmelkron
Schäden

Baille-Maille-Brücke Himmelkron droht Gefahr

An den Widerlagern sind Setzungsschäden entdeckt worden. Der Bauhof hat gehandelt und erste Sicherungsarbeiten vorgenommen. Ein großer Posten wird die Gestaltung des Oberbelags mit Bergsteinen aus der Region.
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Die notwendigen Sicherungsarbeiten an der Baille-Maille-Brücke wurden durch den gemeindlichen Bauhof abgeschlossen. Jetzt wird noch der Oberbelag mit den Bergsteinen zur Vergabe ausgeschrieben, erklärt Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU, rechts).  Foto: Werner Reißaus
Die notwendigen Sicherungsarbeiten an der Baille-Maille-Brücke wurden durch den gemeindlichen Bauhof abgeschlossen. Jetzt wird noch der Oberbelag mit den Bergsteinen zur Vergabe ausgeschrieben, erklärt Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU, rechts). Foto: Werner Reißaus
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Bei der Baille-Maille-Brücke hat der Gemeinderat schon dringenden Handlungsbedarf gesehen, denn es haben sich Setzungsschäden an den Widerlagern ergeben. Bürgermeister Gerhard Schneider hat bereits gehandelt und zusammen mit dem Bauhof wichtige Sicherungsarbeiten vorgenommen, weil einfach Gefahr im Verzug war.
Die Baille-Maille-Brücke, die über den Weißen Main führt, stammt noch aus der Markgrafenzeit und ist als einbogige Quaderbrücke Ende des 17. Jahrhundert gebaut worden. Die ehemals von 1660 bis 1792 bestehende Lindenallee wurde 1990 neu angepflanzt.

Ideengeber war der damalige Bürgermeister Andi Krainhöfner, der es mit einer unglaublichen Spendenaktion fertig brachte, dass nahezu 600 Linden auf der fast 800 Meter langen Allee gepflanzt wurden. Die Brücke diente ausschließlich als Überquerungshilfe über den Weißen Main, nicht etwa, um zur Ortschaft Schlömen zu gelangen, sondern um die angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen zu bewirtschaften.

Nach der grundlegenden Generalsanierung durch die Gemeinde Himmelkron im Jahr 1986 wurde die Brücke nur noch für die Fußgänger und die Radfahrer freigegeben. Die Maßnahme wurde damals auch mit Hilfe des Bayerischen Landesamts für Denkmalschutz finanziell gefördert.

Manuel Gumtow (FW) hatte im Gemeinderat vorgeschlagen, die Maßnahme nach Fördermitteln abzuklopfen und die Arbeiten wegen der Zufahrt noch in der trockenen Jahreszeit auszuführen, um sich die Erstellung einer Baustraße zu ersparen. Auch die beiden Stellvertreter des Bürgermeisters, Harald Peetz (CSU) und Peter Aßmann (SPD), waren der Meinung, dass die Brücke, die gegenwärtig gesperrt ist, im Hinblick auf die Außenstelle der Landesgartenschau in Bayreuth ordnungsgemäß begehbar sein muss.


Kleinere Schäden aufgetreten

In letzter Zeit waren kleinere Schäden aufgetreten, die die Gemeinde durch die Firma ROH-Bau, Kauerndorf/Ködnitz, auch beheben lassen wollte. Dabei trat das eigentliche Problem zu Tage: Das Füllmaterial unter den Bergsteinen war alles andere als tauglich, so dass sich im Laufe der Jahre zwangsläufig Senkungen an der Oberdecke - es handelt sich um senkrecht aufgestellte Bergsteine aus der Gegend - ergeben mussten.

Bürgermeister Gerhard Schneider: "Ich habe mich mit meinen Leuten vom Bauamt und meinem Stellvertreter Harald Peetz zusammengesetzt, um mich mit ihnen abzustimmen. Wir haben dann mit Blick auf die schlechtere Witterung im Spätherbst entschieden, dass wir ein paar Arbeiten selber ausführen, um einfach weiter zu kommen."

So wurden zwei Brückenfelder, etwa ein Drittel der gesamten Brücke, ausgekoffert und mit geeignetem, steinigem Material aus dem Steinbruch Schicker wieder aufgefüllt. Darauf wurde noch eine Sauberkeitsschicht aufgebracht.

Die Sicherungsmaßnahmen wurden, wie Bürgermeister Gerhard Schneider betonte, im Detail mit dem Brückenbeauftragten der Gemeinde Himmelkron, Statiker Manfred Gumtow, abgestimmt. Wichtig war vor allem zu verhindern, dass größere Mengen Oberflächenwasser in den Korpus der Brücke eintreten.

Die Arbeiten wurden in der vergangenen Woche durch den Bauhof beendet. Die abschließenden Arbeiten mit dem Setzen der Bergsteine werden aber eine Dimension erreichen, dass das Bauamt der Gemeinde Himmelkron sie ausschreiben wird. Im September soll die Vergabe erfolgen.

Die große Frage ist dabei, ob die fehlenden Bergsteine auf den naheliegenden Feldern in mühsamer Arbeit aufzulesen sind. Gerade diese Bergsteine die aus dem hier üblichen Muschelkalk bilden das Besondere an der Baille-Maille-Brücke.
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