Kulmbach
Altstadtfest

BR verliert Stadtwette, Heiko Hohner gewinnt 2000 Euro

Die Bayerische Rundschau hat ihre Stadtwette verloren: Am Sonntagnachmittag sangen die Kulmbacher auf dem Zentralparkplatz aus vollem Hals. Sie bescherten damit dem querschnittsgelähmten Ludwigschorgaster Heiko Hohner 2000 Euro aus der Aktion "Franken helfen Franken".
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Viel Applaus gab es für Heiko Hohner, nachdem ihm Redaktionsleiter Alexander Müller den Scheck über 2000 Euro überreicht hatte.  Fotos: Markus Roider
Viel Applaus gab es für Heiko Hohner, nachdem ihm Redaktionsleiter Alexander Müller den Scheck über 2000 Euro überreicht hatte. Fotos: Markus Roider
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Franz Beckenbauer und Gerd Müller haben sie schon gesungen, am Sonntag stimmten die Kulmbacher die Hymne "Fußball ist unser Leben" an. Und das auch noch für einen guten Zweck.

Die Bayerische Rundschau hatte gewettet, dass es nicht gelingen wird, am Altstadtfest-Sonntag 1000 Kulmbacher in einem Fußballtrikot auf den Zentralparkplatz zu locken und zusammen mit der Band "Safari" eben jenen Ohrwurm zu singen.



Wetteinsatz: 2000 Euro, die Heiko Hohner zugutekommen sollen. Das Geld stammt aus der Aktion "Franken helfen Franken" der Mediengruppe Oberfranken, der auch die Bayerische Rundschau angehört.

Heiko Hohner, ein 43-jähriger Familienvater, sitzt seit einem Absturz beim Gleitschirmfliegen im Rollstuhl, ist querschnittsgelähmt. Mit dem Geld will er sich ein Hand-Bike kaufen, das rund 6500 Euro kostet. Seine Krankenkasse würde nur einen Elektro-Rollstuhl zahlen, der ist aber nichts für den trotz seiner Behinderung aktiven Ludwigschorgaster.

Ein bisschen fühlte man sich an diesem Nachmittag auf dem Altstadtfest wie auf dem Fußballplatz. Denn Jung und Alt, Groß und Klein versammelten sich in Trikots verschiedenster Mannschaften und Länder, angefangen vom TSV Stadtsteinach über Bayern München bis hin zur deutschen Nationalelf und stimmten bei hochsommerlichen Temperaturen gemeinsam das Lied an.

Freiwillig verloren
BR-Redaktionsleiter Alexander Müller freute sich über die Resonanz, auch wenn es nicht die 1000 Sänger waren. Für ihn war klar: "Kulmbach, ich bin begeistert, wir haben die Wette verloren." Das wurde mit viel Applaus begrüßt, denn damit war jedem klar: Heiko Hohner bekommt das Geld!

Alexander Müller verwies noch darauf, dass jeder der Aktion "Franken helfen Franken" Vorschläge machen kann, wer Unterstützung braucht - egal, ob Einzelpersonen oder ein Verein.

Auch Heiko Hohner lauschte dem vielstimmigen Chor. "Es hat geklungen wie 10 000 Mann", sagte er beeindruckt. Sein Dank galt allen Trikotträgern, Spendern und Sängern. "Ich bin rumgerollt und habe kontrolliert, dass auch alle mitmachen", sagte er schmunzelnd.

Familie, Freunde und Nachbarn schloss er in seinen Dank mit ein. "Ihr habt in der relativ kurzen Zeit, in der ich im Krankenhaus lag, unsere Wohnung so hergerichtet, dass ich nur noch hinein rollen musste. Egal, wer wie viel gemacht hat, ich bin allen unendlich dankbar - und werde Euch wohl noch öfter brauchen", erklärte er.

Eine unerwartete Überraschung gab es dann auch: Hans-Peter Brendel von der Werbeagentur Bergwerk legte noch 500 Euro auf die Spende obendrauf.

Aber nicht nur für den Ludwigschorgaster lohnte sich der Nachmittag: Denn alle Sänger erhielten gratis Getränkegutscheine, die die Kulmbacher Gastronomen, die das Altstadtfest durchführen, spendiert hatten.


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