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Kulmbach
Landesentwicklung

Aus Kulmbach ein Hilferuf nach München

Bekommt der Landkreis nur das Teil-Mittelzentrum Himmelkron? Der vom Ministerrat vorgelegte Entwurf sorgt in vielen Kommunen für lange Gesichter.
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Dass bei einer Strukturreform auch die Polizeidienststelle im Grundzentrum Stadtsteinach gefährdet wäre, befürchten die Kommunen im Stadtsteinacher Land. Foto: Peter Müller
Dass bei einer Strukturreform auch die Polizeidienststelle im Grundzentrum Stadtsteinach gefährdet wäre, befürchten die Kommunen im Stadtsteinacher Land. Foto: Peter Müller
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Ist die Messe schon gelesen? Würde der vom Ministerrat präsentierte Entwurf zur Teilfortschreibung des Landesentwicklungsplans (LEP) verabschiedet, ginge der Landkreis Kulmbach fast leer aus. Mit Himmelkron würde nur eine Kommune zum gemeinsamen Mittelzentrum mit den Bayreuther Landkreis-Gemeinden Gefrees und Bad Berneck aufgestuft. Die vorgesehenen Partnergemeinden Neuenmarkt, Wirsberg und Marktschorgast blieben ebenso außen vor wie der Markt Thurnau, der Mittelzentrum werden will, und das Stadtsteinacher Land. Die Kommunen Stadtsteinach, Untersteinach und Marktleugast hatten ein gemeinsames Mittelzentrum beantragt. Auch das ist im Planentwurf aber nicht enthalten.

Welche Vorteile die Einstufung als Mittelzentrum hätte? Generell heißt es, dass Teilräume mit besonderem Handlungsbedarf die Kernkulisse für einschlägige staatliche Maßnahmen sowie Förderungen gelten.


"Den
Fuß in der Tür haben"

"Was das konkret heißt, das weiß noch keiner so richtig. Es könnte aber zum Beispiel sein, dass künftig spezielle Fördermaßnahmen nur für Mittelzentren und nicht für Grundzentren gewährt werden. Deshalb sollte man den Fuß in der Tür haben", sagt Landrat Klaus Peter Söllner (Freie Wähler). Es sei falsch, dass man mit Blick auf die LEP-Fortschreibung bei Städten, die im Speckgürtel von München liegen, dieselben Kriterien anlegt wie bei Städten im strukturschwachen Oberfranken.

Söllner hält ein Mittelzentrum im Stadtsteinacher Land ebenso für wünschenswert wie in Thurnau. Wirsberg, Neuenmarkt und Marktschorgast müssten zudem ins Himmelkroner Bündnis integriert werden.


Das Schreiben an das Ministerium

Wie der Landrat mitteilt, wird eine gemeinsame Stellungnahme des Landkreises zum Ministerrats-Entwurf für alle nicht berücksichtigten Gemeinden erarbeitet. Eine Stellungnahme, die bis zum 15. November beim Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat eingegangen sein muss. "Es ist sinnvoll, dass wir da landkreisweit mit einer Stimme sprechen", sagt dazu der Thurnauer Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU), der hofft, dass die Töpfergemeinde noch Berücksichtigung findet.

Auch im Stadtsteinacher Land will man sich nicht geschlagen geben. Das von Minister Söder ausgegebene Ziel, den ländlichen Raum zu stärken, müsse stärker berücksichtigt werden, heißt es. Die Bürgermeister Roland Wolfrum (Stadtsteinach), Franz Uome (Marktleugast) und Volker Schmiechen (Untersteinach) sind vom Vorentwurf enttäuscht. In einer zusätzlichen eigenen Erklärung wollen die drei Gemeinden herausstellen, wie wichtig ein gemeinsames Mittelzentrum wäre.


Sind Einrichtungen gefährdet?

Die Kommunen müssten wettbewerbsfähig und leistungsfähig entwickelt werden, um etwa den Verlust von Arbeitsplätzen zu verhindern, heißt es in der Stellungnahme, die vom Gemeinderat Marktleugast bereits verabschiedet worden ist und in Stadtsteinach und Untersteinach bald auf der Tagesordnung steht. Befürchtet wird eine weitere nachteilige wirtschaftliche wie auch demografische Entwicklung, sollte man kein Mittelzentrum werden.

So könnten, sollte es Strukturreformen in der Verwaltung oder auch bei der Polizei geben, Einrichtungen wie die Polizeidienststelle in Stadtsteinach gefährdet sein.


Die Stärken ausspielen

Wolfrum, Schmiechen und Uome sind der Auffassung, dass das Gebiet des ehemaligen Landkreises Stadtsteinach mit 15 000 Einwohnern eine homogene Bevölkerungsdichte hat. Es sei für ein Mittelzentrum prädestiniert. Als Einheit könnten in Sachen Regionalmarketing, Tourismus, Wirtschaftsförderung sowie Gesundheits- und Bildungswesen gemeinsame Aktivitäten gestartet, die Stärken der Region erst richtig ausgespielt werden.

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