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Kulmbach
Flüchtlinge

Asyl im Landkreis Kulmbach: Der richtige Weg

Der Landkreis Kulmbach hat die Lage im Griff: Das war die Botschaft, die Landrat Klaus Peter Söllner dem Kreistag mit Blick auf den Flüchtlingsstrom übermittelte. "Die Unterbringung von Asylsuchenden in dezentralen Unterkünften war die richtige Strategie", erklärte er.
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382 Asylbewerber sind derzeit im Landkreis Kulmbach untergebracht. Foto: Alexander Hartmann
382 Asylbewerber sind derzeit im Landkreis Kulmbach untergebracht. Foto: Alexander Hartmann
Es gebe nur wenige Problemstellungen, betonte Söllner (Schule, Arztbesuche). Wegen der Beschulung der Flüchtlingskinder werde im April oder Mai eine Veranstaltung durchgeführt: "Momentan ist das noch nicht optimal, aber wir wollen alles tun, wozu wir in der Lage sind", sagte er.

Sein Dank galt vor allem den Bürgermeistern, die sich dem Asyl-Thema gegenüber aufgeschlossen gezeigt hätten, und den vielen ehrenamtlichen Helfern. "Es ist besser, mit den Bürgermeistern zu arbeiten, als Investoren zu haben, die vorgeben, aus purer Menschenliebe zu handeln", betonte Söllner.

Notfall-Quartier bald aufgelöst?

Auch die Lage im Winter-Notfall-Quartier im BRK-Schülerwohnheim sei völlig unproblematisch. "Gegebenenfalls kann die Notunterkunft in den nächsten Tagen schon wieder aufgelöst werden."

Landrat Söllner verdeutlichte weiter, dass "hinter jedem Fall ein Schicksal steht". Auch wenn bei den jüngsten Asylsuchenden, die im BRK-Schülerwohnheim untergebracht sind, viele junge Männer aus dem Kosovo dabei seien, bei denen man kaum von einem Asylgrund ausgehen könne, versuche man, alle gut zu behandeln. "Es gibt andere Landkreise, die bei der Aufnahme vor riesigen Problemen stehen."

Über die aktuellen Zahlen in Sachen Asylbewerber informierte Juristin Kathrin Limmer: Bislang gebe es im Landkreis drei Gemeinschaftsunterkünfte (zwei in Kulmbach, eine in Neuenmarkt), in Mainleus werde eine voraussichtlich ab April zur Verfügung stehen.

382 Asylbewerber im Landkreis

Derzeit befänden sich 382 Asylbewerber im Landkreis Kulmbach (im November waren es 317). 129 davon sind in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, 200 dezentral und 15 privat. 50 Personen leben in der Notunterkunft in der Flessastraße.

Hinzu kommen noch 38 so genannte syrische Kontingent-Flüchtlinge. Das sind Menschen, die offiziell mit Visum nach Deutschland gereist sind und derzeit in einer Unterkunft in Kulmbach (Hundsanger) leben. Diese Leute sind keine Asylbewerber, sondern haben eine Arbeitserlaubnis und Anspruch auf Leistungen der ARGE.

Zudem sollen Mitte April zehn afghanische Ortskräfte nach Kulmbach kommen. Bei ihnen handelt es sich um Helfer der Bundeswehr in Afghanistan, deren "Leben nach dem Abzug der Truppen nicht mehr so ganz sicher ist", wie Kathrin Limmer betonte.

Sie gab auch eine Prognose für 2015 bekannt: So wird nach 200 000 Asylanträgen bundesweit in 2014 heuer mit 300 000 Anträgen gerechnet. Davon werden etwa 50 000 Asylsuchende nach Bayern und davon wiederum 4000 nach Oberfranken kommen.
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