Hutschdorf
Feuer

[Video] Brand in Hutschdorf - Anwohner sind geschockt

Kurz nach 13 Uhr ist die Welt von Karola Rosa noch in Ordnung. Die Hutschdorferin geht ganz normal zur Arbeit. 20 Minuten später brennt es lichterloh.
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Die Feuerwehr spritzte von allen Seiten Wasser in die rauchende Scheune, die komplett zerstört wurde.  Foto: Andreas Schmitt
Die Feuerwehr spritzte von allen Seiten Wasser in die rauchende Scheune, die komplett zerstört wurde. Foto: Andreas Schmitt
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Kurz nach 13 Uhr ist die Welt von Karola Rosa noch in Ordnung. Die Hutschdorferin verlässt ihre Wohnung und macht sich ganz normal auf den Weg zu ihrer Arbeit. 20 Minuten später aber ist alles anders.

"Ich wurde angerufen, dass es bei mir brennt", erzählt sie von dem Moment, in dem sie alles stehen und liegen lässt und zurück nach Hutschdorf fährt. Dort kämpft die Feuerwehr bereits gegen die Flammen.



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"Als wir eintrafen, waren die Hutschdorfer Kollegen schon da und haben den Wasserzugang gelegt. Die Gebäude standen in Vollbrand", berichtet Jörg Schneider von der Thurnauer Wehr, der den Großeinsatz leitet.


Ein Übergreifen verhindert

Gut zwei Stunden kämpfen etwa 80 Feuerwehrleute, darunter 24 Atemschutzträger, gegen die Flammen. Dann kann Entwarnung gegeben werden. Ein Übergreifen auf die benachbarten Wohngebäude wird mit großem Einsatz verhindert.

Begonnen hat der Brand in den Scheunen auf dem hinteren Teil der beiden betroffenen Grundstücke. "Wo genau, muss noch geklärt werden", sagt Schneider. Im Anschluss greifen die Flammen über auf ein zum Haus gehörendes, zweistöckiges Garagengebäude, das von Karola Rosa als Lager- und Abstellfläche genutzt wurde.

"Das Problem für uns war, dass wir nicht wussten, ob darin Fahrzeuge oder leicht entflammbare Materialen stehen", berichtet Schneider, der als erste Handlung einen direkt vor dem Gebäude geparkten Wagen - in diesem Fall zum Glück nicht abgeschlossen - wegschiebt. "Der wäre auf jeden Fall stark zerstört worden. Wenn nicht durch die Flammen, dann durch herunterfallende Teile."

Denn die Verhältnisse vor Ort sind nicht ungefährlich. Die Hinterhöfe der Anwesen sind verwinkelt, die Häuser und Anbauten eng aneinander gereiht. Überall stehen Dinge herum, die gut brennen: vom Holzstapel über die Biergarnitur bis zum Klappstuhl. Vom Dach der Gebäude fliegen zudem Ziegel herunter, ein Fenster ist durch die Hitze zerborsten. Dazu Rauch, der in Schüben kommt und Sicht und Atmung erschwert.

"Das Feuer hat sich sehr schnell ausgebreitet", berichtet Schneider über den anspruchsvollen Einsatz, bei dem auch eine Drehleiter zum Einsatz kommt. Insgesamt sind 80 Kräfte der Wehren aus Hutschdorf, Thurnau, Kulmbach, Altenplos, Buchau/Dörfles, Kasendorf und Neudrossenfeld vor Ort. Dazu kommen 20 Frauen und Männer der Polizei, des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), des Technischen Hilfswerks (THW), der Tierrettung sowie der Gas-, Wasser- und Stromversorger.


Zwei Katzen werden gerettet

Die wichtigste Nachricht: Es gibt keine Verletzten. Auch Karola Rosa und zwei andere Personen, die kurz medizinisch betreut werden, haben den ersten Schock nach einigen Minuten überwunden. Karola Rosa fragt nach ihren beiden Katzen. Einsatzleiter Jörg Schneider: "Wir haben sie aus dem Wohngebäude gerettet, in das sie hinein gerannt sind. Sie wurden von der Tierrettung betreut."

Jede Rettung zu spät kommt hingegen für den Stallhasen der Nachbarn, der in seinem Käfig verbrennt. Die Bewohnerin des Hauses ist geschockt: "Was soll ich denn jetzt machen, ich bin doch schon über 80", fragt die Nachbarin von Karola Rosa, als sie mit ihrem Gehstock durch die Asche schreitet und zu einem kaputten Fenster hochschaut. Zu unfassbar ist das Unglück, das so plötzlich über die Nachbarschaft kommt. "Ich war kurz davor noch draußen, da war noch nichts. Und plötzlich kommen Nachbarn und sagen, sie sehen Rauch", erzählt die Frau.


Die Ermittlungen laufen

Die Kulmbacher Polizei fordert die Bewohner der angrenzenden Häuser vorsorglich auf, ihre Wohnungen zu verlassen. Die Ortsdurchfahrt Hutschdorf ist während des Einsatzes gesperrt. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf etwa 100 000 Euro. Zur Brandursache gibt es noch keine Erkenntnisse. Die Brandermittler der Kripo Bayreuth haben die Arbeit aufgenommen.


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