Bayreuth
Bezirksparteitag

Anette Kramme ist Spitzenkandidatin

Die oberfränkischen Sozialdemokraten haben die Staatssekretärin für die Bundestagswahl im nächsten Jahr nominiert.
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Spitzenkandidaten der Sozialdemokraten in Oberfranken für die Bundestagswahl 2017: die parlamentarische Staatssekretärin Anette Kramme aus Bayreuth.
Spitzenkandidaten der Sozialdemokraten in Oberfranken für die Bundestagswahl 2017: die parlamentarische Staatssekretärin Anette Kramme aus Bayreuth.
Anette Kramme ist Spitzenkandidatin der oberfränkischen SPD für die Bundestagswahl 2017. Die 49-jährige parlamentarische Arbeitsstaatssekretärin wurde beim Bezirksparteitag am Samstag in Weißenstadt ohne Gegenstimme gewählt. Auf Platz zwei der oberfränkischen Sozialdemokraten steht die Coburger Informatikerin Doris Aschenbrenner. Bei den männlichen Kandidaten steht der amtierende Bundestagsabgeordnete Andreas Schwarz aus Strullendorf auf dem ersten Platz, gefolgt von Jörg Nürnberger aus Tröstau, der für den Wahlkreis Hof/Wunsiedel antritt. Auf Platz drei, sowohl bei den Damen als auch bei den Herren wird der oder die Bewerberin aus dem Stimmkreis Kulmbach/Lichtenfels stehen. Hier fand allerdings noch keine Nominierung statt. Die Reihung hat reinen Vorschlagscharakter, eine verbindliche bayerische Liste wird erst bei der Landesvertreterversammlung am 10.
Dezember in Nürnberg beschlossen.
In ihrem Bericht hatte Anette Kramme zuvor die Sozialdemokraten trotz unzufriedenstellender Umfragewerte als den Motor der großen Koalition in Berlin bezeichnet. Freilich sei die große Koalition kein Wunschkonzert, vieles, wie etwa die Erbschaftssteuerreform, die Verschärfungen im Asylrecht oder die Waffenlieferungen an Saudi Arabien hätte sich die SPD anders vorgestellt. Dennoch gebe es auch große Erfolge, wie die Rente ab 63, die Mütterrente oder die Umsetzung des Mindestlohns. Hier hätten die Arbeitgeberverbände bis zuletzt Millionen neuer Arbeitslose prognostiziert, in Wahrheit seien 800000 neue sozialversicherungspflichtige Jobs entstanden.


Sozialdemokraten müssen mutiger werden

Die Kanzlerin sei nicht unangreifbar und weite Teile der Union seien zerstritten und rückwärtsgewandt, sagte Anette Kramme. Die Sozialdemokratie müsse wieder mutiger werden und auch wieder laut werden. "Wir stehen für eine Politik, die nicht mit Angst arbeitet, sondern Ängste nimmt", so Kramme, die auch zur Flüchtlingssituation Stellung bezog. Nahezu kein Problem habe mit Ausländern oder Flüchtlingen zu tun, kein einziges Problem würde ohne Ausländer und Flüchtlinge verschwinden.
Anette Kramme gehört dem Bundestag seit 1998 an, seit 2013 ist sie Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales und damit die politische Stellvertreterin von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles. Von Beruf ist sie Rechtsanwältin und Fachanwältin für Arbeitsrecht.
Ebenfalls Mitglied des Bundestages ist Andreas Schwarz aus Strullendorf, der für den Bundestagswahlkreis Bamberg/Forchheim antritt. Der 51-Jährige ist Betriebswirt und Unternehmer und war von 1996 bis 2013 Bürgermeister von Strullendorf im Landkreis Bamberg, ehe er über die Landesliste in den Bundestag einzog.
Neu in den Bundestag möchte die Informatikerin Doris Aschenbrenner aus Coburg. Die 31-Jährige ist Diplom-Informatikerin und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Telematik, einem Forschungszentrum in Würzburg. Doris Aschenbrenner ist seit 2011 netzpolitische Sprecherin der Bayern-SPD, war 2013 im Kompetenzteam von Christian Ude und kandidierte bereits 2013 in Kitzingen für den Landtag. Als Nachfolgerin von Petra Ernstberger möchte Jörg Nürnberger aus Tröstau in den Bundestag. Der 49-Jährige ist Rechtsanwalt, er gehört dem Kreistag von Wunsiedel und dem Gemeinderat von Tröstau an. Er ist außerdem stellvertretender Hauptvorsitzender des Fichtelgebirgsvereins und hat sich besonders mit seinem Engagement gegen Rechtsextremismus hervorgetan.
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