Marktschorgast
Naturschutz

Alte Obstsorten bewahren

In Marktschorgast wurden zwei Wiesen mit 50 Apfel- und Birnbäumchen angelegt. Die Aktion ist Teil des Projektes "Erhalt der Obstsortenvielfalt".
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Die Streuobstwiese an der Straße nach Pulst. Hier wurden zwanzig alte Apfel- und Birnsorten gepflanzt. Über 50 Helfer waren im Einsatz. Fotos: Bruno Preißinger
Die Streuobstwiese an der Straße nach Pulst. Hier wurden zwanzig alte Apfel- und Birnsorten gepflanzt. Über 50 Helfer waren im Einsatz. Fotos: Bruno Preißinger
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Bevor die Pflanzung alter Birn- und Apfelsorten in Marktschorgast erfolgen konnte, galt es einige Hürden zu überwinden und Vorarbeiten zu leisten. Treibender Motor, das Projekt in Marktschorgast für den Landkreis Kulmbach auf die Beine zu stellen (je eine Pflanzaktion in Landkreisen Oberfrankens), war Monika Graß, Vorsitzende der Ortsgruppe des Bundes Naturschutz Marktschorgast. Es galt eine ausreichend große Fläche im gemeindlichen Besitz zur Verfügung zu stellen, eine Übereinkunft mit den betroffenen Landwirten zu treffen, die Zustimmung des Marktgemeinderates einzuholen und einen Verantwortlichen für die fachgerechte Pflanzung und Pflege der Bäume zu finden.


Besichtigung im Vorfeld

Nach einer Besichtigung der möglichen Flächen durch stellvertretenden Bürgermeister Nikolaus Ott, dem Kreisfachberater Friedhelm Haun, Monika Graß sowie Heidi Rupprecht und Dietrich Beck und einigen Telefonaten mit Projektleiter Gerhard Bergner bei der Regierung von Oberfranken konnte die Marktschorgaster Bewerbung überzeugen.
Dann war Stefan Graß für die Vorbereitung der Pflanzaktion gefragt. Es mussten 50 Pflanzlöcher in einem bestimmten Abstand auf zwei von der Marktgemeinde Marktschorgast zur Verfügung gestellten Grundstücken ausgehoben werden. Schimmel Bau übernahm das Ausbaggern der Löcher. Diese mussten einen Durchmesser von 60 Zentimeter haben und einen halben Meter tief sein. Die Größe war erforderlich, um die verzinkten Wühlmauskörbe einsetzen zu können, die die Bäume auf Dauer vor dem Nager schützen sollen.


50 Bürger haben geholfen

Gepflanzt sind nun Roter Herbstkavil, Wöbers Rambour, Damasonrenette, Grumkower Butterbirne und viele andere alte Apfel- und Birnsorten in der Marktschorgaster Flur. Doch bis die Anlage entsprechend der alten Volksweisheit "An apple a day keeps the doctor away" (oder: Ein Apfel täglich, keine Krankheit quält dich) Früchte trägt, werden Jahre vergehen. Über 50 Bürgerinnen und Bürger haben an einer Gemeinschaftsaktion mitgewirkt. Gepflanzt wurde gut drei Stunden. Die Bäumchen sowie den Baumschutz hat die Regierung kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Erhaltung und Vermehrung der alten beziehungsweise seltenen Birn- und Apfelsorten wurden aus Mitteln des Bayerischen Umweltministeriums finanziert.


Tolle Gemeinschaftsleistung

Im Wesentlichen lag der Aufgabenbereich in den Händen von Monika Graß, Vorsitzende der Ortsgruppe Bund Naturschutz. Erfreulich war für sie das große Entgegenkommen und das Engagement nicht nur der Mitglieder der Ortsgruppe, sondern auch vieler weiterer Naturfreunde in der Gemeinde sowie örtliche Unternehmer und Geschäfte. Verstärkung von außerhalb erhielten die Marktschorgaster von BN-Mitgliedern aus Wirsberg und Landschaftsgärtner Roland Ramming aus Schlömen. Ein Bild vom Einsatz der vielen fleißigen Helfer machten sich vor Ort Kreisfachberater Friedhelm Haun und Projektleiter Gerhard Bergner von der Regierung, der von der tollen Gemeinschaftsleistung und der klasse Organisation beeindruckt war.


Stärkung nach getaner Arbeit

Zur Stärkung nach getaner Arbeit lud der BN zur Stärkung in die Halle der Familie Matthias Rupprecht ein. Die Vorsitzende, die allen Helfern dankte, auch den Landwirten, die bereit sind, die Wiesen zu mähen, sagte: "Ohne die großartige Unterstützung von allen Seiten wären die Schaffung dieser wertvollen Lebensräume und der Erhalt der Biodiversität nicht möglich gewesen."

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