Kulmbach
Bauarbeiten

9,8 Tonnen Beton für den Kanal in der Kulmbacher Lorenz-Sandler-Straße

Im Kulmbacher Stadtteil Ziegelhütten wird die Abwasserleitung erneuert. Am Donnerstag wurde das größte Bauteil angeliefert.
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Mit einem Kran wird das große Bauteil eingehoben.Foto: Katrin Geyer
Mit einem Kran wird das große Bauteil eingehoben.Foto: Katrin Geyer
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Es ist ein Riesentrumm, das da am Kranhaken hängt: mehr als zwei Meter hoch, über einen Meter im Durchmesser - und 9,8 Tonnen schwer. Als das Trumm hoch in der Luft über die Baugrube an der Priemershofer Straße schwebt, zieht es die Blicke etlicher Spaziergänger auf sich. Eine knappe halbe Stunde später ist es im Boden verschwunden.

Bei dem Trumm aus Beton handelt es sich um ein zentrales Element des neuen Kanals, der derzeit in Ziegelhütten entsteht. Der alte Kanal stammt aus den 50er Jahren, war verbraucht und schadensanfällig.

Im letzten Jahr gab es Hinweise darauf, dass Teile des alten Kanals unter der Lorenz-Sandler-Straße eingebrochen sein könnten.

Nun wird der Kanal ausgetauscht. Ein Riesenprojekt. Das verdeutlichen Zahlen, die Florian Schneider, Geschäftsführer der Kulmbacher Firma ASK, präsentiert. Sein Unternehmen hat am 5. November mit den Bauarbeiten begonnen und wird noch bis Juli 2019 mit den Arbeiten beschäftigt sein.

"Mit einem Auftragsvolumen von etwa 1,1 Millionen Euro ist das für uns ein großer Auftrag", sagt Schneider. "Wir sind den Kulmbacher Stadtwerken dankbar, dass wir die Arbeiten ausführen dürfen, und dass die Zusammenarbeit so gut klappt."

Auf einer Länge von rund 400 Metern werden neue Kanalrohre verlegt, mit Innendurchmessern zwischen 30 Zentimetern und einem Meter. Die tiefste Stelle der Baugrube liegt an der Priemershofer Kreuzung: In viereinhalb Metern Tiefe wurde dort gestern das gewaltige Betonteil positioniert.

Bei dem Bauteil handelt es sich um eine Art unterirdische Kreuzung: Hier fließt das Wasser aus mehreren Kanälen zusammen und wird dann in einem Kanal weitertransportiert, der zunächst die Priemershofer Kreuzung quert und dann überwiegend nördlich der Flutmulde bis zur Kläranlage verläuft.

Zentimetergenau wird das Bauteil eingepasst. Alles muss auf Anhieb so sitzen, wie es sich gehört; Korrekturen sind wegen der Größe nachträglich nicht mehr möglich. Das Team um Bauleiter Norbert Rödel arbeitet akribisch und gelassen. Ein Fingerzeig hier, ein Winken mit der Hand da, eine winzige Bewegung des Krans - und schon steht der Schacht genau dort, wo er stehen soll.

23 Schächte werden entlang der neuen Kanaltrasse verbaut, davon freilich keiner mehr annähernd so groß. Weil die Straße ohnehin aufgegraben werden muss, lassen die Stadtwerke auch gleich noch auf 340 Metern Länge die Wasserleitung erneuern. Dann wird die Straße wieder ordentlich asphaltiert.

Insgesamt fünf Bauabschnitte sind vorgesehen. Der erste Bauabschnitt, der das Straßenstück von der Priemershofer Kreuzung bis zur Einmündung der Kaulfußstraße umfasst, soll noch heuer fertig werden. Mitte Dezember, so ist der Plan, soll die Baustelle winterfest gemacht werden. Im Februar oder März geht es dann weiter.

Im Sommer soll der Verkehr in der Lorenz-Sandler-Straße dann wieder rollen. Und das Riesentrumm wird unsichtbar unter der Erde zuverlässig seinen Dienst tun.



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