Himmelkron
Tiertragödie

500 Schweine ersticken im Stall

In einem Himmelkroner Mastbetrieb sind 500 Schweine in einem Stall erstickt.
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In einem Himmelkroner Stall sind 500 Mastschweine (hier ein Symbolbild) erstickt. Foto: Archiv/Barbara Herbst
In einem Himmelkroner Stall sind 500 Mastschweine (hier ein Symbolbild) erstickt. Foto: Archiv/Barbara Herbst
Es ist eine Tragödie, die sich in einem großen Schweinezucht- und -mastbetrieb in Himmelkron abgespielt hat: 500 Mastschweine sind dort im Stall verendet. Offenbar hat ein technischer Defekt das Drama verursacht: Die Tiere sind erstickt, weil die Lüftung ausgefallen ist und zudem die Alarmanlage nicht funktioniert hat.


Keine Seuche

Der Landwirt hat die toten Tiere am Mittwochmorgen entdeckt. Hofarzt und Veterinäramt wurden verständigt. Es sei ein furchtbarer Anblick gewesen, der sich in dem Stall geboten habe, sagt Amtstierarzt Andreas Koller. Seine Aufgabe sei es gewesen, zu überprüfen, ob eine Seuche das massenhafte Sterben verursacht hat oder die Schweine anderweitig erkrankt waren. "Beides war nicht der Fall", betont Koller, nach dessen Worten ein Sachverständiger die genaue Ursache klären wird.

Was aus seiner Sicht feststeht: Die Lüftung war defekt, und das Alarmsystem, das dem Landwirt den Defekt hätte mitteilen sollen, hat nicht funktioniert. Die Schweine seien vermutlich aufgrund des Sauerstoffmangels müde geworden und innerhalb weniger Stunden verendet.


Kleine Schweine haben überlebt

Es gebe keine Anzeichen dafür, dass eine Panik ausgebrochen ist. So seien keine Kratzspuren zu sehen gewesen. Einige kleinere Schweine ("Die brauchen weniger Sauerstoff") haben Koller zufolge ebenso überlebt wie 500 weitere Tiere, die in einem anderen Teil des Stalles untergebracht sind. Die Kadaver der verendeten, 60 bis 130 Kilogramm schweren Schweine wurden von Helfern in sechs Container geladen und in die Tierkörperverwertungsanlage Walsdorf gebracht. Viele von ihnen hätten am Donnerstag in den Schlachthof transportiert werden sollen.

Es sei für den Landwirt ein schwerer Schlag, sagt der Kulmbacher Amtstierarzt, der deutlich macht, dass dem Himmelkroner Familienbetrieb auch ein großer finanzieller Schaden entstanden ist. Den beziffert er auf 50 000 bis 100 000 Euro. Ob die Versicherung dafür aufkomme, werde sich zeigen.


Wenn die Technik versagt...

Dass es ein Vorzeigebetrieb ist, der mit modernster Technik ausgestattet ist, macht neben Koller auch der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands, Wilfried Löwinger, deutlich. Eine Verkettung unglücklicher Umstände habe zum massenhaften Tiersterben geführt, so der BBV-Obmann. Weil neben der Lüftung auch das das Alarmsystem defekt war, habe der Landwirt das Notstromaggregat nicht einschalten können. "Wenn die Technik total versagt, können sich solche Katastrophen leider ereignen."

Polizeiliche Ermittlungen wurden übrigens nicht aufgenommen. Es habe sich um einen innerbetrieblichen Vorfall gehandelt, sagt der Leiter der Stadtsteinacher Inspektion, Horst Nölkel. Die Polizei sei daher über den Vorfall auch nicht informiert worden.

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