Kulmbach
Franken helfen Franken

Erfolgreiche Spendenaktion: Traumatisierte Elisa bekommt ihren Assistenzhund

Dank großzügiger Spender kann sich die traumatisierte Frau aus dem Kreis Kulmbach den Traum vom eigenen Assistenzhund erfüllen!
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Ein Assistenzhund kann die traumatisierte Elisa aus ihrer Isolation befreien. Dank der großen Spendensumme über den Verein "Franken helfen Franken" ist die Ausbildung des Vierbeiners gesichert.Symbolbild: F. von Erichsen/dpa
Ein Assistenzhund kann die traumatisierte Elisa aus ihrer Isolation befreien. Dank der großen Spendensumme über den Verein "Franken helfen Franken" ist die Ausbildung des Vierbeiners gesichert.Symbolbild: F. von Erichsen/dpa

Kann ein Hund das Leben verändern? Kann er, das werden Hundehalter bestätigen. Aber kann er auch Lebensretter sein im Alltag? Elisa T. hofft genau darauf. Die heute 46-Jährige hat einen langen Leidensweg hinter sich - seelische und körperliche Grausamkeiten seit der Kindheit, das volle Programm.

Daraus erwuchs ein veritables Posttraumatisches Belastungssyndrom, wie es Soldaten aus Kriegseinsätzen "mitbringen". Die Folge: Ihr ist es bisweilen unmöglich, Kontakt zu Menschen aufzubauen - eine schwere Bürde für die Frau. Zu Hunden aber fasst sie Zutrauen. Durch Zufall trat der aus einer osteuropäischen Tötungsstation gerettete Mischling Zoey in ihr Leben. Sie sollte zu Elisas persönlichem Assistenzhund ausgebildet werden - aber weil die gelernte Bauzeichnerin krankheitsbedingt nicht in der Lage ist zu arbeiten, fehlte schlicht das Geld.

Summe nochmals aufgestockt

Bis jetzt! Dank der großzügigen Unterstützung der BR-Leser geht der Traum für die verzweifelte Frau in Erfüllung. Etwa 3000 Euro fehlten ihr, damit Zoey das aufwendige Training inklusive Prüfung bestreiten kann. Mehr als 3200 Euro kamen an Spenden zusammen - eine Summe, die die Mediengruppe Oberfranken und der Verein "Franken helfen Franken" nun auf 4000 Euro aufstocken.

Als wir Elisa, deren wahren Namen wir zum Schutz der Persönlichkeit nicht nennen, die Nachricht übermitteln, ist sie sprachlos. "Wow! Was für ein wunderbares Ergebnis. Ich freue mich so sehr darüber und danke allen herzlich!" Für die 46-Jährige soll der Hund zum ständigen (Notfall-)Begleiter werden - in der Nacht, wenn Elisa wieder einmal von Alpträumen geplagt wird, aber auch am Tag, um sie aus einer plötzlichen Panikattacke zu befreien oder ihr in einem Supermarkt das für sie essenzielle Gefühl von Sicherheit inmitten fremder Menschen zu vermitteln.

Erste Schritte sind getan

Die ersten Schritte auf dem Weg dahin hat Zoey bereits getan. Das war aber nur deshalb möglich, weil Manfred Burdich und seine Arbeitsgemeinschaft Mantrailing sowie das angeschlossene Therapiehundezentrum in Kronach von sich aus die Hälfte der Ausbildungskosten aus eigener Tasche übernahmen.

"Das Ergebnis ist ja der Wahnsinn", sagt Manfred Burdich zur gelungenen Spendenaktion. "Damit ist nicht nur der Hund und dessen Ausbildung bezahlt, sondern damit können wir auch ein paar Extras dazulegen wie etwa ein passendes Geschirr und einiges mehr." Nun steht auch dem weiteren Training nichts mehr im Weg.

Für Elisa bedeutet es eine besondere Anstrengung, zum Trainingsplatz zu fahren und sich auf die Übungen einzulassen. Aber sie weiß, dass es nur im Team Mensch-Hund funktioniert. Und vor diesem Hintergrund lohnt sich der mentale wie körperliche Kraftakt. Sie lobt ihren Vierbeiner für das, was er schon kann. "Zoey zeigt sich sehr gelehrig. Sie gibt mir Sicherheit, wenn ich sie neben mir weiß. Sie konnte mich auch bereits zu einer Therapiemaßnahme begleiten und mich hierbei unterstützen." Intuitiv spiegelt Zoey Elisas Anspannungslevel wider. "Das wiederum kann meine Fachpflege, die Hundeerfahrung hat, aufgreifen und entsprechende Themen wählen. Bereits jetzt, in der Ausbildung, wirkt sich Zoey positiv auf mein Leben aus."

Auch Manfred Burdich stellt dem ungewöhnlichen Duo ein gutes Zeugnis aus. "Diese Konstellation bedeutet viel Arbeit für alle Beteiligten. Wir hoffen, bis Mitte des Jahres mit der Ausbildung abschließen zu können. Es läuft bislang gut, und wir sind mit den Fortschritten von Elisa und Zoey wirklich zufrieden."

Das bestätigt auch Trainerin und Diplompädagogin Marina Schnurrer. "Elisa ist soweit gefestigt, dass sie das sichere Terrain des Einzeltrainings verlässt und erstmals in der Gruppe mitmacht. Wir können uns das schwer vorstellen, aber für sie ist das eine außergewöhnliche Leistung, sich in die Gemeinschaft von Menschen zu begeben, die ihr fremd sind. Zoey hat mittlerweile gelernt, ein sogenanntes Target anzustupsen." Das braucht er, damit er später bei Elisa zu Hause den Lichtschalter betätigen kann, wenn Frauchen mal wieder aus einem Alptraum gerettet werden muss.

Einkaufen mit Sicherheitsabstand

Demnächst wird dem Mischling beigebracht, wie er Elisa anzeigt, dass sich Menschen von hinten nähern. Lernen muss er auch, für sie einen Freiraum zu blocken. Das ist beispielsweise nötig, damit Elisa in einem Supermarkt Dinge des täglichen Bedarfs einkaufen kann. Ohne diesen Sicherheitsabstand ist das für sie undenkbar.

Hierbei zeigt sich übrigens eine Gesetzeslücke, wie Manfred Burdich betont: Anders als etwa bei Blindenhunden, denen Zutritt in Lebensmittelgeschäfte gewährt werden muss, kann der Geschäftsinhaber bei einem Assistenzhund wie Zoey "Nein" sagen. "Es gibt eine Initiative des Bundesrats, der den Ländern aufgetragen hat, sich über die Aufnahme von Assistenzhunden in die Sozialgesetzgebung der Bundesrepublik Gedanken zu machen."

Dazu zählen übrigens auch jene Vierbeiner, die Herrchen/ Frauchen vor epileptischen Anfällen warnen oder Diabeteskranke vor Zuckerschocks. Eine gesetzliche Gleichstellung dieser Hunde würde bedeuten, dass die Krankenkassen die Finanzierung übernehmen müssten. Manfred Burdich verweist nach Österreich, wo das bereits gilt. "Hierzulande würde es schon helfen, wenn die Betroffenen die Ausbildung bezuschusst bekämen und der Hund steuerbefreit wäre."

So können Sie unseren Verein weiter unterstützen

Idee Die Mediengruppe Oberfranken erreicht über Zeitungen wie die BR sowie Internet-Angebote viele Menschen. Das will sie nutzen, um mit Hilfe des Vereins "Franken helfen Franken" Geld für jene zu sammeln, die auf Hilfe angewiesen sind. Den Verein gibt es seit 2009, bislang sind 450000 Euro ausgeschüttet worden. Die Spenden gehen an gemeinnützige Initiativen, Projekte und Vereine. Info Infos zu unserer Spendenaktion gibt es auch online unter

franken-helfen-franken.de. Spendenkonto Sparkasse Bamberg; BIC: BYLADEM1SKB; IBAN: DE 62 7705 0000 0302 1945 01. Sie können auch für Elisa weiter spenden. Bitte dabei als Verwendungszweck bei der Überweisung angeben: Assistenzhund für Elisa

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