Kulmbach
Jubiläum

25 Jahre Brauereimuseum in Kulmbach: Ein Extrasud zum Geburtstag

Seit 25 Jahren besteht das Bayerische Brauereimuseum. Dafür wurde extra ein spezieller Sud angesetzt.
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Nicht nur die Jubiläumsgäste sind gespannt: Braumeister Sebastian Hacker wird der erste sein, der den Hefestamm Nr. 159 nach über 50 Jahren einsetzt.  Foto: Uschi Prawitz
Nicht nur die Jubiläumsgäste sind gespannt: Braumeister Sebastian Hacker wird der erste sein, der den Hefestamm Nr. 159 nach über 50 Jahren einsetzt. Foto: Uschi Prawitz
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Den Internationalen Museumstag unter dem Motto nutzten die Museen im Kulmbacher Mönchshof, um die Einrichtung zu ehren, mit dem vor 25 Jahren alles begann: das bayerische Brauereimuseum. "Das Kulmbacher Bier ist nicht nur ein Getränk, sondern Kulturgut und Lebensgefühl", fasste die stellvertretende Landrätin Christina Flauder in ihrem Grußwort am Sonntagvormittag zusammen. Das Bayerische Brauereimuseum sei ein großer Gewinn für unsere Region.

Bürgermeister Ralf Hartnack ergänzte: "Es ist ein lebendiges Beispiel für Wissensvermittlung, die Spaß macht."

Zum Jubiläum hatte sich Braumeister Sebastian Hacker gemeinsam mit den Geschäftsführern der Museenlandschaft, Helga Metzel und Bernd Sauermann, etwas ganz Besonderes ausgedacht. "Sebastian Hacker und ich kamen auf die Idee, einen alten Hefestamm wiederzubeleben, um damit ein Jubiläumsbier zu brauen", erzählte Mathias Hutzler von der Technischen Universität München (TUM), Weihenstephan.

Seit mindestens 50 Jahren habe der gefriergetrocknete Hefestamm Nr. 159 in den Weihenstephaner Archiven gelagert, bis er vor kurzem im Forschungszentrum wieder aktiviert werden konnte. "Das gelingt nicht immer, die Chancen bei einer solchen Wiederbelebung stehen 50/50", sagte der Experte.

Die zugehörige Bierrezeptur aus den 50er-/60er-Jahren stammt vom renommierten Brauwissenschaftler Ludwig Narziß aus Freising, der die Patenschaft für den Jubiläumsbiersud übernommen hat.

Wie das Jubiläumsbier schmecken wird, weiß noch niemand so genau, es sei ein Überraschungspaket, denn es habe keine näheren Aufzeichnungen mehr gegeben. Der Hefstamm trage die Nummer 159 deswegen, weil nach dem Krieg die Bierhefesammlung in Weihenstephan mit der Nummer 1 begann", erklärte Hutzler.

Ludwig Narziß ist sich jedoch ziemlich sicher, dass am Ende ein typisches helles Kulmbacher Bier mit einer leichten Malz-, vielleicht sogar Karamellnote herauskommen wird, "im Antrunk sehr weich, mit einer abgerundeten Bittere".

Braumeister Sebastian Hacker jedenfalls hatte bereits am frühen Sonntagmorgen alle Hände voll zu tun. "Ein altes Rezept kann man nicht 1:1 übernehmen", sagte er. Fast drei Stunden hätte er allein mit dem Maischen verbracht, denn auch das Malz wurde nach dem alten Verfahren für den Jubiläumssud hergestellt. Die Stammwürze würde bei 12,5 bis 12,7 Prozent liegen, der Alkoholgehalt bei mehr als 5 Vol. Prozent. "Es ist ein Experiment", sagte er, und er sei selbst sehr gespannt.

Das Ergebnis dieses Experiments dürfen die Kulmbacher Bürger auf dem Altstadtfest verkosten. "Das Jubiläumsbier wird am Alstadtfestfreitag und -sonntag an unserem Stand im hinteren Oberhacken ausgeschenkt", erzählte Sigrid Daum, die vor 25 Jahren das Brauereimuseum mit aus der Taufe gehoben hat.

Hans Christof Ihring, der damalige Geschäftsführer der Mönchshof-Brauerei, war Gründungsvorstand des Museumsvereins und ebenfalls Ehrengast bei der sonntäglichen Feierstunde. "Ich freue mich immer wieder über Einladungen in den Kulmbacher Mönchshof und gebe dem Jubiläumssud den Brauerwunsch mit auf den Weg - Gott gebe Glück und Segen rein."

Das Bayerische Brauereimuseum ist laut der Geschäftsführerin Helga Metzel eine Schatzkammer der Bierkultur. "Auf einer Ausstellungsfläche von über 3000 Quadratmetern finden Interessierte Informatives und Spannendes zum Thema Bier." Mit Fug und Recht könne man behaupten, eines der größten Spezialmuseen rund ums Bier zu sein.

Ein Rundgang durch das Museum informiert unter anderem über die Kunst des Bierbrauens, das Produkt Bier, die Bierkultur im Wandel der Zeit und schließt mit einem Blick in die ‚Gläserne Brauerei' ab.

"Für die Historie, die Tradition und den Erhalt des Bayerischen Kulturgutes Bier setzen wir uns alle hier im Mönchshof jeden Tag aufs Neue mit Begeisterung ein", betonte Metzel.Dieses Herzblut lege die Belegschaft der Museen im Kulmbacher Mönchshof nicht nur ins Brauereimuseum, sondern gleichermaßen auch in das Bayerische Bäckereimuseum und das Deutsche Gewürzmuseum.

Im Jahr 2019 finden auch im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums des Bayerischen Brauereimuseums verschiedene Veranstaltungen statt, Informationen unter www.kulmbacher-moenchshof.de

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