Kulmbach
urteil

23-Jähriger pinkelt gegen Kulmbacher Moschee

Das Fehlverhalten eines 23-Jährigen in einer Februarnacht mündete in eine Rauferei. Das Gericht stellte das Verfahren vorläufig ein.
Artikel drucken Artikel einbetten
Wie das berühmte Mennekin Pis in Brüssel machte es ein 23-Jähriger aus dem Landkreis Kulmbach. Weil er ausgerechnet gegen die Kulmbacher Moschee pinkelte, kam es zu einer Rauferei, die jetzt vor dem Amtsgericht endete. Foto: privat
Wie das berühmte Mennekin Pis in Brüssel machte es ein 23-Jähriger aus dem Landkreis Kulmbach. Weil er ausgerechnet gegen die Kulmbacher Moschee pinkelte, kam es zu einer Rauferei, die jetzt vor dem Amtsgericht endete. Foto: privat
Weil er in der Oberen Stadt an die Außenwand der dortigen Moschee gepinkelt hatte, gerieten ein 23-jähriger Auszubildender aus dem Landkreis Kulmbach und ein 51-jähriger Türke, der ihn zur Rede stellen wollte, aneinander. Ein Wort gab das andere, irgendwann folgte eine Rangelei, die Kontrahenten gingen zu Boden, und am Ende soll sogar noch ein Messer im Spiel gewesen sein.


Weiteres Verfahren anhängig


Eine zeigte den anderen an, doch das Verfahren gegen den 23-Jährigen wurde jetzt gegen eine Geldauflage von 100 Euro zugunsten des Bayerischen Roten Kreuzes eingestellt. Sein Kontrahent wartet dagegen noch auf sein Strafverfahren.

Grund für die Einstellung ist, dass in der Sache einiges nicht mehr geklärt werden konnte. Kein Wunder, der Vorfall hatte sich am frühen Morgen des 11. Februar gegen 3.15 Uhr ereignet. Beide Kontrahenten waren nicht mehr nüchtern, und ob wirklich ein Messer im Spiel war, steht noch lange nicht fest.


War auch ein Messer im Spiel?


Und falls es das Messer tatsächlich gegeben haben sollte, dann weiß keiner mehr so recht, was für eines. Einmal war von einem "handelsüblichen Taschenmesser" die Rede, dann von einem "Taschenmesserchen", dann von einem Teppichmesser und schließlich von "typischen Kartonagenmesser".

Fest stand, dass der Angeklagte an eine Hauswand uriniert hatte. Ob ihm dabei bewusst war, dass dies die Moschee der türkischen Gemeinde ist, blieb während der Verhandlung offen. Jedenfalls stellte ihn der Türke zur Rede.

Ein Messer will er nicht gezogen haben, gleichwohl ist auch er deshalb angeklagt und wird sich demnächst vor Gericht verantworten müssen. Der Türke sagt, das "Messerchen" könne höchstens aus der Arbeitshose herausgerutscht sein, als er zu Boden ging. Eine Schnittwunde habe er damit aber niemandem zugefügt. Das deckt sich mit den Ermittlungen der Polizei, denn auch die Beamten konnten beim Angeklagten keine Schnittwunde dokumentieren.


"Ich schlitz' dir die Kehle auf"


In seiner Zeugenaussage räumte der Türke ein, dass er auf ein Versöhnungsangebot des Angeklagten vor Ort nicht eingegangen sei. Der Angeklagte habe ihm schließlich nicht nur seinen Kopf auf den Asphalt gedrückt, sondern auch seine Jacke zerrissen und ihn mit den Worten bedroht: "Ich schlitz' dir die Kehle auf."

Das bestätigte auch eine Schülerin, die gerade eine der Kneipen auf der gegenüberliegenden Straßenseite verließ. Die 24-Jährige hatte beobachtet, wie beide Kontrahenten zu Boden gingen und ein Gerangel, wahrscheinlich um das Messer, entstand. "Ich komme aus Würzburg, da geht es ein bisschen brutaler zu", sagte die Frau zu Richterin Sieglinde Tettmann.


Polizei kam zufällig vorbei


Er habe gleich Verstärkung gerufen, sagte der Streifenbeamte, der zufällig durch die Obere Stadt gefahren war. Ein Wagen habe den aufgebrachten Angeklagten mit auf die Wache genommen, der andere fuhr den Türken ins Krankenhaus.

Nachdem der Angeklagten "nur" wegen eines kleineren Drogendelikts vorbestraft und deshalb 2012 zu einer Arbeitsleistung verurteilt worden war, brachte Staatsanwalt Daniel Köhler die Einstellung des Verfahrens gegen die geringe Geldauflage ins Gespräch.

Eines der Argumente dafür: Die Rangelei war wechselseitig. Das würde bedeuten, dass auch der Türke in seinem Verfahren mit einer Einstellung davonkommen könnte.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren